Detailansicht

Bio-Empfang des BÖLW auf der Grünen Woche: "Bio zum Normalfall machen"

Über 700 Gäste folgten der Einladung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft auf den 6. Bio-Empfang im Rahmen der Grünen Woche 2020. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Forschung, Handel, Herstellung, Medien und von zivilgesellschaftlichen Gruppen sowie Bäuerinnen und Bauern sprachen über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung.

Logo BÖLW

BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein beschrieb die wilden Zeiten, in denen sich die Land- und Lebensmittelwirtschaft aktuell befindet. Löwenstein betonte, wie dringend notwendig es sei, dass der Berufsstand ein eigenes Zukunftsbild zeichne. Den EU-Agrarkommissar forderte der BÖLW-Vorsitzende auf, Öko zu nutzen, um die Landwirtschaft Europas enkeltauglich zu machen und den "Green Deal" mit Leben zu füllen. Viele Bio-Unternehmen zeigten schon heute, wie Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sagte, wie wichtig der Green Deal für die Landwirtschaft sei. Seiner Ansicht nach solle die gesamte Landwirtschaft Europas ökologisch werden, Bio würde zum Normalfall gemacht. Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) müsse mit der zweiten Säule eine kraftvolle Entwicklung von Bio ermöglichen. Auch der EU-Öko-Aktionsplan hätte – vor allem für die Entwicklung des Bio-Marktes Europas – eine wichtige Aufgabe.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte auf dem Bio-Empfang, dass mehr Anforderungen an die Landwirtschaft auch entlohnt werden müssten. Wichtig sei dafür, dass es in der GAP verbindliche Festlegungen über die Eco-Schemes für alle EU-Staaten gäbe. Bio bezeichnete die Bundesministerin als hoch attraktiven Markt. Wichtig sei für Bio, dass die EU-Öko-Verordnung praxisgerecht gestaltet werde. Dass der Beschluss der neuen Regeln im Bio-Recht verschoben wurde, böte Möglichkeiten, gute Lösungen zu finden.

Der saarländische Landwirtschaftsminister und aktuelle Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Reinhold Jost, betonte, das Saarland hätte das Ziel von 20 Prozent Öko-Flächen der Bundesregierung jetzt schon erreicht – trotz klammer Kassen. Es gäbe deshalb keine Ausreden für andere Bundesländer, dieses Ziel nicht zu erreichen. Jost bezeichnete es als starkes Signal der Politik, würde diese in der GAP mehr Klima- und Artenschutz verankern.

Axel Vogel, Landwirtschaftsminister Brandenburgs, betonte, dass Ökolandbau die klimagerechteste Form der Landwirtschaft sei. Vogel betonte, dass sich die gesamte Landwirtschaft ändern müsse. Eine breite Bewegung junger Menschen zeige, dass Politik hier am Zug sei, aktiv zu werden.

Quelle: Pressemitteilung des BÖLW

Nach oben