Lehrer


Biolebensmittel – aber natürlich!

Apfel und Mangoschnitze auf einem Teller neben getrockneten Apfel- und Mangostückchen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Frisches Obst im Vergleich zu getrocknetem Obst – ein Geschmackstest mit Schülerinnen und Schülern bringt sicher einige zum Staunen. Foto: Dominic Menzler, BLE

So ein Apfel direkt vom Baum gepflückt schmeckt lecker, ist gesund und garantiert kein bisschen verarbeitet. Mit den meisten Lebensmitteln, die wir heutzutage essen, sieht das anders aus. In den Supermärkten wie auch Bäckereien, Metzgereien oder auch Bioläden werden die Dinge, die wir essen wollen, mehr oder weniger stark verarbeitet angeboten. 

Das liegt zum einen daran, dass Lebensmittel auf diese Weise haltbar gemacht werden. Verarbeitete Produkte nehmen uns aber zum Beispiel in der Küche auch Arbeit ab. Wer macht schon noch alle Nudeln selbst oder stellt zu Hause Wurst oder Käse her?

Verarbeitete Lebensmittel mit Zusatzstoffen

Den unbestreitbaren Vorteilen der Verarbeitung stehen jedoch auch Nachteile gegenüber. Viele, wenn nicht fast alle Verarbeitungsprozesse bei Lebensmitteln erfordern die Zugabe von verschiedenen Stoffen, wie zum Beispiel Gewürzen, Geliermitteln, Farbstoffen oder Aromen. Sind einige der Stoffe für die Produktion eines Lebensmittels unverzichtbar, so sind viele andere sehr umstritten. Sie rufen zum Beispiel Allergien hervor, täuschen durch die Zugabe von Farbstoffen Frische vor oder einen Geschmack, der im ursprünglichen Lebensmittel nicht enthalten war. Und zudem ernähren sich viele Kinder und Jugendliche ganz überwiegend von verarbeiteten Lebensmitteln. Sie kennen oft ursprüngliche, "echte" Geschmacksnuancen nicht mehr.

Ein Glas mit Joghurt und frischen Erdbeeren. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Erdbeere ist eine der beliebtesten Geschmacksrichtungen für Joghurt. Allein auf den Geschmack der Früchte verlassen sich jedoch die meisten Hersteller nicht. Foto: emmi, Fotolia

Verarbeitung in der ökologischen Lebensmittelherstellung

Im ökologischen Landbau soll bei der Verarbeitung von Lebensmitteln ihr natürlicher Charakter und Wert so weit wie möglich erhalten bleiben. Dazu gibt es gesetzliche Regelungen, die sehr genau vorschreiben, welche Zusatzstoffe und auch Aromen in der Verarbeitung eines ökologischen Lebensmittels überhaupt zum Einsatz kommen dürfen. 

Grundsätzlich gilt für die ökologische Lebensmittelverarbeitung: Der Prozess des Anbaus und der Herstellung bestimmt im Wesentlichen die Qualität eines Biolebensmittels. Dazu gehört, dass natürliche Aromen der Lebensmittel erhalten bleiben. Viele Lebensmittel werden aber auch aromatisiert.  Aromen - das sind Erzeugnisse und deren Mischungen, die dazu bestimmt sind, Lebensmitteln einen besonderen Geruch oder Geschmack zu verleihen – so die Definition in der im Januar 2011 in Kraft getretenen Aromen-Verordnung (EG 1334/2008). Auch in der ökologischen Lebensmittelherstellung werden Aromen verwendet. So werden zahlreichen Produkten, zum Beispiel Süßwaren, Fertiggerichten und Erfrischungsgetränken, Aromen zugesetzt. Im Vergleich zu konventionellen natürlichen Aromen unterliegen Bioaromen jedoch deutlich strengeren Anforderungen. Und: Bioaromen sind natürliche Aromen mit einer Bioauslobung.

Aromen als Unterrichtsthema

Das Thema "Aromen" eignet sich ausgezeichnet für die Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen mit dem Thema Lebensmittel. Praktische Übungen in Form von Geschmackstest bieten sich hier an. Die Kinder und Jugendlichen eignen sich Kenntnisse über die Erhaltung und die Verwendung von Aromastoffen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln an: Was genau sind Aromen? Wie wirken sie? Wie werden Aromen in der Verarbeitung von Lebensmitteln aus ökologischer Produktion eingesetzt? 

Schauen Sie doch mal hinein in unsere Unterrichtsmaterialien zum Thema Aromen! 


Letzte Aktualisierung: 09.11.2015