Landwirtschaft


Naturland

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Kontaktdaten

Hauptgeschäftsstelle Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing
Telefon: +49 (0)89 898082-0

E-Mail: naturland@naturland.de
Internet: www.naturland.de

Gründung

1982

Anzahl Mitglieder

3.721 landwirtschaftliche Erzeugerbetriebe bewirtschaften 206.981 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland (Stand 1.1.2019, Quelle: BÖLW). Hinzu kommen 54.000 Hektar nach Naturland-Richtlinien bewirtschafteter Wald. Weltweit sind Naturland 65.000 Bäuerinnen und Bauern, Imkerinnen und Imker und Fischwirtinnen und Fischwirte in 58 Ländern angeschlossen.

Beiträge und Kosten

Jeder Naturland-Betrieb muss einen jährlichen Mitgliedsbeitrag leisten. Die Höhe des Beitrags errechnet sich nach einem komplexen System. Umstellungsinteressierte erhalten bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch Auskunft über den Mitgliedsbeitrag.

Besonderheiten

Naturland ist nach Bioland der zweitgrößte Anbauverband in Deutschland. Der Verband ist international aktiv. Naturland versteht sich als Pionier in Bereichen, die in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sowie auch in den Richtlinien anderer Anbauverbände (zunächst) nicht geregelt waren, wie die ökologische Aquakultur, die nachhaltige Fischerei oder die ökologische Waldnutzung. Mit der Zertifizierung "Naturland Fair" vereint Naturland seit 2010 als einziger Ökoverband ökologische Wirtschaftsweise und fairen Handel in einem Zeichen. Daneben engagiert sich der Verband in Projekten wie "e.cert" oder "Bio mit Gesicht". Die Naturland Fachberatung bietet ein umfassendes Beratungsangebot.

Folgende Erzeugerbereiche werden durch die Naturland-Richtlinien geregelt: Land-, Garten- und Weinbau, Zierpflanzenbau, Imkerei, Aquakultur, Fischerei, Wildsammlung und Waldwirtschaft.

Naturland-Richtlinien zum Pflanzenbau, die über die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinausgehen

Umstellung

Keine Teilumstellung erlaubt, alle Betriebszweige müssen ökologisch bewirtschaftet werden. Eine schrittweise Umstellung ist möglich, muss aber nach spätestens fünf Jahren abgeschlossen sein. Es gilt das Prinzip der Bewirtschaftereinheit, das heißt ein und dieselbe Betriebsleitung darf nicht gleichzeitig einen konventionellen und einen ökologisch bewirtschafteten Betrieb führen.

Fruchtfolge

Es muss ein Mindestanteil an Hauptfruchtleguminosen von einem Fünftel der Ackerfläche eingehalten werden.

Biogas

In Biogasanlagen von Naturland-Betrieben darf maximal 30 Prozent konventionelles pflanzliches Substrat eingesetzt werden. Ziel: Ab 2020 kein konventionelles Substrat mehr zulässig. Gärreste aus Biogasanlagen von Naturland-Betrieben sind als Düngemittel zugelassen.

Höhe der Stickstoffdüngung

Maximal 112 Kilogramm Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr zulässig, möglichst organische Dünger vom eigenen Betrieb.

Zukauf von Stickstoffdüngern

Maximal 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr in Form von betriebsfremden organischen Düngern zulässig. Komposte aus Haushaltsabfällen (Biotonne) müssen den strengeren Vorgaben von Naturland entsprechen.

Verboten sind:
  • Gülle, Jauche und Geflügelmist aus konventioneller Tierhaltung sowie Gärreste aus rein konventionellen Biogasanlagen.
  • Blut-, Fleisch- und Knochenmehle

Saatgut

Die Verwendung von CMS-Hybriden ist verboten.

Kupfereinsatz

Kupfer darf bis zu einer Menge von drei Kilogramm pro Hektar und Jahr eingesetzt werden (in Hopfen bis vier Kilogramm pro Hektar und Jahr).

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Es dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die auf einer Positivliste aufgeführt sind.

Vermarktung

Zertifizierte Betriebe können Produkte unter dem Naturland-Warenzeichen vermarkten und bewerben. Die Nutzung des Naturland-Zeichens ist im Rahmen einer gesondert zu treffenden Lizenzvereinbarung mit der Naturland Zeichen GmbH geregelt. Für die Zeichennutzung fallen zusätzliche Lizenzkosten an. Mit der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG unterstützt Naturland die Landwirtinnen und Landwirte bei der Vermarktung ihrer Ökoprodukte. Naturland bietet seinen Mitgliedern zudem eine Vielfalt an Verpackungsmaterialien, Werbeartikeln und Verkaufshilfen.

Kontrollen

Mindestens einmal pro Jahr nach EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und nach Verbandsrichtlinien durch eine unabhängige Kontrollstelle. Zusätzliche Stichprobenkontrollen sind möglich. Auf allen tierhaltenden Betrieben findet einmal jährlich eine verbindliche Tierwohlkontrolle statt.

Letzte Aktualisierung: 23.08.2019