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Ein Blogger-Workshop auf dem Hof – warum nicht?

In vielen Branchen ist es bereits üblich, Blogs für die Unternehmenskommunikation und Vermarktung von Produkten zu nutzen. Die Nutzung dieses Kommunikationsformats kann auch für landwirtschaftliche Betriebe lohnenswert sein.

Logo des BÖLN - Ein Blogger-Workshop auf dem Hof – warum nicht?

Sie heißen "Lady Landrand" oder "Kleine Chaosküche" und arbeiten in einer Welt, die auf den ersten Blick etwas fremd erscheint. Bloggerinnen und Blogger betreiben im Netz eigene YouTube-Kanäle und Internetseiten zu bestimmten Themen oder nutzen Facebook, Twitter und Instagram, um zum Beispiel über gesunde Ernährung und Lebensmittel zu "bloggen".

In vielen Branchen ist es bereits üblich, Blogs für die Unternehmenskommunikation und Vermarktung von Produkten zu nutzen. Auch für landwirtschaftliche Betriebe kann es sich lohnen, per Blog den eigenen Betrieb und die erzeugten Produkte vorzustellen, vor allem für direktvermarktende Betriebe. Denn die Reichweiten der einzelnen Blogs sind zum Teil sehr beachtlich. Viele Bloggerinnen und Blogger haben neben den üblichen Klickzahlen auch feste Abonnentinnen und Abonnenten für aktuelle Geschichten und Filme auf ihren Seiten. Etablierte Blogs im Ernährungsbereich kommen so im Monat auf 100.000 Klicks und mehr. Durch diese Multiplikatorwirkung sind Blogs auch ein spannender Weg, die moderne landwirtschaftliche Erzeugung transparent darzustellen und stärker in den Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern zu treten. 

Neue Zielgruppen im Blick

"Ein großer Vorteil ist, dass man über die sogenannten Food-Blogs eine sehr interessante Zielgruppe erreicht. Denn die regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer ernähren sich meist sehr bewusst und legen Wert auf hochwertige Lebensmittel und eine nachhaltige Erzeugung", sagt Elmar Seck, Referent im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Seck hat in diesem und im letzten Jahr vier Blogger-Workshops auf Ökobetrieben organisiert und dabei viele Erfahrungen mit Bloggerinnen und Bloggern als Multiplikatoren für landwirtschaftliche Inhalte gesammelt.  

Das Prinzip war bei allen Veranstaltungen dasselbe: Auf jedem Workshop stand jeweils eine Lebensmittelgruppe im Mittelpunkt, das heißt Milch, Fleisch, Getreide und Gemüse. Um die Inhalte praxisnah zu vermitteln und attraktive Bildmotive bieten zu können, fanden alle Workshops auf einem landwirtschaftlichen Betrieb statt. Vor Ort erläuterten die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter Hintergründe und Details zum ökologischen Anbau, zur Verarbeitung und zur Vermarktung und führten die Blogger durch die Ställe, auf den Acker oder durch die Backstube.  

Schöne Motive sind wichtig

"Wichtig ist vor allem, möglichst viele attraktive Motive anzubieten. Denn schöne Bilder sind für alle Blogs ein Aushängeschild und bei den Fans von Blogs sehr beliebt", betont Seck. Außerdem war es bei allen Workshops selbstverständlich, dass die Bloggerinnen und Blogger selbst mit anpacken, Brotteig kneten oder das Gemüse für das gemeinsame Mittagessen putzen. "Das kam in der Regel gut an, ist aber kein Muss für eine gelungene Veranstaltung."

Allerdings braucht man etwas Erfahrung, um zu verstehen, was eine Veranstaltung für Bloggerinnen und Blogger attraktiv macht. So waren nach verhaltenem Andrang beim ersten BÖLN-Workshop alle weiteren Veranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmenden nahezu ausgebucht. "Gute Veranstaltungen sprechen sich in der Bloggerszene schnell herum", erklärt Seck. "Und das kann sich für den Gastgeberbetrieb auszahlen." So addierten sich die Kontakte der Blogs aller beteiligten Food-Blogs auf den vier Veranstaltungen zu einer theoretischen Reichweite von über 1,5 Millionen Verbrauchern.  

Ein spannendes Thema finden

Selbst für kleinere landwirtschaftliche Betriebe lässt sich oft ein spannender Aufhänger für einen Blogger-Workshop finden. Je nach Betriebsschwerpunkt können das zum Beispiel der Anbau und die Verarbeitung von Kräutern oder Arzneipflanzen sein, die Fleischerzeugung mit besonderen Tierrassen oder die Besonderheiten des Obst- und Weinbaus. Gerade für Direktvermarkter ist es natürlich optimal, Bloggerinnen und Blogger aus der Region zu gewinnen, die im günstigsten Fall regelmäßig über Aktivitäten eines Betriebs berichten. 

Auch konventionelle Betriebe können auf diesem Wege die Vorzüge ihre nachhaltigen Produktionsmethoden einem breiten Publikum vermitteln. Elmar Seck: "Ein hoher Bekanntheitsgrad und ein gutes Image in den sozialen Netzwerken ist für die Landwirtschaft allgemein von großem Interesse. Aber gerade für verbraucherorientierte Betriebe ist es auch eine wichtige Währung, die sich nicht zuletzt beim Umsatz bezahlt machen kann."

Quelle: Pressemitteilung des BÖLN

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