Detailansicht

AöL untersucht Zutaten der #ErnährungforFuture

"… for Future" – dieser Ausdruck gilt als Stichwort für klimabewusstes Handeln, und das über die Klimaschutzbewegung hinaus. Unter dem Motto #ErnährungforFuture setzte sich die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) auf der Biofach in Nürnberg mit der Ernährung "für die Zukunft" auseinander.

Logo AÖL - AöL untersucht Zutaten der #ErnährungforFuture

Anne Mutter von Holle baby food AG, Viola Bärwald von  Too Good To Go, Kuhflüsterin Anja Hradetzky und Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Gunther Hirschfelder stellten auf dem Podium ihre Positionen zur Diskussion. Vor über 60 Zuschauerinnen und Zuschauern argumentierten sie für gemeinsames Arbeiten an den Zielen, die die Biobranche verbinden. 

Ernährungswandel zu gestalten, das bedeutet für Anne Mutter, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Holle baby food AG vor allem, transparent zu agieren und aktiv zu kommunizieren. Denn Verbraucherinnen und Verbraucher seien interessiert an der Herkunft der Lebensmittel und am Dialog mit Unternehmen. Hier hat gerade der Mittelstand durch anpassungsfähige Strukturen im Vergleich zu Großkonzernen einen Vorteil. Anja Hradetzky vom Hof Stolze Kuh sieht in einer verbündeten Land-, Lebensmittelwirtschaft und Verbraucherseite Handlungsspielraum für nachhaltiges Essverhalten. Auch Aufklärung, Ernährungsbildung und die gemeinsame Arbeit an den Werten einer nachhaltigen Esskultur sind Aufgaben für Unternehmer, so Viola Bärwald von Too Good To Go. 

Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, der im Bereich der vergleichenden Kulturwissenschaft an der  Universität Regensburg forscht, gibt zu bedenken: "Bei alldem muss man beachten, dass sich die Masse der Bevölkerung nicht für das interessiert, was die Biobranche tut." Grundaufgabe der Branche sei es, diese Mehrheit von den Vorteilen von Bio zu überzeugen – mit gutem Vorbild und mit starkem Leitbild. Aussagekräftige Argumente dafür könnten in einer hedonistisch geprägten Gesellschaft Genuss und Geschmack sein. 

Spannungsfeld Ökologie, Technologie und Digitalisierung 

Während für Anja Hradetzky Grundwerte der Bio-Bewegung bestehen bleiben müssen, notfalls auch entgegen einem Wachstum und der Technologisierung, gilt für Anne Mutter der Grundsatz "Technologien dort einzusetzen, wo sie sinnvoll sind und wo sie Problemen, wie beispielsweise der massiven Verschwendung von Lebensmitteln, entgegenwirken können." Das Spannungsfeld werde ohnehin schrumpfen, denn auch die Leitbilder des Ökolandbaus würden sich in Zukunft weiterentwickeln, so dass Ökologie und Technologe näher aneinanderrücken, so Prof. Hirschfelder. 

Gemeinschaft in Werten und Zielen 

Die Zutaten, die unsere Ernährungswirtschaft für die Zukunft braucht sind vielfältig, doch vorrangig bedarf es Gemeinschaft – auch in neuen Systemen. Die Verbindung der Glieder der Wertschöpfungskette über solidarische Systeme sieht Viola Bärwald als einen Weg. Vor allem der Zusammenschluss in einem Verband könne aber gemeinsame Werten und Ziele ausdrücken und die Unternehmen in ihrer Verantwortung und Mittlerfunktion stützen, so Anne Mutter.

Im Anschluss an eine Diskussion mit dem Publikum fasste Dr. Alexander Beck zusammen: "Wir alle sind als Bürger politisch aktiv. Daher haben wir unzählige Gestaltungsmöglichkeiten, die wir in gemeinsamen Anstrengungen nutzen sollten." Denn klar ist: ohne nachhaltige Ernährung gibt es keine Zukunft. Ernährung ist also Überlebensbedingung und Gestaltungsraum gleichermaßen. Diesen gilt es gemeinsam auszuarbeiten.  

Quelle: Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller

Nach oben