Herdenmanagement

Herdenmanagement

Eine sorgfältige Tierbetreuung und ein systematisches Management der Mutterkuhherde ist auch im Ökobetrieb der Schlüssel zur erfolgreichen Fleischrinderhaltung. Der guten Eignung des Produktionsverfahrens Mutterkuhhaltung für das System ökologische Landwirtschaft steht eine hohe Kapitalbindung und großer Flächenbedarf bei relativ niedriger Verzinsung entgegen.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit für ein effektives Management und einen sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen. Um die Potenziale der Fleischrinderhaltung optimal zu erschließen und eine Vergleichsbasis für das Betriebsergebnis zu erhalten, ist es empfehlenswert, sich klare und möglichst messbare Ziele zu setzen. 

Ziele für die Mutterkuhhaltung - Vorschläge:

  • Die Zahl der in einem Jahr abgesetzten Kälber soll mindestens 95 Prozent der gehaltenen Kühe und Kalbinnen im zuchtreifen Alter entsprechen.
  • Die täglichen Zunahmen sollen möglichst hoch sein und entsprechend der vorhandenen Futtergrundlage 800 bis 1000 Gramm erreichen.
  • Das genetische Potenzial der Herde entspricht bezüglich Leichtkalbigkeit, Wachstumsvermögen und Schlachtkörperqualität den Anforderungen an eine problemlose und produktive Mutterkuhhaltung.

Produktionszyklus der Mutterkühe 

Gemäß dieser Ziele folgt der Mutterkuhbetrieb einem Fahrplan für die Herdenbetreuung, der auf dem Produktionszyklus der Mutterkühe basiert. Um ein aufgezogenes Kalb je Mutterkuh und Jahr als Ertrag zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Eine ganzjährige (asaisonale) Abkalbung ist aus Vermarktungssicht optimal, weil dann das ganze Jahr über Schlachttiere aus der Mutterkuhhaltung anfallen. Diese Produktionsform birgt allerdings auch Nachteile. Beim Natursprung sind Frühbelegungen von weiblichen Jungrindern kaum zu vermeiden. Zudem sind eine optimale Ausnutzung der Stallkapazitäten und des Grünfutteraufwuchses schwieriger.

Die saisonale Abkalbung ist die für größere Betriebe gängige und am besten zu führende Methode. Die Mutterkühe kalben innerhalb eines zwei- bis dreimonatigen Zeitraumes ab. Eine gute Gruppeneinteilung, gezielte Überwachung der Kalbung und Kälbergesundheit sowie der Deckperiode sind die wesentlichen Vorteile dieses Verfahrens. 

  • Bei Winterkalbung wird knapper Stallraum bestmöglich genutzt. Die Jungtiere kommen im Alter von drei bis fünf Monaten mit den Kühen auf die Weiden und nutzen die Masse des energiereichen, jungen Frühjahrsaufwuchses bestmöglich aus und werden bei der Absetzerauktion im Herbst zum Weideabtrieb vermarktet. Nachteilig dabei sind die Preisauswirkungen dieser Angebotsspitze und die Notwendigkeit, Kühe zu selektieren, die nicht in dieser Abkalbeperiode kalben.
  • Bei ausreichendem Stall- und Futterangebot oder bei ganzjähriger Weidehaltung kann dieses Verfahren auch mit Frühjahrskalbung angelegt werden.

Mit einer Mischform beider Verfahren - also mehreren Abkalbeperioden - wird versucht, die saisonale Kalbung mit einer über das Jahr verteilten Vermarktung von Jungrindern zu kombinieren. Vor allem für Betriebe, die eine Herdentrennung praktizieren können, ist diese Variante eine Alternative. Die Abkalbezeiten werden dabei in der Regel auf drei Perioden konzentriert.

Da sich die Zeiträume und die erforderlichen Maßnahmen in diesem System zwangsläufig überlappen, besteht hier die Gefahr, dass sich Managementfehler einschleichen. Nur wenn die einzelnen Erzeugungsabschnitte wie Decken, Trächtigkeitsuntersuchung, Absetzen, Trockenstellen und Abkalben konsequent verfolgt und mittels Herdentrennung umgesetzt werden, ist dieses Kombinationsverfahren erfolgreich.

Um die notwendigen Maßnahmen in der Mutterkuhhaltung systematisch durchführen zu können, empfiehlt es sich nach einem Management-Kalender vorzugehen.

Der Hauptunterschied zwischen Frühjahrskalbung und anderen Kalbungsperioden liegt dabei im Fütterungsmanagement insbesondere der laktierenden Kühe im Winter, die dann ein gutes Futter benötigen.

Letzte Aktualisierung 12.12.2018

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