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Ausbau der Förderung gefährdeter Nutztierrassen in Sachsen

Die Zucht der gefährdeten Rassen Leicoma Schwein sowie Bunte und Weiße Deutsche Edelziege kann fortan auch in Sachsen gefördert werden. Öko-Betriebe können hiervon profitieren.

Wappen Sachsen

Dem Leicoma Schwein werden Vorzüge bei der Robustheit, bei der Mütterlichkeit, bei der Fleischqualität und bei der Mastleistung nachgesagt. Aufgrund dieser Vorzüge wird für diese Rasse insbesondere im Ökolandbau Potenzial gesehen. In Sachsen wird bereits seit längerem auch das Deutsche Sattelschwein gefördert. Diese Rasse unterscheidet sich durch eine höhere Fettauflage und ein langsameres Wachstum vom Leicoma Schwein.

Ziegenmilcherzeugnisse bilden trotz namhafter Spezialitäten wie dem Altenburger Ziegenkäse (geschützte Ursprungsbezeichnung) nach wie vor eine Nische. Der Altenburger Ziegenkäse kann nur in der Region um Altenburg im thüringisch-sächsischen Grenzgebiet hergestellt werden, wofür es selbstverständlich wirtschaftlicher Ziegenzuchtbetriebe bedarf. Die meisten Milchziegenbetriebe in Deutschland arbeiten ökologisch, mehr als bei jeder anderen Nutztierart. Die Bunte und die Weiße Deutsche Edelziege werden aufgrund ihrer guten Milchleistung am häufigsten eingesetzt. Für die Thüringer Wald Ziege wird in Sachsen schon seit längerem eine Förderung angeboten.

Interessierte Züchterinnen und Züchter in Sachsen können sich beim Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Telefon: 0351 / 8928-3301) zu den Förderbedingungen und dem Antragsverfahren informieren.

In der neuen EU-Öko-Basis-Verordnung wurde die "Förderung der Haltung seltener und einheimischer Rassen, die vom Aussterben bedroht sind" neu als ein Ziel des Ökolandbaus aufgenommen. Einheimischen Rassen ist der Vorzug zu geben. Während grundsätzlich im Ökolandbau eingesetzte Zuchttiere selbst aus Ökobetrieben kommen müssen, dürfen nach der neuen EU-Öko-Basis-Verordnung Zuchttiere gefährdeter Nutztierrassen auch dann im Ökolandbau eingesetzt werden, wenn sie nicht aus Ökobetrieben stammen. Eine vollständige Übersicht über alle gefährdeten einheimischen Nutztierrassen bietet die Rote Liste einheimischer Nutztierrassen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Broschüre kann kostenlos bei der BLE (ibv@ble.de, 0228/6845-3694) bestellt werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des sächsischen Staatsministerium für Landwirtschaft.

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