Fütterungsgrundsätze

Fütterung von Ökomutterkühen

Ziel der ökologischen Wirtschaftsweise ist eine Fütterung der Tiere ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln. In der Mutterkuhhaltung ist dies überwiegend gut realisierbar, da die Ration ohnehin grundfutterbetont ist und vorwiegend Komponenten vom eigenen Betrieb enthält. Wegen der Verdauungsphysiologie des Wiederkäuers muss die Ration einen ausreichend strukturierten Rohfaseranteil enthalten.

Grundfutter

Die Grundfutterration der Mutterkühe basiert im Sommer auf Weidegang und Grünfutter, gegebenenfalls ergänzt durch Silage und Heu. Im Winter wird der Weidegang durch Anwelksilage, Heu oder Maissilage ergänzt. Neben betriebseigenem Grundfutter können gegebenenfalls Kraftfuttermischungen (beispielsweise ökologisch erzeugte Futtergetreide, Körnerleguminosen) leistungsgerecht eingesetzt werden.

Bei der Winterfütterung der Mutterkühe ist auf eine bedarfsdeckende Nährstoffversorgung und einen ausreichenden Rohfaseranteil zu achten. Ausreichend strukturiertes Futter führt zu einer festeren Kotkonsistenz und zu Einsparungen bei der Einstreu. Ein Mix aus hochwertigen Gras- bzw. Kleegrassilagen und rohfaserreichem Heu ist ernährungsphysiologisch wertvoll und in der Regel auch wirtschaftlich. Energieschwächere Graskonserven kann man durch Getreide als Kraftfutter ausgleichen.

Ein Energiedefizit zu Beginn der Laktation sollte möglichst niedrig gehalten werden und ggf. mit Kraftfuttergaben ausgeglichen werden. Die Mutterkühe müssen in der Laktation und während der Trockenstehzeit bedarfsgerecht versorgt sein. Dieses ist besonders bei extensiveren Rassen zu beachten, um Verfettungen zu vermeiden. Den Tieren sollte weiterhin ein vitaminiertes, phosphorreiches Mineralfutter angeboten werden.

Grundsätze für die Beweidung mit Mutterkühen:

  • Die Tiere sollten weder zu junges noch überständiges Futter erhalten.
  • Ein rohfaserreiches Beifutter (z.B. Heu, Stroh) im zeitigen Frühjahr und Herbst, bei schlechter Futtergrundlage gegebenenfalls auch von Silagen, sollte bereitgestellt werden.
  • Ein rechtzeitiger Abtrieb im Herbst sollte wenn möglich zur Narbenschonung erfolgen.
  • Ein Überbesatz ist zu vermieden.
  • Der Tierbesatz sollte im Spätsommer zurückgenommen werden.
  • Über den Kälberschlupf sollte den Kälbern stets Kraftfutter angeboten werden.

Versorgung der Kälber

Die Versorgung des Kalbes wird zum einen über die optimale Versorgung der Mutterkuh und eine damit ausreichende Milchleistung sichergestellt. Aus dem Grundfutterangebot, das Kuh und Kalb ad libitum zur Verfügung steht, sollte die Kuh eine Milchleistung von 2.500 bis 3.000 Kilogramm erbringen.

Im Kälberschlupf (möglichst sowohl im Stall als auch auf der Weide) wird Kälbern bis 200 Kilogramm Lebendgewicht energiereiches Grundfutter angeboten. Dazu kommt als Kraftfutter Getreide oder idealerweise eine Mischung aus Getreide (möglichst mit einem Haferanteil) und 15 bis 25 Prozent Körnerleguminosen und damit einem Rohproteingehalt von mindestens 12 bis 13 Prozent.

Über das Kälberkraftfutter sollte auch eine Mineralstoffergänzung (gegebenenfalls vitaminiert, spurenelementreich) zur Verfügung stehen. Die Gentechnikfreiheit ist gegenüber der Kontrollstelle abzusichern. 

Letzte Aktualisierung 19.12.2018

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