Grünlandbestand und Weidepflege

Ökomutterkuhhaltung: Grünlandbestand und Weidepflege

Ziel aller Weidepflegemaßnahmen ist ein leistungsfähiger Dauergrünlandbestand. Zielmarken sind ein Gräseranteil von 50 bis 60 Prozent (25 bis 35 Prozent Untergräser und 15 bis 25 Prozent Obergräser), ein Leguminosenanteil von zehn bis 30 Prozent (Weißklee, Wiesenrotklee, Hornklee, Wicken u. a.) und ein Anteil an Kräutern von zehn bis 30 Prozent (keine Problemunkräuter). So können hohe Erträge bei guter Qualität und gute Konservierungseigenschaften sowie ein Gleichgewicht aus Artenvielfalt und Produktivität erreicht werden. Damit fördert die ökologische Mutterkuhhaltung gegenseitige Akzeptanz und ein positives Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Sinne einer gepflegten, vielfältigen, artenreichen Natur- und Kulturlandschaft.

"Minimalprogramm" zur Weidepflege:

  • Abschleppen im Frühjahr (Narbenverfilzungen öffnen, Maulwurfshaufen einebnen)
  • Laufende Weidekontrollen auf Ampfer (im Bedarfsfall Ampfereinzelpflanzen ausstechen oder die Ampfersamenständer vor Ausfall entfernen)
  • Nachmähen oder Mulchen im Herbst (frühzeitig, Stoppelhöhe von acht Zentimetern einhalten)

Dieses Minimalprogramm sollte unbedingt nach strengen Wintern, trockenen Sommern, zu später Nutzung oder bei unausgeglichener Düngung, spätestens aber bei erkennbaren Narbenschäden (beispielsweise offene Narbe, Kräuteranteil über 35 Prozent, Gräseranteil unter 35 Prozent, reduzierter Futterertrag und verminderte Futterqualität, Problemunkräuter) angewendet werden.

Wichtige Aspekte zur Förderung eines Dauergrünlandbestandes:

  • Düngung überprüfen: gleichmäßige Versorgung auch von Weideflächen mit Kalk und Kali, regelmäßige Bodenproben
  • Aussamen von Kräutern und Unkräutern verhindern (rechtzeitige Nutzung, im Zweifelsfall Schnittnutzung in Betracht ziehen, Schröpfschnitt)
  • Bestandsdichte fördern (Übersaat oder Nachsaat mit Saatgutmischung je nach Wirtschaftsgebiet im Frühjahr oder Spätsommer mit acht bis 15 Kilogramm pro Hektar)
  • Erhöhte Schnittfrequenz zur Einzelpflanzenbekämpfung (Speicherorgane, Samenträger und Blattmasse konsequent einkürzen)

Letzte Aktualisierung 12.12.2018

Nach oben
Nach oben