Demeter

Demeter

Kontaktdaten

Demeter e.V.

Brandschneise 1, 64295 Darmstadt
Tel: +49 (0)6155-8469-0

E-Mail: info@demeter.de
Internet: www.demeter.de

Gründung

1924

Anzahl Mitglieder

In Deutschland wirtschaften etwa 1.600 Demeter-Betriebe auf 84.995 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (Stand 1.1.2019, Quelle BÖLW). Hinzu kommen etwa 330 Demeter-Herstellerinnen ud -Hersteller und -Verarbeiterinnen und -Verarbeiter sowie Vertragspartnerinnen und Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel. Unter dem Dach von Demeter International haben sich Demeter-Landwirtinnen und Landwirte zu einer weltweiten Gemeinschaft zusammengeschlossen. So steht Demeter International für circa 5.300 Erzeuger mit über 190.000 Hektar Anbaufläche in über 60 Ländern.

Beiträge und Kosten

Für die Anerkennung als Demeter-Betrieb ist die Mitgliedschaft in einer regionalen Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) obligatorisch. Die Beiträge werden auf Grundlage von Beschlüssen der jeweiligen LAG berechnet. Da hier verschiedene Faktoren einfließen, variiert die Beitragshöhe je nach Betrieb sehr stark. Zusätzlich muss mit der Bundesorganisation Demeter e.V. ein Markenzeichennutzungsvertrag abgeschlossen werden. Umstellungsinteressierte erhalten bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch Auskunft über die genaue Höhe der Beiträge.

Besonderheiten

Demeter ist als internationale Biomarke auf allen Kontinenten vertreten. Schon seit 1924 bewirtschaften Demeter-Landwirtinnen und -landwirte ihre Felder biologisch-dynamisch. Damit ist Demeter der älteste Bioverband in Deutschland. Aufgrund der lebendigen Kreislaufwirtschaft gilt die Demeter-Landwirtschaft als eine sehr nachhaltige Form der Landbewirtschaftung. Demeter-Mitglieder arbeiten nach Richtlinien, die auf den "Landwirtschaftlichen Kurs" von Dr. Rudolf Steiner aus dem Jahr 1924 zurückgehen. Steiner gilt als Begründer der Anthroposophie und hat auch die Waldorfpädagogik und die anthroposophische Heilweise initiiert.

Demeter hat verpflichtende Vorgaben zur Biodiversität in den Richtlinien verankert. Der Verband ist seit vielen Jahrzehnten auch schon mit eigenen Institutionen in der Ökolandbau-Forschung aktiv. Ein eigenes Beraterteam bietet ein umfangreiches Beratungsangebot.

Folgende Erzeugerbereiche werden durch die Demeter-Richtlinien geregelt: Land-, Garten- und Weinbau, Imkerei.

Demeter-Richtlinien zum Pflanzenbau, die über die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinausgehen

Umstellung

Keine Teilumstellung erlaubt, alle Betriebszweige müssen biologisch-dynamisch bewirtschaftet werden. Im Sinne der erwünschten Kreislaufwirtschaft ist die Haltung von Tieren oder zumindest eine Betriebskooperation mit Austausch von Futter und Mist obligatorisch. Erzeugerinnen und Erzeuger, wie auch Verarbeiterinnen und Verarbeiter und Händlerinnen und Händler müssen innerhalb der ersten zwei Jahre einen speziellen Demeter-Einführungskurs besuchen. Eine schrittweise Umstellung ist möglich, muss aber nach spätestens fünf Jahren abgeschlossen sein. Die Tierhaltung muss bei Demeter von Anfang an umgestellt werden. Von Betriebsleiterin beziehungsweise Betriebsleiter, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen oder -partner oder Kindern und Eltern darf nicht ohne ausdrückliche Bewilligung gleichzeitig ein anderer landwirtschaftlicher Betrieb konventionell bewirtschaftet werden.

Biodynamische Präparate

Die Herstellung und Anwendung der biologisch-dynamischen Präparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist ist Pflicht.

Biodiversität

Jeder Demeter-Betrieb muss Engagement zeigen, die Biodiversität des Betriebes zu pflegen. Wenn Biodiversitätsflächen auf dem Betrieb und auf direkt angrenzenden Flächen weniger als zehn Prozent der gesamten Betriebsfläche erreichen, muss ein Biodiversitätsplan erarbeitet werden.

Biogas

In Biogasanlagen von Demeter-Betrieben darf maximal 30 Prozent konventionelles pflanzliches Substrat eingesetzt werden. Ziel: Ab 2020 kein konventionelles Substrat mehr zulässig. Gärreste aus Biogasanlagen von Demeter-Betrieben sind als Düngemittel zugelassen.

Höhe der Stickstoffdüngung

Maximal 112 Kilogramm Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr zulässig, möglichst organische Dünger vom eigenen Betrieb.

Zukauf von Stickstoffdüngern

Maximal 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr in Form von betriebsfremden organischen Düngern zulässig.

Verboten sind:
  • Gülle, Jauche und Geflügelmist aus konventioneller Tierhaltung sowie Gärreste aus rein konventionellen Biogasanlagen,
  • Komposte aus Haushaltsabfällen (Biotonne),
  • Blut-, Fleisch- und Knochenmehle.

Saatgut

Verboten sind:
  • Hybridsorten im Getreidebau (Ausnahme Mais)
  • Hybridzucht und Hybridvermehrung auf Demeter-Betrieben
  • Verwendung von CMS-Hybriden

Kupfereinsatz

In Dauerkulturen darf Kupfer bis zu einer Menge von drei Kilogramm pro Hektar und Jahr eingesetzt werden. Kupfereinsatz bei Kartoffeln und Tomaten ist nicht zulässig.

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Es dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die auf einer Positivliste aufgeführt sind.

Vermarktung

Zertifizierte Betriebe können Produkte unter dem Demeter-Warenzeichen vermarkten und bewerben. Der Demeter-Verband unterstützt seine Mitglieder bei der Vermarktung. Der Fokus liegt hierbei besonders auf der Direktvermarktung und dem Naturkostfachhandel. Alle Erzeugerinnen und Erzeuger, Verarbeiterinnen und Verarbeiter und in der Regel auch alle Händlerinnen und Händler müssen mit Demeter einen Markennutzungsvertrag abschließen. Die Weitergabe von Demeter-Erzeugnissen oder -Produkten an Verarbeiterinnen und Verarbeiter oder Händlerinnen und Händler im Sinne der Vertriebsgrundsätze des Demeter e.V. setzt voraus, dass diese selbst einen gültigen Demeter-Markennutzungsvertrag haben bzw. sich an die Vertriebsgrundsätze halten. Wenn das nicht der Fall ist, dürfen die Produkte nicht unter dem Hinweis auf Demeter vermarktet werden.

Kontrollen

Mindestens einmal pro Jahr nach EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und nach Verbandsrichtlinien durch eine unabhängige Kontrollstelle (Hinweis: Nur bestimmte Kontrollstellen sind für die Durchführung einer Demeter-Kontrolle zugelassen). Zusätzliche Stichprobenkontrollen möglich. Stichprobenartig findet auf tierhaltenden Betrieben eine Tierwohlkontrolle statt.

Letzte Aktualisierung 23.08.2019

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