Landwirtschaft


Vergleich der verschiedenen Öko-Anbauverbände

Landwirtin im Weizenfeld. Foto: sasapanchenko / iStock / Getty Images Plus via Getty Images
Bei der Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise gibt es für die Betriebe vieles zu beachten. Foto: sasapanchenko / iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland denken darüber nach, auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen. Wer sich für eine Umstellung entscheidet, steht vor einer Reihe von Fragen, die es zu beantworten gilt. Eine davon ist: Soll der Betrieb allein nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, also nach gesetzlichem Standard, bewirtschaftet werden oder geht man noch einen Schritt weiter und schließt sich einem ökologischen Anbauverband an?

Die Richtlinien der Verbände sind zum Teil strenger als die Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften. Darüber hinaus entstehen durch die Mitgliedschaft zusätzliche Kosten. Andererseits kann eine Mitgliedschaft aber Vorteile bieten, zum Besipiel bei der Vermarktung und Preisgestaltung. Zudem ermöglicht sie einen intensiveren Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Die Entscheidung, Anbauverband oder nicht, muss allerdings nicht gleich von Anfang an getroffen werden. Die Möglichkeit, sich einem Anbauverband anzuschließen, besteht auch zu einem späteren Zeitpunkt noch.

Unterschiedliche Anforderungen der Anbauverbände

Wer sich für die Option "Anbauverband" entscheidet, muss noch die Frage klären: Welcher Verband soll es sein? Denn in Deutschland gibt es neun Anbauverbände. Und die unterscheiden sich nicht allein in Mitgliederzahl und Flächengröße voneinander. Sondern auch darin, in welchen Produktionsbereichen sie aktiv sind. Ecovin zum Beispiel kümmert sich allein um den ökologischen Weinbau in Deutschland. Die meisten Verbände decken in der Regel aber die gängigen Bereiche Pflanzenbau und Tierhaltung (samt Imkerei) ab. Im Bereich Aquakultur bzw. Teichwirtschaft wird es mit der Auswahlmöglichkeit dann schon dünner. Den Bereich Waldwirtschaft regeln nur noch Naturland und Biokreis und um die Belange des nachhaltigen Fischfangs in öffentlichen Gewässern kümmert sich allein Naturland.

Die Verbände unterscheiden sich zum Teil auch in ihren Anschauungen von ökologischer Landwirtschaft. Der Demeter-Verband beispielsweise erwartet von seinen Mitgliedsbetrieben, dass diese nach biologisch-dynamischen Grundsätzen wirtschaften, die auf anthroposophische Ansätze von Rudolf Steiner aus dem Jahr 1924 zurückgehen. Häufiger geht es aber um Details: Unterschiedliche Ansichten zwischen den Verbänden gibt es zum Beispiel beim Einsatz von Biogut-Komposten. Und auch in Sachen Biodiversität gibt es Unterschiede: Demeter und Ecovin haben als bisher einzige Verbände in Deutschland verbindliche Anforderungen zur biologischen Vielfalt in den Richtlinien verankert. Bioland arbeitet diesbezüglich gerade an einer Richtlinienänderung. Biopark bietet im Rahmen des Projekts "Landwirtschaft für Artenvielfalt" ein freiwilliges Zertifizierungsprogramm an.

Die folgenden Steckbriefe sollen Licht ins Dunkel des Verbände-Dschungels bringen und dabei helfen, den Verband zu finden, der am besten zum jeweiligen Betrieb passt. Dabei werden die wichtigsten Unterschiede (vorläufig nur im Bereich Pflanzenbau) zwischen den Verbänden und den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau aufgezeigt.

Vergleich: EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und Richtlinien der ökologischen Anbauverbände (PDF-Dokument)