Krankheitsvorsorge und Behandlung

Krankheitsvorsorge und Behandlung

Die Krankheitsvorsorge in der ökologischen Tierhaltung beruht vor allem auf vorbeugenden Maßnahmen: tiergerechte Haltungs- und Fütterungsverfahren, fachgerechte Hygiene, Zucht auf konstitutionsstarke Tiere sowie den Verzicht auf Maximalleistungen. 

Ein präventiver Einsatz chemisch-synthetischer allopathischer Medikamente ist verboten. Diese Mittel dürfen nach Maßgabe des Tierarztes eingesetzt werden, wenn zur Vermeidung von Leiden und Qualen eines Tieres eine Behandlung erforderlich ist. Wachstums- und Leistungsförderer (auch Antibiotika) sowie hormonelle Präparate sind verboten. Eine Brunstsynchronisation oder eine Geburtseinleitung bei hochtragenden Sauen ist ebenfalls verboten. 

Bei der Behandlung sollen pflanzliche und homöopathische Präparate soweit möglich den Vorzug haben. Pro Tier und Jahr sind maximal drei allopathische Behandlungen erlaubt, wenn das Tier oder seine Produkte als Bioerzeugnisse vermarktet werden sollen. 

Bei Tieren mit einer Lebenszeit unter einem Jahr, wie bei Mastschweinen, ist nur eine Behandlung dieser Art erlaubt. Im Falle einer Behandlung mit chemisch-synthetischen allopathischen Mitteln ist die doppelte gesetzliche Wartezeit einzuhalten, mindestens aber eine Wartezeit von 48 Stunden . 

Die Parasitenbekämpfung ist nach Befund über Kot- oder Hautproben mit den üblichen chemisch-synthetischen Mitteln erlaubt. Diese zählt nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau nicht als Behandlung. 

Da Mastschweine in der Regel weniger als ein Jahr alt werden, ist maximal nur eine konventionelle Behandlung (mit allopathischen Mitteln) einschließlich der Ferkelaufzuchtsphase möglich. Da die Ferkelerzeugung und die Mast unterschiedliche Betriebszweige sind und meist auch auf unterschiedlichen Betrieben erfolgen, muss der Ferkelerzeuger dem Mäster über die tatsächlich erfolgte Behandlung eine Mitteilung machen. Nur so kann verhindert werden, dass der Mäster bei einer notwendigen Behandlung  nicht Gefahr läuft, von der Kontrollstelle eine Aberkennung des Ökoschweins zu erhalten.

Letzte Aktualisierung 07.06.2018

Betriebsentwicklung für mehr Tierwohl

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Titelbild des Leitfaden Tierwohl, Bild: Naturland, Bioland, Demeter

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Beurteilung des Wohles der Tiere in der Landwirtschaft - Bioland, Demeter, Naturland

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