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Biowissen für die Ausbildung im Einzelhandel

Frau im Ladengeschäft mit einer Packung Tee in der Hand. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ob im kleinen Hofladen oder im Supermarkt - wer selbst gut informiert ist, kann im Kundengespräch überzeugen. Foto: Dominic Menzler, BLE

Ein Einzelhandelsgeschäft – gleich ob "Tante-Emma-Laden" oder Supermarkt – ganz ohne Bioprodukte, das gibt es mittlerweile wohl kaum noch in Deutschland. Bio ist Trend. Kleinere Ladengeschäfte führen Markenprodukte der großen Biohersteller oder auch mal regionale Erzeugnisse mit dem Biosiegel. Die am häufigsten genutzte Einkaufsstätte für Biolebensmittel ist laut Ökobarometer des Bundeslandwirtschaftsministeriums allerdings der ganz normale Supermarkt. Die großen Handelsketten bieten ein mehr oder weniger umfangreiches und stetig wachsendes Biosortiment an. In den meisten Filialen haben Bioprodukte bereits ihr eigenes Regal, aber Bio hat längst auch Einzug in die Frischetheken mit den Warengruppen Fleisch/Wurstwaren oder Backwaren gefunden.

Bioprodukte glaubhaft verkaufen

Kompetente Beratung und kundenorientierter Verkauf von Lebensmitteln sind Schlüsselqualifikationen von Kauffrauen und Kaufmännern im Einzelhandel. Idealerweise sollten sie bereits während der Ausbildung erworben werden. Durch Lebensmittelskandale und Ähnliches steigt die Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher, Einzelhandelskaufleute können hier durch sicheres Wissen und eine klare Kommunikation gerade zum Thema Bioprodukte gegensteuern. Auch die Vielzahl an Logos und Siegeln, die eigentlich die Kaufentscheidungen erleichtern soll, führt häufig zu einer umfassenderen Beratungsnachfrage.

Verkaufssituation an einer Käsetheke. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Die biologische Erzeugung eines Lebensmittels ist ein starkes Verkaufsargument. Foto: Dominic Menzler, BLE

Gut, wenn angehende Einzelhandelskaufleute profunde Kenntnisse über das Biosortiment vorweisen können, denn Bioprodukte werden von Kundinnen und Kunden regelmäßig nachgefragt. Kenntnisse des Verkaufspersonals, beispielsweise warum welche Bioprodukte geführt werden, worin die Unterschiede zu konventioneller Ware bestehen und wie sie zum Beispiel in der Küche verwendet werden, sind daher von Vorteil für eine glaubwürdige Unternehmenspolitik im Einzelhandel. Verkaufsargumente für Bio "Untersuchungen des Konsumverhaltens zeigen immer wieder, dass ein bedeutender Anteil der Biokundinnen und -kunden mit seinem Einkauf die eigene Gesundheit fördern will." So berichtet der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in seinem Überblick "Zahlen – Daten – Fakten Die Bio-Branche 2015". Weitere Argumente für den Kauf sind das Bedürfnis, sich umweltgerecht zu verhalten, Tierwohl-Aspekte oder auch zunehmend der Wunsch, regionale Anbieter von Lebensmitteln zu unterstützen. Im Idealfall kennt sich das gut ausgebildete Einzelhandelspersonal hier aus, kann die Kundschaft angemessen beraten und seine Verkaufsargumente an Bedürfnissen seines Gegenübers ausrichten. 

Bioprodukte verkaufen will gelernt sein

In unserem Portal finden Sie Unterrichtsmaterialien für die qualifizierte Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann im Einzelhandel. Neben einer kundenorientierten Beratung zur ökologischen Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln wird die Sortimentsgestaltung mit Bioprodukten aufgegriffen. Eingebunden in den Rahmenlehrplan werden praxisorientierte Arbeitsaufträge durch Sachinformationen zum Ökolandbau ergänzt. Mit einem Zeitaufwand von je circa zwei bis drei Unterrichtsstunden können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler für die Anforderungen im Arbeitsfeld fit machen. Denken Sie auch an eine Ergänzung des berufsschulischen Unterrichts durch einen Besuch auf einem Biohof oder bei einem Biohersteller von Lebensmitteln. Geeignete Adressen für Hofbesuche finden Sie zum Beispiel im bundesweiten Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökolandbau oder über die Mitgliedsorganisationen des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW.


Letzte Aktualisierung: 10.10.2015