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"Fairtrade-Schools": Gemeinsam aktiv für gerechten Handel

Kaffee in Sack. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ökologischer und fairer Kaffee im Lehrerzimmer: Nicht nur Kinder und Jugendliche an FairTrade-Schulen lernen, was Nachhaltigkeit im Bezug auf Produktion und Konsum bedeutet. Auch Lehrerinnen und Lehrer, sowie interessierte Eltern können mitmachen. Foto: FairTrade

FairTrade ist ein Begriff, der immer mehr Aufmerksamkeit erregt. Bananen und Kakao aus fairem Handel gibt es inzwischen in allen Biofachmärkten und in den meisten Supermärkten. Die verschiedenen Siegel sind jedoch etwas verwirrend. Viele Kinder und Jugendliche wissen außerdem nicht genau, was sich hinter "fairem Handel" wirklich verbirgt. An dieser Stelle kann die Schule als täglicher Treffpunkt viel bewegen und das Bewusstsein schärfen.

Das Fairtrade-Siegel für Schulen

In den großen Pausen strömen viele Kinder und Jugendliche zum Schulkiosk. Eine Schülerin kauft sich einen Schokoriegel, der nächste Schüler in der Schlange eine Flasche kalten Kakao. Durch die ständige Kopfarbeit braucht das Gehirn Nervennahrung und kleine Snacks sind sehr beliebt. Oft ist den Schülerinnen und Schülern jedoch nicht bewusst, woher die Zutaten, beispielsweise der Kakao und der Zucker, in den Süßigkeiten kommen. Ein Projekt von Transfair und der Stiftung Umwelt und Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfahlen hat hier angesetzt: Mit der Aktion "Fairtrade-Schools" können engagierte Schulen ein Zeichen setzen und sich für gerechte Handelsbedingungen einsetzen. Das Ziel ist, ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen, schon im Kindes- und Jugendalter. 

Fairer Handel als globales Thema

Durch Projekte an der Schule erfahren Schülerinnen und Schüler genau, wie und unter welchen Bedingungen bestimmte Lebensmittel hergestellt und anschließend nach Europa importiert werden. Das bekannteste Beispiel ist der Kakao, aber auch Rohrzucker, Kaffee und Tee sind wichtige Importgüter, bei denen auf fairen Handel geachtet werden sollte. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und Erntehelferinnen und -helfer erhalten über das Netzwerk des fairen Handels eine finanzielle Absicherung, neue Maschinen und Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beim Kauf ökologisch hergestellter Lebensmittel ist zusätzlich die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort weniger belastet, da keine giftigen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. "Projektarbeit im Politikunterricht: Billige T-Shirts – Wer zahlt den Preis?" lautet der Titel des neusten Blog-Beitrags eines Aachener Gymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse berichten auf der Homepage von "FairTrade-Schools" von neugewonnenen Erkenntnissen und geben ihre Tipps an die restliche Schülerschaft und interessierte Leserinnen und Leser weiter. Über den Blog kann ein Austausch mit anderen Schulen entstehen, es ist aber auch ein Raum der Ideen und Inspirationen für neue Aktionen an der eigenen Schule. Schritt für Schritt beginnt auf diese Weise ein Umdenken, welches die Schulen im Internet dokumentieren. Im Lehrerzimmer gibt es jetzt fair gehandelten Kaffee, ein Fair-O-Mat verkauft faire Schokoriegel, Gummibärchen und Nüsse für zwischendurch. Vor Weihnachten verkaufen Schülerinnen und Schüler auf einem kleinen Bazar faires Kunsthandwerk und leckeres Weihnachts-Naschwerk aus aller Welt.

Jugendliche in einer Schulklasse. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Sobald die fünf Kriterien erfüllt sind, kann es losgehen: Als FairTrade-Schule gibt es nicht nur leckere Süßigkeiten in den Pausen, sondern es warten auch spannende Aktionen auf die Schülerinnen und Schüler. Das Foto zeigt Schülerinnen und Schüler der August-Sander-Schule in Berlin. Foto: FairTrade

Was muss man tun um "Fairtrade-Schule" zu werden?

Auf der Homepage des Projekts finden interessierte Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern fünf Kriterien, die es zu erfüllen gilt. Angefangen mit der Gründung eines "FairTrade"-Teams an der Schule gehört der Verkauf von fairen Waren mit zu den Voraussetzungen. Ein weiterer Punkt ist das Thema "fairer Handel" als Bestandteil von mindestens zwei Schulfächern in mindestens zwei Jahrgängen. Einmal im Jahr findet zusätzlich eine Aktion oder ein Schulprojekt zum Thema "fairer Handel" statt. Es geht um ein langfristiges Leben und Lernen mit fairen Produkten, um das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen im Alltag zu schärfen. Ein "FairTrade-Kompass" hält die geplante Vorgehensweise, Ziele und mögliche Herausforderungen fest und muss von der Rektorin oder dem Rektor unterzeichnet sein. Grundsätzlich können sich alle existenten Schulformen von der Primärstufe bis zur Sekundarstufe II bewerben. Sobald sie die fünf Kriterien erfüllen, steht der "Fairen Schule" also nichts mehr im Weg!


Letzte Aktualisierung: 07.09.2015