Grundlagen

Grundlagen der ökologischen Schweinefütterung

Alle im ökologischen Landbau verwendeten Futtermittel müssen laut den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau frei von genetisch veränderten Organismen (GVO) und deren Derivaten sein. Leistungs- und Wachstumsförderer sind in der ökologischen Schweinefütterung nicht erlaubt. 

Nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau darf der Anteil konventioneller Futtermittelkomponenten (zulässige konventionelle Futtermittel sind in Positivlisten aufgeführt) folgende Mengen nicht überschreiten:

  • fünf Prozent für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2018
  • null Prozent ab dem 1. Januar 2019

Alle Angaben beziehen sich auf die jährlich verfütterte Trockenmasse. Der zulässige Höchstanteil von konventionellen Futtermitteln an der Tagesration beträgt 25 Prozent der Trockenmasse. Auch vor Ablauf dieser Übergangsfrist müssen die Schweinehalter zunehmend auf ökologisch erzeugte Futtermittel zurückgreifen, sofern diese verfügbar sind, da ihr Einsatz grundsätzlich Vorrang hat.

Unbedingt zu beachten:
Bevor hofeigene Mischungen erstellt werden, sollten unbedingt die Einzelfuttermittel auf Inhaltsstoffe untersucht werden, da die Inhaltsstoffe zwischen den Jahren, Standorten und Sorten schwanken .

Rationsgestaltung

In der praktischen Schweinefütterung ist bei der Energielieferung das Getreide von großer Bedeutung. Die Eiweißversorgung ist mit einheimischen Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen möglich, aber für die Fütterung von Ferkeln und säugenden Sauen suboptimal. Der Grund dafür ist, dass die essentiellen Aminosäuren in diesen Komponenten nicht in den erforderlichen Anteilen vorhanden sind und zum Teil Geschmacksbeeinträchtigungen vorhanden sind (Lupine, Ackerbohne). Eine notwendige Ergänzung mit synthetischen Aminosäuren ist nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau jedoch nicht zulässig. Ebenfalls dürfen keine Extraktionsschrote verwendet werden. Der Eiweiß- und Aminosäureausgleich ist durch Futtermittel wie getoastete Sojabohnen, Sonnenblumen-, Raps- und Sojaexpeller, Bierhefe, Magermilch- oder Molkepulver, Kartoffeleiweiß generell möglich. Für die Produktion nach Verbandsstandard gibt es hierfür weitergehende Einschränkungen bezüglich der konventionellen Futterelemente, die zu beachten sind. 

Futtermittel aus der Umstellungsernte dürfen bis zu 30 Prozent in der Ration enthalten sein. Wenn die Umstellungsware vom eigenen Betrieb stammt, dürfen bis zu 100 Prozent der Ration aus Umstellungsware bestehen.

Raufutter ist nach den EU- Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau den Schweinen grundsätzlich zur Verfügung zu stellen. Es sollte möglichst in Form von Heu, Silage und Grünfutter vorgelegt werden, weniger über Stroh. Luzernesilage kann eine interessante Raufutterkomponente sein, da sie gleichzeitig hochwertiges Eiweiß liefert.

Sämtliche Kraftfuttermittel, ob Getreide oder Leguminosen müssen trocken geerntet oder getrocknet werden, um einem Pilzbefall vorzubeugen. Schweine reagieren sehr empfindlich auf verpilzte Futtermittel und deren Toxine. Zudem darf nur einwandfreies, trockenes und unverpilztes Stroh eingesetzt werden. Das Stroh sollte unterdach gelagert werden, um es vor Regen zu schützen. 

Letzte Aktualisierung 17.11.2020

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