Lehrer


Gesundes Essen in der Schule

Essensausgabe in einer Schulmensa. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Lecker soll es sein, nicht so teuer und dabei die Schülerinnen und Schüler mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Dann klappt es mit der Mittagsverpflegung in der Schule. Foto: Dominic Menzler, BLE

Die Anzahl an Ganztagsschulen steigt bundesweit immer weiter an, Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in ihren Lernstätten. Rund 75 Prozent der Schülerinnen und Schülern nutzen mittlerweile das Angebot zum Mittagessen in der Schule. Eine gute Schulverpflegung muss her, die leckeres, gesundes und bezahlbares Essen für die Schülerinnen und Schüler auf den Tisch bringt. 

Eine gute Schulverpflegung nutzt allen

Doch da sind einige Hürden zu nehmen: Zunächst einmal müssen eine räumlich wie technisch gut geeignete Schulküche eingerichtet und ansprechende Mensaräume gefunden werden. Dann steht die Frage nach dem Verpflegungsangebot im Raum. Wie soll die Schulverpflegung genau aussehen? Sie muss den Anforderungen ernährungswissenschaftlicher Grundlagen genügen. Hinweise dazu liefert der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung (PDF-Dokument).

Dass die richtige Verpflegung zum richtigen Zeitpunkt Leistungstiefs auffangen und die Konzentrationsfähigkeit steigern kann, sollte mitbedacht werden. Und natürlich muss es den Schülerinnen und Schülern schmecken. Oft ist auch ein Anteil an biologischen Lebensmitteln in der täglichen Schulverpflegung gewünscht. 

Ganz wichtig: Die Entscheidung muss getroffen werden, ob die Schule einen Mittagstisch in Eigenregie anbietet oder sich von einem Caterer beliefern lassen soll.

Die Planung der Schulverpflegung ist insgesamt also eine ganz schön knifflige Aufgabe. Bei der Entscheidung können Betroffene sich jedoch Hilfe holen. 

Vernetzungsstellen Schulverpflegung

Als eine Initialmaßnahme des Nationalen Aktionsplans IN FORM hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zusammen mit den Bundesländern die Vernetzungsstellen Schulverpflegung eingerichtet. Sie unterstützen bundesweit Schulen bei der Entwicklung und der Qualitätsverbesserung des Verpflegungsangebotes. Sitzen dann erst einmal Schulämter, Schulleitung, Caterer, Küchenpersonal und Schülerinnen/Schüler miteinander an einem Tisch um zu planen, sind gute Voraussetzungen für das Gelingen des Vorhabens geschaffen. Gute und vor allem funktionierende Beispiele zeigen das bereits.

Ökologische Lebensmittel werden immer beliebter

Portrait Anja Erhart. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ökolandbau.de fragte Frau Anja Erhart nach den Knackpunkten bei der Einrichtung einer guten Mittagsverpflegung in der Schule. Frau Erhart ist Ernährungswissenschaftlerin und seit vielen Jahren in der Beratung von Schulen und Kindertagesstätten engagiert. Foto: Anja Erhart

Ökolandbau.de fragte Frau Anja Erhart nach den Knackpunkten bei der Einrichtung einer guten Mittagsverpflegung in der Schule. Frau Erhart ist Ernährungswissenschaftlerin und seit vielen Jahren in der Beratung von Schulen und Kindertagesstätten engagiert. 

Ökolandbau.de: Sie beraten und begleiten Schulen bei der Einrichtung und Führung ihres Mittagsverpflegungsangebotes. Gibt es einen "Königsweg"? Wie packt man die Aufgabe, eine gute Schulverpflegung zu implementieren, am besten an?

Erhart: Ganz wichtig ist, dass sich vor der Entscheidung, wie die Schulverpflegung an der Schule aussehen soll, wirklich alle Beteiligten zusammensetzen, von der Schülerschaft über die Küchenangestellten bis hin zur Schulleitung. Hier sollte gemeinsam geklärt werden: Was wollen wir an unserer Schule, was passt zu uns? Reicht das, was wir planen auch in einigen Jahren noch aus? Finden wir eine Lösung, die für die Zukunft flexibel genug ist, sodass wir auf Änderungen zum Beispiel in den Schülerzahlen reagieren können? Nach meiner Erfahrung klappt es mit der Schulverpflegung auch dann besonders gut, wenn die Schulleitung sich dafür einsetzt, sie quasi zur "Chefsache" erklärt. 

Ökolandbau.de: Was sind Ihrer Erfahrung nach die schwierigsten Punkte im Prozess?

Erhart: Nach anfänglichem Elan hapert es oft an der dauerhaften Akzeptanz des Mittagsangebotes. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die am Essen teilnehmen, geht zurück oder wechselt unvorhersehbar. Für den Caterer ist es aber wichtig, zuverlässig planen zu können, damit er wirtschaftlich arbeiten kann. Da zeigt sich, dass die Verpflegung an einer Schule immer Thema bleiben muss, damit schnell auf Störungen reagiert werden kann. 

Ökolandbau.de: Zeitgleich zum Beginn der verstärkten Neugründung von Ganztagsschulen wird auch der Einsatz von Bioprodukten diskutiert. Hat Bio in der Schulverpflegung Chancen?

Erhart: Ja, Bio hat gute Chancen in der Gemeinschaftsverpflegung – dann, wenn es gewollt ist! Die Stadt Marburg zum Beispiel hat schon im Jahr 2005 festgelegt, dass in städtischen Einrichtungen Bioprodukte verwendet werden sollen. Das klappt mittlerweile seit neun Jahren gut und Schwierigkeiten werden gemeistert, denn der Wille dazu ist da!  

Liebe Frau Erhart, wir danken für das Gespräch!


Letzte Aktualisierung: 10.10.2015