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Hintergrund

Mann auf Feld mit Ackerbohnen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Foto: T. Stephan, BLE

Die Gestaltung einer abwechslungsreichen Fruchtfolge (Fruchtwechsel auf einer Fläche) ist eine der zentralen Methoden des ökologischen Ackerbaus, um innerbetriebliche Nährstoffkreisläufe zu haben und das Beikraut besser kontrollieren zu können. Diese muss dabei natürlich auch den ökonomischen und sonstigen innerbetrieblichen Bedürfnissen gerecht werden. Übliche Fruchtfolgen im Ökolandbau haben 6 bis 10 Glieder.

Diese Methode bringt für die Biolandwirtin und den Biolandwirt sowohl Vorteile als auch Nachteile im Vergleich mit konventionellen Fruchtfolgen, die eher zwei- bis dreigliedrig sind und meistens eine Kultur flächenmäßig dominieren lassen (nach Cross Compliance müssen drei Fruchtarten angebaut werden, wobei keine unter 15 % des Flächenanteils liegen darf). 

Zunächst die Vorteile: Durch eine gute Planung erreichen die Biolandwirtin und der Biolandwirt  

  • eine Versorgung des Bodens mit Stickstoff durch den Anbau von Leguminosen ("Stickstoffsammler"),
  • vermindert die Massenvermehrung einzelner Beikräuter,
  • hemmt die Ausbreitung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten,
  • vermeidet wegen unterschiedlicher Bestell-, Pflege- und Erntetermine die Arbeitsspitzen, die bei Monokulturen üblich sind und
  • reduziert das Marktrisiko (vor allem wegen Preisvariabilitäten, Ernteausfälle) durch Diversifizierung der Marktfrüchte. 

Hierfür muss die Fruchtfolge auf die Standortverhältnisse, auf die Ansprüche der Nutzpflanzen, die Abfolge der Früchte (Berücksichtigung von Vor- und Nachfrucht), das Klima und den Futterbedarf der Nutztiere abgestimmt sein.  Es gibt aber auch Nachteile:

  • Die Fruchtfolge kann auf dem Ökobetrieb nicht alleine anhand der ökonomischen Ziele orientiert werden. So müssen auch Kulturen angebaut werden, die dem Betrieb nicht in erster Linie einen marktwirtschaftlichen Ertrag bringen. Dieses sind vor allem Bracheflächen in viehlosen oder vieharmen Betrieben. Wenn dort ein bis zwei Jahre Gräser und Leguminosen wachsen, kann dort nichts für den Markt produziert werden (eventuell aber Viehfutter für den Eigenverbrauch oder Verkauf).
  • Auch sind die Biolandwirtin und der Biolandwirt weniger in der Lage, sich auf wenige Kulturen zu spezialisieren, was für konventionelle Betriebe einen großen Vorteil in der Vermarktung und im Betriebsmitteleinkauf darstellt.
  • Letztendlich müssen auch mehrere verschiedene Maschinen inklusive Trecker vorgehalten werden.
  • Die Witterung und die sehr verschiedenen Ansprüche der Kulturen begrenzen die Flexibilität.

Eine ökologische und ökonomische Fruchtfolgeplanung erfordert somit viel Erfahrung und umfangreiche Kenntnisse der Bedürfnisse der Ackerfrüchte und der Wirtschaftlichkeit. 

Die vielgliedrigen Fruchtfolgen des ökologischen Landbaus bewirken, dass im Vergleich zu konventionellen Fruchtfolgen viele verschiedene und auch seltene Nutzpflanzenarten inklusive ihrer Begleitflora und -fauna auf dem Betrieb existieren. Damit leistet der Ökolandbau einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kultur- und Wildartenvielfalt im Agrarsystem. 

Weitere Informationen zu den Prinzipien des ökologischen Landbaus sind im zu finden. Spezielle Informationen rund um das Thema Fruchtfolgen stehen im Portal zur Verfügung.