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Erstmals drei Öko-Modellregionen für Niedersachsen

Mit einer Auftaktveranstaltung am 3. Januar 2020 hat Ministerin Barbara Otte-Kinast offiziell den Startschuss für die ersten drei Öko-Modellregionen in Niedersachsen gegeben. Holzminden, Goslar und Uelzen erhalten eine Förderung und dürfen sich künftig mit dem neuen Label schmücken.

"Ich möchte den Ökolandbau in Niedersachsen weiter voranbringen", sagte Otte-Kinast während der Veranstaltung vor rund 60 Gästen. Die neuen Öko-Modellregionen (ÖMR) seien ein weiterer wichtiger Bestandteil für die Umsetzung des vom Land entwickelten "Aktionsplan für mehr Ökolandbau Niedersachsen". Hinter diesem Titel steht das Ziel der Landesregierung, den Anteil an ökologischen Betrieben bis 2025 zu verdoppeln (auf dann rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe). "Der Bio-Markt wächst - nimmt dabei aber leider die regionalen Betriebe und Unternehmen oftmals nicht mit. Hier wollen wir mit unseren Öko-Modellregionen ansetzen", so die Ministerin. "Bio soll auch regional wachsen!"

Die Projektträger aus den Landkreisen Holzminden, Goslar und Uelzen präsentierten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) während der Auftaktveranstaltung ihre Konzepte. Dabei wurde deutlich, dass jede der Regionen über unterschiedliche Voraussetzungen und Potenziale verfügt. Während die "Öko-Modellregion Landkreis Holzminden" für sich besondere Entwicklungspotenziale in den Bereichen der Bio-Rindfleischproduktion und des ökologischen Ackerbaus sieht, möchte die "Öko-Modellregion Heideregion Uelzen" vor allem die Marktchancen von regionalen Bioprodukten - etwa mit einer "regionalen Öko-Produktreihe" in Zusammenarbeit mit dem regionalen Einzelhandel steigern.

Die "Öko-Modellregion Landkreis Goslar" folgt ihrem Leitsatz "Harz und Harzvorland - (öko)logisch verbunden!" und stellte in ihrem Konzept die Vorzüge ihrer zentralen Lage in der Metropolregion Hannover-Göttingen-Braunschweig heraus.

Über drei Jahre hinweg dürfen die Projektträger aus den Landkreisen und entsprechenden LEADER-Regionen ihre Ideen zur Stärkung des Ökolandbaus gemeinsam mit ihren Partnern des Biosektors in der Verarbeitung und beim Handel nun in die Tat umsetzen. Sie werden dabei mit jeweils bis zu 60.000 Euro pro Jahr vom Land unterstützt. Zuvor hatten sie eine Fachjury aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Fachbehörden von ihren Plänen überzeugt.

Das Programm der Auftaktveranstaltung wurde ergänzt durch Fachvorträge von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft (Katrin Zander, Thünen Institut), Wirtschaft (Volker Krause, Bohlsener Mühle, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) und dem Projektmanagement für Öko-Modellregionen in Bayern (Katharina Niemeyer, Bayrische Verwaltung für Ländliche Entwicklung). Dort besteht diese Förderung bereits seit 2014 in nunmehr 27 Regionen. Weitere Veranstaltungen sollen dann in den drei neuen Öko-Modellregionen folgen. Informationen zu den Projektfortschritten, Ansprechpartnern oder Veranstaltungen erhalten Sie auf der Webseite des Landwirtschaftsministeriums.

Hintergrund

Ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren für die ersten vom Land geförderten Öko-Modellregionen (ÖMR) hatten der Landkreis Goslar (gemeinsam mit der LEADER-Region Westharz), die Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (gemeinsam mit der LEADER-Heideregion Uelzen) und der Landkreis Holzminden (gemeinsam mit der LEADER-Region VoglerRegion im Weserbergland) durchlaufen.
ÖMR gibt es bereits in anderen Bundesländern, wie etwa in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Das Grundprinzip einer ÖMR ist auf die Erhöhung des regionalen Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe (Produktion, Verarbeitung, Vermarktung) ausgerichtet. Der Fokus liegt dabei auf kommunalen und regionalen Strukturen und Netzwerken. Beispiele für Tätigkeitsfelder in ÖMR sind etwa der Aufbau von bäuerlichen Liefergemeinschaften für den Lebensmitteleinzelhandel oder der Ausbau der Direktvermarktung zum Erhalt der regionalen Nahversorgung auf dem Land.

Quelle: Pressemitteilung ML Niedersachsen

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