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Boden ist Leben

Keimende Pflanze. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Keine Selbstverständlichkeit: ein guter und fruchtbarer Boden, auf dem Pflanzen für unsere Ernährung gut gedeihen. Foto: amenic181 - Fotolia.com

Nach dem internationalen Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft 2014 ernannte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens. Der Boden hat eine zentrale Bedeutung in Bezug auf die Ernährungssicherung und für den Wohlstand der Gesellschaft. Er ist die Basis der Land- und Forstwirtschaft und gehört zu den wichtigsten nicht vermehrbaren Ressourcen der Welt. Zerstörter Boden braucht sehr lange, bis er sich regeneriert. Es dauert 100 bis 300 Jahre, bis in unserem Klima eine Humusschicht von nur einem Zentimeter entsteht. Ein einziger Platzregen kann so viel Boden von einem unbewachsenen flachen Hang schwemmen, wie in mehreren hundert Jahren gebildet wurde. Als Produzent von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen sind die Böden einer der größten Kohlenstoffspeicher der Welt. Darüber hinaus binden sie Nährstoffe und sorgen für eine Reinigung und Speicherung des Wassers.

Boden – Grundlage des ökologischen Landbaus

Böden sind die Grundlage unseres Lebens, da sie direkt oder indirekt Lebensmittel und Futtermittel liefern. Dafür werden sie landwirtschaftlich genutzt. Besonders ressourcenschonend und umweltverträglich ist dabei der ökologische Landbau. Da in diesem Anbausystem keine mineralisch-synthetischen Dünger eingesetzt werden, ist der Ökolandbau besonders auf den Erhalt eines gesunden und fruchtbaren Bodens angewiesen. Deshalb setzen Ökobäuerinnen und Ökobauern auf eine vielseitige Fruchtfolge, eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischem Material und eine sorgfältige, schonende Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt. Durch genaue Beobachtung der Felder und Spatenproben kann der Ökolandwirt gut beurteilen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Treten zum Beispiel Fahrspuren auf, verschlämmt der Boden stellenweise.

Ertragreicher Boden durch hohe Fruchtbarkeit

Regenwurm im Boden. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Der Biolandwirt freut sich über viele Regenwürmer – sie zeigen ihm an, dass sein Boden gesund ist. Foto: Thomas Alföldi, FiBL

Die Verwendung von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist im ökologischen Landbau nicht erlaubt, das macht einen direkten Mängelausgleich kaum möglich. Deshalb wird der ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetrieb immer darauf achten, dass keine Mangelsituationen auftreten. Um beispielsweise den Stickstoffhaushalt des Bodens zu verbessern, werden Leguminosen angebaut. Pflanzen aus dieser Familie können molekularen Stickstoff aus der Luft binden und für die Pflanze verfügbar machen. Der Einsatz von Kompost trägt dazu bei, den Boden mit wichtigen organischen Substanzen zu versorgen.

Im weiteren Sinne hängt die Bodenfruchtbarkeit vom komplexen Zusammenspiel eines artenreichen und biologisch aktiven Tier- und Pflanzenreiches sowie vom Besitz einer für seinen Standort typischen Bodenstruktur ab.

Ein lockerer Boden erwärmt schneller und besitzt darüber hinaus eine hohe Mineralisierung. Für diesen wichtigen lockeren Boden sorgen vorwiegend nicht die Menschen über dem Boden, sondern die ungeheure Vielfalt der Lebewesen, die sich im Boden befinden. Der Regenwurm ist eines dieser Lebewesen. Die Ökobäuerinnen und -bauern schätzen den Regenwurm, denn er gräbt Gänge und Höhlen im Boden, was zu einer guten Luft- und Wasserversorgung der Pflanzenwurzeln sorgt. Darüber hinaus vermischt er die Bodenschichten miteinander und sein Kot dient als Dünger.


Renate Kessen, Wilfried Henke, Dr. Volker Bräutigam: Der Schatz unter unseren Füßen (2015)
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Letzte Aktualisierung: 19.02.2015