Landwirtschaft


Schweinemast

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Foto: Thomas Stephan, BLE

Die Schweinehaltung spielte im ökologischen Landbau lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Kunden ökologischer Nahrungsmittel zeigten in der Vergangenheit eher Präferenzen für das Fleisch anderer Tierarten und kritisierten außerdem die "Nahrungskonkurrenz" der Schweinehaltung zum Menschen. 

Ab 2001 stieg - unter anderem bedingt durch die BSE-Krise und Lebensmittelskandale im Fleischsektor - die Nachfrage und damit die Erzeugung von Ökoschweinefleisch deutlich an. Zusätzlich profilierten sich verschiedene Lebensmitteleinzelhandelsketten mit dem Aufbau eines Biofleischsortiments. 

Haltung

Das Schwein ist nach seiner Herkunft ein waldbewohnendes, familiäres Gruppentier, das als Allesfresser ein vielfältiges Nahrungsangebot schätzt. Es zeigt ein lebhaftes Erkundungsverhalten bei seiner Nahrungssuche, suhlt und scheuert sich gerne ausgiebig.

Abgestimmt auf diese Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten werden die Stallsysteme für Schweine in der ökologischen Landwirtschaft geplant. Familienstall, Offenfrontstall, Pig Port, Tiefstreustall, und Hüttenhaltung tragen den Bedürfnissen der Tiere Rechnung, indem sie verschiedene Funktionsbereiche für Fressen, Laufen, Liegen und Koten bereitstellen. Mit Hilfe der landwirtschaftlichen Bauberatung lassen sich häufig auch konventionell angelegte Ställe tiergerecht umbauen.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Bioschweinehaltung.

Einen tiergerechten und damit schonenden Umgang führen ökologisch wirtschaftende Betriebe auch bei Transport und Schlachtung fort: Elektro-Viehtreiber sind verboten. 

Fütterung

Wirtschaftseigenes Grundfutter wie Maissilage, Ganzpflanzensilage und Grünfutter sind in Ökobetrieben als Beifutter auch für Schweine vorgeschrieben. Außerdem kommen Getreide, Körnerleguminosen, Kartoffeln, Rüben und Magermilchpulver in der Ration zum Einsatz. Aber auch Nebenprodukte der Nahrungsmittelverarbeitung aus der pflanzlichen Produktion wie Ölpresskuchen, sind geeignet, sofern damit eine ausgewogene Ration zusammengestellt werden kann. Der maximal zugelassene Anteil konventionell erzeugter Futtermittel an der jährlichen Futteraufnahme (bezogen auf die Trockenmasse) wird schrittweise reduziert: bis Ende 2018 sind noch fünf Prozent erlaubt. Alle verwendeten Futtermittel müssen auf der Futtermittel-Positivliste der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau stehen. 

Hier finden Sie mehr Informationen zur Fütterung.

Ferkelherkunft und Rassenwahl

Mastschweine-Betriebe müssen ihre Ferkel von ökologischen Sauen-Betrieben zukaufen.

Robuste, stresstolerante Rassen, die eine gute Futterverwertung, eine hohe Fleischqualität und gute Tageszunahmen aufweisen, werden eingesetzt. Ausgesprochene Robustrassen wie die Duroc-Rasse oder das Schwäbisch-Hällische-Schwein können als Kreuzungspartner in Gebrauchskreuzungen mit dem Deutschen Edel- oder Landschwein günstige Eigenschaften einbringen. Wegen der bei Robustrassen stärker ausgeprägten Neigung zur Verfettung sollten die Rasseanteile aber nicht zu hoch sein.

Letzte Aktualisierung: 19.10.2018