Homöopathie bei Schweinen

Homöopathie bei Schweinen

Homöopathie ist kein Allheilmittel. Managementfehler lassen sich beispielsweise mit homöopathischen Arzneimitteln nicht bekämpfen - diese müssen zuerst erkannt und abgestellt werden. Auch wird man nicht immer auf Impfungen verzichten können, wobei die Gefahr von Nebenwirkungen (Impferkrankungen) sehr gering ist. Hier gilt es, eine Risiko-Nutzen-Abschätzung vorzunehmen.

Insbesondere die Parasitenbekämpfung ist allein mit Homöopathika nicht möglich. Sicherlich können homöopathische Arzneimittel unterstützend eingesetzt werden, es wird aber der Einsatz von Antiparasitika weiterhin nötig sein und ist dringend zu empfehlen.

Die Einsatzmöglichkeiten der Homöopathie in der Behandlung von Schweinekrankheiten sind sehr umfassend. Der Erfolg der Homöopathie ist abhängig von Erfahrung und Wissen des Therapeuten sowie vom Management.

Gesetzliche Regelungen zum Einsatz homöopathischer Arzneimittel

Bei der homöopathischen Behandlung lebensmittelliefernder Tiere muss die rechtliche Situation beachtet werden:

  • Zugelassene Einzel- und Komplexpräparate, für die ein Anwendungsgebiet und die Dosierungsanleitung aufgeführt sind, dürfen auch ohne Tierarzt eingesetzt werden, wenn die Angaben zu Tierart, Anwendungsgebiet und Dosierungsanleitung erfüllt werden.
  • Registrierte Einzel- und Komplexpräparate ohne Nennung von Anwendungsgebieten und Dosierungsanleitungen dürfen nur im Rahmen einer tierärztlichen Behandlung eingesetzt werden (Umwidmung). Unterhalb der Potenz D6 ist eine Umwidmung nicht zulässig.
  • Stoffe, die auch in geringsten Konzentrationen schädliche Wirkungen haben können (derzeit nur Anstolochia) sind gänzlich für die Behandlung ausgeschlossen.

Homöopathika kurz vorgestellt

Nachfolgend werden einige Homöopathika vorgestellt, die bei der Behandlung des MMA-Komplexes eine Rolle spielen.

Caulophyllum (Frauenwurz)

Caulophyllum, die Frauenwurz, wird bei fehlenden, schwachen oder falschen Wehen sowie regidem Muttermund eingesetzt. Caulophyllum ist ein sehr zuverlässiges Mittel, um den Geburtsvorgang zu beschleunigen.

Pulsatilla (Küchenschelle)

Pulsatilla kann zur Erweiterung des weichen Geburtsweges und bei Milchmangel eingesetzt werden. Das Mittel sollte einige Tage vor der Geburt gegeben werden. Pulsatilla ist eine bewährte Arznei für die Geburtsvorbereitung, bei Wehenschwäche, Krampfwehen, Lochien, Milchfieber und Milchmangel und für den Milchfluss.

Sabina (Sadebaum)

Sabina hat eine hohe Affinität zu den weiblichen Geschlechtsorganen und kann bei Uteruserschlaffung eingesetzt werden. In Kombination mit Caulophyllum wirkt es gegen verschiedene Uteruserkrankungen und auch bei drohendem Abort.

Sabal serrulata (Sägepalme)

Sabal ser. ist ein sehr wichtiges Anfangsmittel für Milchtiere und hat seine höchste Wirksamkeit vor der Geburt. Es wirkt einer Unterentwicklung der Milchdrüse entgegen.

Secale cornutum (Mutterkorn)

Secale corn. ist in der Lage, die Wehen zu stärken und Muttermundkrämpfe zu verhindern.

Lachesis muta (Buschmeisterschlange)

Lachesis ist in der Schweinehaltung eines der wichtigsten Arzneimittel in Bezug auf Entzündungen wie Gesäugeentzündung (Mastitis), Gebärmutterentzündung (Metritis) und so weiter. Weiterhin hat es eine große Affinität zum Kreislaufsystem, was besonders zum Zeitpunkt der Geburt wichtig ist.

Echinacea ang. (Kegelblume)

Echinacea hebt die Abwehrkräfte des Organismus, besonders in Situationen, in denen der Körper septischen und infektiösen Prozessen ausgesetzt ist.

Sepia (Tintenfisch)

Das Wirkungsspektrum von Sepia  erstreckt sich hauptsächlich auf das Abdomen und die Geschlechtsorgane. Bei der Behandlung von Erkrankungen wie zum Beispiel Metritis, Nachgeburtsverhaltung oder Gebärmuttervorfall ist Sepia ein zuverlässiges Arzneimittel, wobei die Atonie und Erschlaffung des Uterus Leitsymptome sind.

Pyrogenium (Nosode aus faulendem Fleisch)

Diese Nosode ist ebenfalls ein sehr wichtiges Arzneimittel in der Tiermedizin und hat als Indikationen zum Beispiel hohes Fieber, Mastitis, Sepsis oder stinkender Ausfluss.

Aconitum (Eisenhut)

Aconitum ist eines der wirksamsten Arzneimittel in der Schweinehaltung, sofern es sich um akute Erkrankungen im frühen Stadium handelt. Akuter, plötzlicher und heftiger Krankheitsbeginn mit Fieber indiziert dieses Mittel.

Letzte Aktualisierung 08.06.2018

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