Weidesysteme

Weidesysteme in der ökologischen Mutterkuhhaltung

Maßgeblich für den Erfolg des Produktionsverfahrens "Mutterkuhhaltung" sind optimale Haltungsbedingungen für die Tiere. Weiterhin sind niedrige Fixkosten auch in der ökologischen Landwirtschaft ausschlaggebend für eine wirtschaftliche Mutterkuhhaltung. Die Haltung von Mutterkühen ohne Sommerweidegang wäre aus betriebs- und arbeitswirtschaftlicher Sicht sowie mit Blick auf die Tiergesundheit deshalb kaum sinnvoll.

Als Weidesysteme kommen in der ökologischen Mutterkuhhaltung vor allem die Standweidesysteme und die Umtriebsweide in Frage.

Extensive Standweide

  • Geeignet für Mutterkühe und Färsen
  • Ein bis drei Koppeln
  • Geringer Pflegeaufwand
  • Gravierende Futterverluste (20 bis 30 Prozent)
  • Uneinheitlicher Bestand
  • Ein im Vegetationsverlauf stark schwankendes Futterangebot.

Intensive Standweide (Kurzrasenweide)

  • wenige Koppeln
  • Besatz nach Wuchshöhe steuern
  • Weidebesatz nahezu durchgehend mit kurzen ein bis zwei Wochen andauernden Ruhezeiten
  • Düngung zu Vegetationsbeginn mit Gülle oder in der Vegetation nach einer Nutzung
  • Nur bei hohen Jahresniederschlagsmengen (> 800 mm) und guter Niederschlagsverteilung bei insgesamt guter Aufwuchsleistung auf guten Standorten sinnvoll.

Umtriebsweide

  • Weidefläche ist mittels fester Zäune in mehrere Koppeln mit einem Treibgang unterteilt
  • Tiere verbringen zwei bis acht Tage auf einer Koppel
  • Neue Koppel soll dann beweidet werden, wenn die Bestandshöhe 15 Zentimeter erreicht. Ist der Aufwuchs zwischen fünf und zehn Zentimeter hoch, soll die Koppel gewechselt werden.

Verschiedene Varianten der extensiven Standweide können ihre Vorteile hinsichtlich der Naturschutzziele bei ausreichendem Flächenangebot ausspielen. Sie sind das am häufigsten genutzte Weidesystem. Eine Kurzrasenweide (Intensive Standweide) kommt im ökologischen Landbau selbst bei reichlichem Niederschlagsangebot wegen der Notwendigkeit einer Zwischendüngung nur selten in Betracht. 

Empfehlung

In erfolgreichen Weidebetrieben hat sich daher neben der Umtriebsweide auch eine Zwischenlösung aus beiden Standweidesystemen bewährt. Der Tierbesatz auf der gesamten Standweide wird an den Futterbedarf der Tiere im Sommer angepasst. Die Futterspitze im Frühjahr wird durch Auszäunen und frühzeitiges Silieren von bis zu 30 Prozent der Standweide-Fläche korrigiert. Dadurch wird gleichzeitig ein Teil des Winterfutters geborgen und die Qualität des Weideaufwuchses ähnlich wie bei der Umtriebsweide bedarfsorientiert gesteuert. Das Weidesystem ist sowohl in frischen als auch in trockenen Lagen bei extensiver Nährstoffversorgung anwendbar.


Letzte Aktualisierung 19.12.2018

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