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16.03.2017

Das Tierwohl im Fokus!

Mehr Tierschutzkompetenz für Öko-Kontrolleurinnen und -kontrolleure: Dies ist das Ziel des durch die Europäische Union geförderten AWARE-Projekts. Bei einem internationalen Workshop zu Tierschutzinspektionen im Ökolandbau wurden gemeinsame Kriterien und Prüfkonzepte entwickelt.

Sowohl die Öko-Verordnung der Europäischen Union als auch die Richtlinien der Anbauverbände sollen für Ökotiere ein gutes Leben gewährleisten. Sie legen für die ökologische Tierhaltung strenge Maßstäbe fest. Angekündigte und unangekündigte Kontrollen von Öko-Kontrollstellen müssen zuverlässig dafür sorgen, dass Tierschutzdefizite auf Ökobetrieben rasch erkannt und zügig abgestellt werden. Kontrolleurinnen und Kontrolleure auf Ökobetrieben müssen für solche Kontrollen besonders befähigt werden.

Im AWARE-Projekt kooperieren Öko-Kontrollstellen, Verbände und Universitäten aus verschiedenen europäischen Ländern unter Koordination der Kontrollstelle GfRS aus Göttingen. "Wer als Bio-Kontrolleur Öko-Tierhaltungen prüfen will, braucht besondere Tierschutzkompetenzen", sagt GfRS-Geschäftsführer Dr. Jochen Neuendorff. "Das Projekt baut auf Vorarbeiten eines durch zwei deutsche Bundesländer geförderten Vorhabens, die gemeinsame Tierwohlkontrolle deutscher Anbauverbände und das englische AssureWell-Projekt auf."

Auf einem internationalen Projektseminar, das vom 14. bis 15. März 2017 in Bristol / Vereinigtes Königreich stattfand, vereinbarten die Projektpartner nun gemeinsam angewandte, tierbezogene Kriterien und Prüfkonzepte für unterschiedliche Nutztierrassen, die europaweit Verwendung finden können. "Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flexible Umsetzung in den EU-Mitgliedsstaaten bei Anwendung harter, tierbezogenen Kriterien" so Chris Atkinson von der Soil Association. "So möchten wir den unterschiedlichen Verhältnissen in den verschiedenen Ländern Rechnung tragen und Gestaltungsspielraum lassen."

In der nächsten Projektphase wird unter Federführung der Universität Göttingen ein entsprechendes Trainingscurriculum für Bio-Kontrolleure erstellt.

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS)