Landwirtschaft


BÖLN und EPS auf den Öko-Feldtagen 2019

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Foto: FiBL, Marzena Seidel

Praxisnah: forschen, fördern, informieren

Die beiden Förderprogramme BÖLN und Eiweißpflanzenstrategie präsentieren sich am 3. und 4. Juli 2019 gemeinsam auf den Öko-Feldtagen in Grebenstein nahe Kassel. Im 500 Quadratmeter großen BÖLN-Zelt (Standnummer B1) stellen Forscherinnen und Forscher aus elf Projekten ihre Arbeit und aktuelle Ergebnisse vor. Auch im BÖLN-Fach-Forum geht es um aktuelle Herausforderungen im Pflanzenbau. Die Aktivitäten im Einzelnen:

Infoveranstaltung zur Umstellung

Interessierte Landwirtinnen und Landwirte haben am Mittwoch, den 3. Juli um 11:00 Uhr und Donnerstag, den 4. Juli um 12:30 Uhr die Möglichkeit, sich umfassend über die Umstellung zur ökologischen Landwirtschaft zu informieren. Schon bei der Einführung zum Thema lernen sie Beraterinnen und Berater der unterschiedlichen Bio-Verbände und der Offizialberatung kennen. Im Anschluss an die Veranstaltung steht die große Außenterrasse des BÖLN-Zeltes für Gespräche im kleinen Kreis mit den Fachleuten zu Verfügung.

BÖLN-Forum: Alles rund um den Pflanzenbau

Das Fachforum des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) und der Eiweißpflanzenstrategie (EPS) bietet ein volles Programm mit Veranstaltungen im Stundentakt. Wohin die Reise in der Forschung für die ökologische Landwirtschaft geht, diskutieren auf der offiziellen Eröffnungsveranstaltung des Forums Vertretende aus Politik, Projektförderung, Wissenschaft und aus der Praxis. Im Mittelpunkt des BÖLN-Forums präsentieren Experten Ergebnisse aus laufenden Entwicklungs- und Forschungsvorhaben – praxisrelevant und mit Fokus auf aktuelle Herausforderungen im Bereich Pflanzenbau. So informiert und diskutiert eine Veranstaltung über den Umgang mit Wetterextremen. Dabei werden Möglichkeiten für regenarme Zeiten, wie beispielsweise die künstliche Bewässerung, diskutiert. Andere Veranstaltungen behandeln den Anbau und die Wertschöpfung von Leguminosen wie Erbse, Bohne, Lupine und Soja als Fruchtfolgeglied und regionale Eiweißfuttermittel. Wie sinnvoll innovative Finanzierungsmöglichkeiten abseits von Bankkrediten für Investitionen sind, steht beispielsweise auch auf der Agenda.

Alle Veranstaltungen im BÖLN-Forum versprechen, über aktuelle Themen kompakt und praxisnah zu informieren. Im Anschluss an jede Veranstaltung bietet die Außenterrasse des Zeltes die Möglichkeit sich untereinander und mit den Referentinnen und Referenten auszutauschen.

Das gesamte Programm des BÖLN-Forums

Präsentation der Geschäftsstellen BÖLN und EPS

Im Zentrum des Zeltes haben die Geschäftsstellen von BÖLN und EPS ihren Stand. An diesem informieren Mitarbeitende der an der BLE angesiedelten Geschäftsstellen über die Aktivitäten und Fördermöglichkeiten der beiden Programme.

Mitaussteller: Wissen aus elf Projekten von Ackerbohne bis Pflanzenschutz

Um den Stand der Geschäftsstellen herum informieren elf Projekte aus dem Förderbereich der beiden Programme über ihre Aktivitäten. Die inhaltliche Bandbreite dieser Aussteller ist groß, sie umfasst beispielsweise ein Forschungsprojekt zur Zucht von Ackerbohnen, Praxisforschung, Themen des ökologischen Pflanzenschutzes sowie Bildungs- und Informationsprojekte in Berufsschulen und für Endverbraucherinnen und Endverbraucher.

Demonstrationsparzellen: Leguminosen live!

Die Leguminosen-Netzwerke der Eiweißpflanzenstrategie haben Demonstrationsparzellen von Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Soja zu den Öko-Feldtagen anlegen lassen. Beraterinnen und Berater dieser Netzwerke bieten Führungen an, in denen sie Sorten und Besonderheiten erklären. Der Treffpunkt ist an den Parzellen der Demonetzwerke A4. Die Führungen finden täglich um 10:00, 12:00, 14:00 und 16:00 Uhr statt.

Traineeprogramm

Unter dem Motto "…denn wir bestellen das Arbeitsfeld von morgen!" ist das Traineeprogramm Ökolandbau mit verschiedenen Aktionen auf den Ökofeldtagen vertreten und vermittelt praxisnahe Eindrücke aus erster Hand. Der Stand im Innenhof der Staatsdomäne informiert an beiden Messetagen über das Ausbildungsprogramm für Fach- und Führungskräfte der Biobranche und bietet jungen Menschen Raum zum Austauschen und Vernetzen. Daneben stellen Alumni des Programms vielfältige Berufsfelder entlang der Wertschöpfungskette vor.

Das Traineeprogramm beteiligt sich außerdem an verschiedenen Diskussionsrunden zu Themen wie "Bio boomt - doch wie geht es dem Nachwuchs?" im BÖLN-Zelt oder "Bio - Denken in der Wertschöpfungskette" im Fachforum WEITERgedacht mit anschließendem Workshop. Das Angebot richtet sich insbesondere an Berufs-und Fachschülerinnen und -schüler, Studierende, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger oder Unternehmen, die sich über das Ausbildungsprogramm informieren möchten.

Workshops zu BioVegan und Öko-Pflanzenschutz

Zwei Projekte des BÖLN organisieren Workshops während der Öko-Feldtage.

Das vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau durchgeführte Projekt zum Thema BioVegan bietet zwei Diskussions- und Vernetzungstreffen an. Am 3. Juli von 13:00 bis 15:30 Uhr geht es darum, wie der Mehrwert von Bio in Kombination mit Vegan erfolgreich kommuniziert und wie eine stärkere Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette dabei unterstützen kann. Am 4. Juli stehen die Fragen im Mittelpunkt, wie der vegane Ökolandbau die Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen, den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sowie die Wirtschaftlichkeit des Betriebes unter einen Hut bekommt.

Ein offenes Workshop-Format bietet das vom BÖLW koordinierte Projekt "Kulturnetzwerke" an. Hier können sich Interessierte zu den Herausforderungen und Erkenntnissen aus den Bereichen Acker-, Gemüse- und Kartoffelbau austauschen. Das Treffen findet am Donnerstag, den 4. Juli zwischen 10:00 und 14:00 Uhr auf der Außenterrasse des BÖLN-Zeltes statt. Anschließend gibt es einen Vortrag zum Thema.

Die Aussteller im BÖLN-Zelt

Die Veranstalter

Geschäftsstelle des Bundesprogramms ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Das Bundesprogramm (BÖLN) verfolgt die Stärkung und Ausdehnung der ökologischen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Aktivitäten:

  • Identifizierung von Forschungsbedarf
  • Initiierung und Betreuung von Forschungsprojekten
  • zielgruppengerechte Aufbereitung von Wissen
  • Durchführung von Weiterbildungs- und Informationsangeboten
  • Förderung von Informationsangeboten und Messeauftritten

Internet: www.bundesprogramm.de

Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie (EPS)

Die Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie ist bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angesiedelt und dort zuständig für die Koordination und Umsetzung der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Etablierung von modellhaften Demonstrationsnetzwerken, Wissenstransfer und Beratung des BMEL.

Internet: www.ble.de/eps.html

Die Mitaussteller

Abo-Vici Züchtung und Agronomie neuartiger, Vicin-armer Ackerbohnen und Einsatz als einheimisches Eiweißfutter

Projektleitung: Georg-August-Universität Göttingen

Heimische Ackerbohnen können in der Fütterung von Nutztieren Sojaextraktionsschrot zum Teil ersetzen. Die antinutritiven Inhaltsstoffe Vicin und Convicin begrenzen allerdings den Einsatz als Futter für Nicht-Wiederkäuer. Ziel des Projektes ist deshalb die Züchtung vicinarmer Sorten. Zur Bewertung der Futterwert- und Fütterungseigenschaften wird die Legehenne als Tiermodell eingesetzt.

