Milchschafhaltung

Ökologische Milchschafhaltung

Die Milchschafhaltung in Deutschland ist eine noch kleinere Nische als die Milchziegenhaltung. Gerade einmal 8.500 Milchschafe werden hierzulande gehalten, in 97 Betrieben (Stand 2014). 67 Prozent der Milchschafbetriebe wirtschaften ökologisch und der weitaus überwiegend Teil davon ist Mitglied in einem Anbauverband. Die durchschnittliche Milchleistung der ökologischen Betriebe liegt bei 280 Liter pro Jahr. Abliefernde Ökobetriebe haben im Schnitt eine Bestandsgröße von etwa 143 Tiere, bei den Öko-Selbstverarbeitern sind es 86 Tieren pro Betrieb. Reine Milchablieferung ist bei den Schafmilcherzeugern aufgrund noch fehlender Großabnehmerstrukturen eher die Ausnahme. Mehr als drei Viertel der Betriebe verarbeitet und vermarktet daher in Eigenregie.

Die meisten Milchschafbetriebe sind in Niedersachsen zu finden, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Bezogen auf die Tierzahl liegt jedoch Bayern vorn, etwa gleichauf mit Baden-Württemberg.

Nachfrage nach ökologischen Schafmilchprodukten nimmt zu

Ökologisch erzeugte Schafmilch wird in Deutschland vor allem zu Käse und Joghurt verarbeitet. Schafkäse gibt es in verschiedenen Varianten: Vom Frisch- bis zum Hartkäse lassen sich aus Schafmilch schmackhafte Produkte herstellen.

Die ökologische Schafkäseherstellung ist zwar hierzulande jedoch ein Nischenmarkt, der Verzehr von Schafkäse hat in den vergangenen Jahren allerdings deutlich zugenommen. Allerdings konkurrieren die hiesigen Schafkäseerzeuger mit denen aus Italien, Griechenland, Frankreich oder Spanien, die den Markt dominieren und deren Schafmilchprodukte einen sehr guten Ruf genießen.

Dennoch beweisen einige ökologisch wirtschaftende Milchschafhalter in Deutschland, dass man in diesem Spezialitätenmarkt mit wirtschaftlichem Erfolg bestehen kann. Voraussetzung ist, dass man einen Kundenstamm aufbaut, der die besondere Qualität dieser regionalen Produkte wertschätzt.

Haltung

Milchschafe erhalten von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober Weidegang. Dies ist tiergerecht und fördert die Gesundheit. Die Winterhaltung der Milchschafe erfolgt aufgrund einer höheren Leistung in der Regel im Warmstall, gewöhnlich im Tieflaufstall. Eine Haltung auf vollständig perforierten Böden ist nicht erlaubt.
Wird den Tieren genügend Platz sowie ein trockenes und zugluftfreies Stallklima mit genügend frischer, staubarmer Luft geboten, ist die Stalltemperatur eher nebensächlich. Den jungen Lämmern bietet man in kleinräumigen, wärmeisolierten Schutzzonen mit Infrarotlampen die notwendige Wärme. Lammenden Tieren, vor allem Mehrlingsmüttern, sollten für einige Tage Einzelstallplätze angeboten werden.

Fütterung

Die Schafe erhalten ökologisches Futter. Als Wiederkäuer muss das Milchschaf mindestens 60 Prozent der Futtertrockenmasse als Raufutter erhalten. Das Futter muss überwiegend aus eigenem Anbau oder aus Futterkooperationen mit anderen Ökobetrieben stammen. Von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober erhalten Milchschafe in der Regel Weidegang.

Rassenwahl

In Deutschland wird insbesondere das Ostfriesische Milchschaf eingesetzt. Die etwa 80 Kilogramm schweren "Ostfriesen" haben laut Rassebeschreibung eine Jahresmilchleistung von 400 bis 500 Kilogramm. Erfahrungsgemäß liegt diese auf Ökomelkbetrieben niedriger, etwa bei 300 Kilogramm pro Jahr. Der Fettgehalt der Milch liegt bei etwa fünf bis sechs Prozent, der Eiweißgehalt bei vier bis fünf Prozent.

Das Ostfriesische Milchschaf zeichnet sich durch Frühreife und hohe Fruchtbarkeit aus. Es ist saisonal in der Brunst. Den ersten Nachwuchs haben die Tiere bereits im Alter von etwa zwölf Monaten. Mehrlingsgeburten sind die Regel. Das Milchschaf ist sehr frohwüchsig und eignet sich hervorragend auch für kleine Herden.


Letzte Aktualisierung 23.05.2018

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