Biokreis

Biokreis

Kontaktdaten

Biokreis Geschäftsstelle Passau

Stelzlhof 1, 94034 Passau
Telefon: +49 (0)851 75 650-0

E-Mail: info@biokreis.de
Internet: www.biokreis.de

Gründung

1979

Anzahl Mitglieder

1.285 Biokreis-Betriebe bewirtschaften 64.098 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (Stand 1.1.2019, Quelle BÖLW). Hinzu kommen 200 Verarbeiterinnen und Verarbeiter und 200 Verbraucherinnen und Verbraucher, die Mitglied im Verband sind.

Beiträge und Kosten

Jeder landwirtschaftliche Betrieb ist sowohl Mitglied im Bundesverband Biokreis e. V. als auch im Landesverband (Erzeugerring). Für beide werden Mitgliedsbeiträge fällig. Bei Biokreis wird neben einer einmaligen Aufnahmegebühr von 80 Euro ein jährlicher Mitgliedsbeitrag je Fläche (7 Euro / Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, 1,50 Euro / Hektar Wald) fällig. Imkerinnen und Imker zahlen einen Euro je Bienenvolk, ab dem 26. Volk. Der Höchstbetrag pro Betrieb liegt bei 6.500 Euro (500 Euro für Imker). Beiträge pro Tier gibt es nicht.

Bei den Erzeugerringen liegt der Mitgliedsbeitrag pro Jahr zwischen 60 und 95 Euro. Dazu kommen Gebühren für Beratungsgrundleistungen, die je nach Betriebsart, Region und Betriebsgröße unterschiedlich ausfallen.

Besonderheiten

Biokreis ist aus einer Verbraucherinitiative im niederbayerischen Passau hervorgegangen. Zielsetzung des Verbandes ist es, eine bäuerliche Landwirtschaft auf Basis des ökologischen Landbaus sowie vertrauensvolle und verbindliche Marktpartnerschaft in der Region zu fördern. Die Biokreis-Landwirtinnen und Landwirte sowie -Verarbeiterinnen und -Verarbeiter arbeiten in überschaubaren Regionen zusammen. Die meisten Mitglieder leben und arbeiten in Bayern, Nordrhein-Westfalen und in der Mitte Deutschlands. Biokreis hat ein eigenes Beraterteam.

Biokreis hat als erster Verband in Deutschland Richtlinien für Hotel / Gastronomie, Tiernahrung und Bioleder initiiert. Für Verarbeiterinnen und Verarbeiter, Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter und Imkerinnen und Imker bietet Biokreis zusätzlich eine Anerkennung nach "regional und fair"-Richtlinien. Dafür müssen die Betriebe eine regionale Zusammenarbeit mit Ökolandwirtinnen und -landwirten und den fairen Umgang mit Lieferanten nachweisen.

Folgende Erzeugerbereiche werden durch die Biokreis-Richtlinien geregelt: Land-, Garten- und Weinbau, Imkerei, Damm- und Rotwild, Teich-, Waldwirtschaft.

Biokreis-Richtlinien zum Pflanzenbau, die über die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinausgehen

Umstellung

Keine Teilumstellung erlaubt, alle Betriebszweige müssen ökologisch bewirtschaftet werden. Eine schrittweise Umstellung ist im Einzelfall und nur nach Absprache möglich. Es gilt das Prinzip der Bewirtschaftereinheit, das heißt ein und dieselbe Betriebsleitung darf in derselben Region nicht gleichzeitig einen konventionellen und einen ökologisch bewirtschafteten Betrieb führen.

Fruchtfolge

Ein Mindestanteil von 20 Prozent der Ackerfläche unter Hauptfruchtleguminosen (zum Beispiel Ackerbohnen, einjähriges Kleegras et cetera) ist im Mittel von fünf Jahren verpflichtend. Die Fruchtfolgestellung von Konsumweizen nach Körnermais erhöht das Risiko der Toxinbelastung von Weizen durch den Fusarienbefall und ist daher unzulässig.

Biogas

In Biogasanlagen von Biokreis-Betrieben darf maximal 50 Prozent konventionelles pflanzliches Substrat eingesetzt werden. Gärreste aus Biogasanlagen von Biokreis-Betrieben sind als Düngemittel zugelassen.

Höhe der Stickstoffdüngung

Maximal 112 Kilogramm Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr zulässig, möglichst organische Dünger vom eigenen Betrieb.

Zukauf von Stickstoffdüngern

Maximal 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr in Form von betriebsfremden organischen Düngern zulässig.
Komposte aus Haushaltsabfällen (Biotonne) müssen den strengeren Vorgaben von Biokreis entsprechen.

Verboten sind:
  • Gülle, Jauche und Geflügelmist aus konventioneller Tierhaltung sowie Gärreste aus rein konventionellen Biogasanlagen,
  • Blut-, Fleisch- und Knochenmehle,
  • Guano.

Saatgut

Die Verwendung von CMS-Hybriden ist verboten.

Kupfereinsatz

Kupfer darf bis zu einer Menge von drei Kilogramm pro Hektar und Jahr eingesetzt werden (in Hopfen bis vier Kilogramm pro Hektar und Jahr).

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Es dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die auf einer Positivliste aufgeführt sind.

Vermarktung

Die von Biokreis anerkannten Betriebe sind dazu verpflichtet, das Biokreis-Warenzeichen zu nutzen, sie sind aber in der Wahl der Handelspartner und in der Preisgestaltung frei. Der Verkauf von Erzeugnissen unter dem Biokreis-Warenzeichen setzt die Einhaltung der Umstellungsfristen, die Mitgliedschaft im Verband, einen gültigen Erzeugervertrag und einen gültigen Anerkennungsbescheid voraus. Eine Biokreis-Vermarktungsgesellschaft gibt es nicht.

Kontrollen

Mindestens einmal pro Jahr nach EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und nach Verbandsrichtlinien durch eine unabhängige Kontrollstelle. Zusätzliche Stichprobenkontrollen möglich. Auf allen tierhaltenden Betrieben findet einmal jährlich eine verbindliche Tierwohlkontrolle statt.

Letzte Aktualisierung 23.08.2019

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