Weitere Informationen auf der Webseite der BLE

Agri-Met – Biologische Drahtwurmbekämpfung mit Pilzen der Gattung Metarhizium

Projektleitung: Julius Kühn-Institut (JKI)

Einer der bedeutsamsten Schädlinge in der Kartoffel sind die bodenlebenden Drahtwurmarten. Für die Bekämpfung steht derzeit kein regulär zugelassenes Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Der Pilz Metarhizium weist in Laborversuchen eine gute Wirkung gegen Drahtwürmer auf. In dem Projekt Agri-Met wird eine neue Metarhizium-Formulierung entwickelt und in Labor- und Feldversuchen für die praktische Anwendung optimiert. Die Formulierung ist ein autoklaviertes Hirsekorn (nicht keimfähig), das mittels Wirbelschichttrocknung mit Metarhizium ummantelt wird.

Weitere Informationen auf der Webseite der BLE

BioFinanz – Alternative Finanzierungsformen entlang der Wertschöpfungskette für ökologische Lebensmittel

Projektleitung: Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS)

Da Projekt analysiert und vergleicht verschiedene Finanzierungsmodelle wie Genussrechte, Crowdfunding, Solidarische Landwirtschaft, Genossenschaften und Aktiengesellschaften und entwickelt eine Entscheidungshilfe für interessierte Unternehmen und Investierende. Das Vorhaben wird vom IfLS gemeinsam mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde durchgeführt.

Weitere Informationen auf der Webseite von BioFinanz

BÖLN – Gezielte Beregnung im Ökologischen Landbau zur Steigerung von Produktivität und Nährstoffeffizienz

Projektleitung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Ziel des Projektes ist die Erhöhung der Produktivität im ökologischen Ackerbau auf Kulturarten- und Systemebene (Fruchtfolge) durch optimierte Wasser- und Nährstoffversorgung. Bedingt durch den Klimawandel wird eine Tendenz zu Frühsommertrockenheit mit temporärem Wasserstress bei Kulturpflanzen erwartet. Die Forscherinnen und Forscher führen Feldversuche auf ökologischen Versuchs- und Praxisbetrieben mit gezielter Wasser- und Nährstoffversorgung von Rotkleegras, Ackerbohnen und Sommerweizen durch.

Weitere Informationen auf der Webseite der BLE

Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau

Projektleitung: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau / m&p: public relations GmbH

In Deutschland wirtschaften mehr als 31.000 Betriebe nach ökologischen Richtlinien. Davon hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 242 Biohöfe als Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau ausgewählt. Diese geben unterschiedlichsten Zielgruppen praxisnah Auskunft über die besondere Qualität des Ökolandbaus, seine Chancen und Herausforderungen. Das Netzwerk ist ein Projekt des BÖLN

Weitere Informationen auf den Webseiten Demonstrationsbetriebe und Bio Live Erleben!

DemoNet Erbse/Bohne – Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Erbsen und Bohnen

Projektleitung: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)

Das Projekt hat das Ziel, den Anbau und die Verwertung von Erbsen und Bohnen zu verbessern und auszuweiten. 70 Netzwerk-Betriebe zeigen, wie das gelingen kann. Sie decken die gesamte Wertschöpfungskette ab: Anbau, Aufbereitung, Verarbeitung, Vermarktung und Verwertung von Erbsen und Bohnen. Expertinnen und Experten sind vor Ort nicht nur Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, sondern zeigen den Anbau auch direkt auf dem Acker / den Demoparzellen D4.

Weitere Informationen auf der Webseite des Demonstrationsnetzweks Erbse / Bohne

Lupinen-Netzwerk – Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Lupinen

Projektleitung: Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklemburg-Vorpommern

Das bundesweite Demonstrationsnetzwerk für Lupinen läuft seit Oktober 2014 und umfasst etwa 50 konventionelle und ökologische Betriebe. Es werden modellhafte Wertschöpfungsketten mit beispielhaften Verwertungsmöglichkeiten bei Geflügel und Mastschweinen, in der Milcherzeugung, in der Saatguterzeugung sowie im Bereich der Humanernährung entwickelt und gezeigt. Auf den Demoparzellen D4 zeigen Expertinnen und Experten den Anbau vor Ort.

