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Erfolgreiche 3. Biointensive Marktgarten & Mikrofarming Konferenz

Junge Menschen, die sich für den niedrigschwelligen Einstieg in die Landwirtschaft interessieren, erhielten am 28. und 29. November jede Menge Inspiration. An der dritten biointensiven Marktgarten & Mikrofarming Konferenz nahmen rund 140 Teilnehmende aus dem deutschsprachigen Raum teil, um sich fachlich auszutauschen, neue Ideen zu bekommen und weitere Kontakte zu knüpfen.

Logo Stiftung Ökologie und Landbau

Aufgrund der bestehenden Corona-Pandemie fand die Konferenz virtuell statt. Das Orga-Team musste dabei das komplette Programm samt Technik innerhalb eines Monats anpassen. Das bunte Programm reichte von Vorträgen international renommierter Expertinnen und Experten und deutschsprachigen Praktikerinnen und Praktikern bis hin zu Workshop-Sessions und Austauschrunden.

Am Abend des 28. November begann die Veranstaltung mit dem Eröffnungsvortrag von Eliot Coleman. Der 82-jährige ist amerikanischer Biopionier, Autor und Verfechter des "Real Organic Farming". Für viele jüngere Pionierinnen und Pioniere des Market Gardening gilt er als Vorbild. Er beschrieb seinen Werdegang, die Reisen zu den Biogärtnereien nach Europa in den 1970er Jahren und berichtete von seinen zahlreichen Innovationen, welche das händische Gärtnern auf kleiner Fläche erst profitabel machten.

Am Samstag 29. November, gaben in parallelen Workshops Tanja Westfall-Greiter (Tanjas Küchengarten), Orfeas Fischer (Weierhöfer Gartengemüse) und Urs Mauk (WirGarten e.V.) Einblicke in ihre Vermarktungswege des Mikrofarmings. Die Teilnehmenden konnten dabei virtuelle Workshopräume aufsuchen. Dabei zeigte sich, dass die Vermarktungswege vielfältig sind, der ökonomische Erfolg vor allem in der Direktvermarktung und in der Vielfalt besteht.

Matteo Mazzola aus Norditalien (von der Iside Farm) hielt am Sonntag den Abschlussvortrag. Seit sechs Jahren bewirtschaftet er einen sechs Hektar großen Betrieb in vielfältiger regenerativer Weise. Er kombiniert Agroforstsysteme, mit Tierhaltung und einem Marktgarten und schafft dabei ein produktives und resilientes Ökosystem. Dabei schafft er Mehrnutzungssysteme auch in der Art der Infrastrukturgestaltung (Gebäude, Straßen). Eine seiner Hauptbotschaften ist: "Erst die Natur kapieren, dann kopieren."

Die Teilnehmenden waren von der Konferenz begeistert und schätzten insbesondere die Vielfalt an Themen sowie die gelungene technische Umsetzung und nahmen viele Impulse für ihre eigenen Betriebe mit.
Mitorganisator Manuel Nagel von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) begleitet das Thema schon seit Jahren und resümiert: "Das Interesse an den Mikrofarming-Konzepten ist enorm. Die Anzahl der Betriebe steigt stetig. Dabei beeindruckt mich vor allem die Professionalität und die Vielfalt der Betriebe. Uns freut es, mit dieser Konferenz nun schon im dritten Jahr in Folge der Marktgarten und Mikrofarming Bewegung in Deutschland eine Bühne bereitet zu haben. Daran möchten wir anknüpfen und im nächsten Jahr weitere Bildungsformate durchführen."

Organisiert wurde Veranstaltung von Vivian Glover (Gemüsegarten Hoxhohl), Maya und Sebastian Heilmann (Die Zukunftsbauern), Tobias Kamphoff, Nils Zahn und Manuel Nagel. Getragen von der SÖL gemeinsam mit dem Öko-Junglandwirte Netzwerk und dem Schloss Tempelhof. Unterstützt wurde sie von Followfood.
Eine Videodokumentation wird in Kürze auf Youtube veröffentlicht.

Hintergrund

Seit ein paar Jahren entstehen weltweit neue landwirtschaftliche Modelle, die durch ihren systemischen Ansatz beeindruckende Effekte aufweisen. Sie sind auf kleiner Fläche sehr produktiv und nennen sich Biointensive Landwirtschaft, Market Gardening oder Mikrofarms. Inspiriert von agrarökologischen und permakulturellen Denkweisen sind sie ökonomisch rentabel, ökologisch wertvoll und sozial wertschätzend. Ihre geringen Investitionskosten machen diese Konzepte besonders für junge Menschen interessant, die in die Landwirtschaft einsteigen möchten.

Quelle: Stiftung Ökologie & Landbau

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