Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen für die ökologische Mutterkuhhaltung

Hier sind in Kürze die wesentlichen Regelungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau mit Relevanz für die Mutterkuhhaltung dargestellt.

Besatzdichte

Eine flächengebundene Tierhaltung mit bis zu maximal 2,5 Großvieheinheiten (GV) je Hektar ist einzuhalten. Der jährliche Nährstoffeintrag durch Wirtschaftsdünger ist auf maximal 170 Kilogramm Stickstoff je Hektar beschränkt.

Fütterung

Das Futter muss aus ökologischer Erzeugung stammen. Mindestens 60 Prozent der Tagesration (bezogen auf die Trockensubstanz) müssen Raufutter (frisch, getrocknet, siliert) sein. Der Einsatz von Antibiotika, Leistungs- bzw. Wachstumsförderern sowie synthetischen Aminosäuren ist verboten. Ebenso sind gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und deren Derivate in der Fütterung nicht erlaubt.

Haltung

Ausreichend Tageslicht, natürliche Belüftung und ungehinderter Zugang zu Fress- und Tränkeplätzen müssen für jedes Tier gewährleistet sein (Tier : Fressplatz-Verhältnis = 1:1). Der Liegebereich muss trocken und eingestreut sein. Die Stallfläche muss mindestens zu 50 Prozent planbefestigt sein und eine Trittsicherheit gewährleisten.

Übersicht des Flächenbedarfes je Tier
Tierart Stall (ohne Futtertisch)Auslauf
Mutterkuh6,0 m24,5 m2
Zuchtbulle10,0 m230,0 m2
Rinder < 100 kg LG1,5 m21,1 m2
Rinder < 200 kg LG2,5 m21,9 m2
Rinder < 350 kg LG4,0 m23,0 m2
Rinder > 350 kg LG

5,0 m2 mind. 1 m2/100 kg LG

3,7 m2 mind. 0,75 m2/100 kg LG 

Anbindehaltung ist nur mit Ausnahmegenehmigung für Kleinbestände möglich, wenn die Tiere während der Weidezeit Zugang zu Weideland und mindestens zweimal in der Woche Zugang zu Freigelände für jeweils mindestens eine Stunde während der Stallperiode haben.

Besamung und Enthornung

Die Künstliche Besamung ist zulässig, der Embryonentransfer ist verboten. Das systematische Enthornen der Kälber ist verboten. In Fällen, in denen der Unfallschutz dies erforderlich macht, kann eine Enthornung durchgeführt werden.

Weide und Freigelände

Auch männlichen Tieren über einem Jahr ist Weide- oder Freigeländezugang zu gewähren. Die Endmast ohne Auslauf im Stall darf maximal ein Fünftel der Lebenszeit bzw. maximal drei Monate betragen.

Tierzukauf

Der Tierzukauf muss von Ökobetrieben erfolgen. Nur wenn keine Ökotiere verfügbar sind, können unter bestimmten Voraussetzungen (zum Beispiel seltene Rassen, Bestandsaufbau) und mit Genehmigung durch die Kontrollstelle konventionell aufgezogene Tiere zugekauft werden. Beim Tierzukauf aus konventionellen Betrieben sind das zugelassene Höchstalter sowie die einzuhaltenden Umstellungsfristen vor der Vermarktung zu beachten. Nur Tiere, die drei Viertel ihrer Lebenszeit im ökologischen Betrieb gelebt haben, sind als Ökotiere vermarktbar. Für die Ökorindermast dürfen ausschließlich Jungtiere aus ökologischen Betrieben zugekauft werden. Ausnahmen werden nur zum Bestandsaufbau genehmigt.

Tiergesundheit

Behandlungen sind vorzugsweise mit natürlichen Medikamenten (pflanzliche Wirkstoffe, homöopathische Arzneimittel etc.) durchzuführen. Ein Einsatz herkömmlicher Arzneimittel im Rahmen einer tierärztlich angeordneten Therapie ist möglich. Diese sogenannten allopathischen Wirkstoffe (zum Beispiel Antibiotika oder Hormone) dürfen nicht vorbeugend oder systematisch angewendet werden. Von dieser Regelung sind Präparate zur Parasitenbehandlung ausgenommen.

Beim Einsatz von herkömmlichen Medikamenten gelten im ökologischen Landbau die doppelten gesetzlichen Wartezeiten, mindestens aber Wartezeiten von 48 Stunden. Bei Rindern dürfen lediglich zwei Behandlungsgänge pro Jahr mit herkömmlichen Arzneimitteln durchgeführt werden. Für die Reinigung und Desinfektion von Ställen und Einrichtungen sind nur bestimmte Mittel zugelassen.


Portaltipps

Ablauf der Umstellung: Mutterkuhhaltung und Dauergrünland Regeln für die Umstellung in der Tierhaltung

 

Letzte Aktualisierung 19.12.2018

Leitfaden Tierwohl

Leitfaden der Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland zur Beurteilung des Wohles der Tiere im landwirtschaftlichen Betrieb, Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland

Nach oben