Weitere Informationen auf der Webseite des Lupinen-Netzwerks

MIKODU – Fruchtfolgen für optimierte Nutzung der Bodenressourcen: Mischanbau allorhizer und homorhizer Arten zur komplementären Durchwurzelung des Ober- und Unterbodens

Projektleitung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Ziel des Projektes ist die Reduzierung von Ertragslücken im ökologischen Ackerbau durch Optimierung der Mobilisierung von Wasser und Nährstoffen aus der Festphase des Bodens. Grundlage dafür ist die Förderung ausgedehnter Wurzelsysteme durch eine für die Bodenmikrobiologie und das Wurzelwachstum günstige Bodenstruktur. Es werden spezifische Zwischen- und Vorfrüchte angebaut, die die Unterbodenstruktur optimieren.

Weitere Informationen auf der Webseite der BLE

OekoBerufBild – Status-quo-Analyse und Erarbeitung von Handlungsoptionen zur stärkeren Integration des ökologischen Landbaus in der beruflichen Bildung im Berufsbild Landwirtin und Landwirt, Gärtnerin und Gärtner und Winzerin und Winzer

Projektleitung: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN)

Ziel des Projekts ist es, offenzulegen, wie der ökologische Landbau als Thema in den verschiedenen Bundesländern bislang in der beruflichen Bildung integriert wird. Zudem soll eine verstärkte Integration von Inhalten des ökologischen Landbaus in die landwirtschaftliche und gartenbauliche Berufsbildung sowie in der Ausbildung der Winzer in Deutschland erreicht werden.

Weitere Informationen auf der Webseite des KÖN

Pflanzendoktor – Neuerstellung einer Bestimmungshilfe für Schadorganismen anhand von Schadbildern und Überarbeitung der Porträts von Schadorganismen im Internetportal  www.oekolandbau.de

Projektleitung: Julius Kühn-Institut (JKI)

Der Pflanzendoktor ist eine Online-Bestimmungshilfe für Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Ein einfaches Filtersystem und aussagekräftige Bilder erleichtern die Identifizierung von Schaderregern im Ackerbau, Obst- und Weinbau sowie Vorratsschutz. Ergänzt werden die Module Hopfen, Gemüse und Beikräuter.

Weitere Informationen zum Pflanzendoktor

Soja-Netzwerk – Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Soja

Projektleitung: Sojaförderring Ziel ist die Förderung der Züchtung, des feldmäßigen Anbaus, der direkten Verwertung der Bohnen in der menschlichen Ernährung, der Verwendung der Pflanzen in der Tierernährung und sonstiger Verwertungsmöglichkeiten. Es sollen Wertschöpfungsketten unterstützt werden, die ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig sind.

Weitere Informationen auf der Webseite des Sojaförderrings

Vom Acker in den Mund! – Praktische Ernährungs- und Verbraucherbildung für Kinder und pädagogische Fach- und Lehrkräfte auf Biobauernhöfen

Projektleitung: Sarah Wiener Stiftung

In kostenfreien Tagesexkursionen zu Biobauernhöfen erfahren Kinder praktisch und mit allen Sinnen, woher Lebensmittel kommen, wie sie angebaut und verarbeitet werden. Zudem bereiten sie aus hofeigenen Produkten Mahlzeiten zu. Dadurch erwerben Kinder nachhaltig Kompetenz in ökologischem Landbau, Lebensmittelproduktion und -verarbeitung sowie zukunftsfähigem Verbraucherverhalten.

Vielfalt schmeckt – Sortenvielfalt im Bioladen: eine neue Zukunft für die Kulturpflanzen der Roten Liste

Projektleitung: ProSpecieRARA Deutschland GmbH, Rinklin Naturkost GmbH

Mehr als 1.120 Gemüsesorten stehen allein auf der Roten Liste der einheimischen und bedrohten Nutzpflanzen in Deutschland. So geht nicht nur Vielfalt in der Landwirtschaft und auf unseren Tellern verloren, sondern auch ein reicher Kulturschatz! Das Projekt "Vielfalt schmeckt" möchte einige der Sorten retten, indem sie wieder in ökologischem Landbau angebaut und in Bioläden vermarktet werden.

Weitere Informationen auf der Webseite von Vielfalt schmeckt

Letzte Aktualisierung: 27.06.2019