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06.04.2017

Hof-Schenkungen: Neue BioHöfe-Stiftung nimmt Arbeit auf

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Die Stiftung Ökologie & Landbau und die GLS Treuhand haben eine Stiftung gegründet, in die Höfe als Schenkung eingebracht werden können. Erster Betrieb ist der Bärenbrunnerhof in der Pfalz.

Viele Biobäuerinnen und -bauern bangen um ihr Lebenswerk, wenn sie im Alter keine Erben und Nachfolger haben. Die neue BioHöfe-Stiftung für eine zukunftsfähige Agrarkultur kümmert sich künftig darum, dass ihr Betrieb auch weiterhin im Sinne der abgebenden Landwirtinnen und Landwirte ökologisch bewirtschaftet wird.

Wie im Falle des Bärenbrunnerhofs im Süden der Pfalz. Landwirt Peter Guth hatte in seinem Testament verfügt, dass sein 120 Hektar großer Bio-Bauernhof mit Gaststätte und Ferienwohnungen nach seinem Ableben in das Eigentum einer gemeinnützigen Stiftung überführt werden sollte. Weil aber die Angehörigen keine eigene Stiftung gründen wollten, entschieden sie sich für eine Schenkung an die neue BioHöfe-Stiftung. Sie gewährleistet, dass das Erbe des Landwirts in seinem Sinne weitergeführt wird. Das Ansinnen der Erben dieses malerischen Hofs war der Anfangsimpuls für die gemeinnützige Stiftung. Und die scheint notwendig: Denn laut Schätzungen werden über 35 Prozent aller Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen, das sind auch hunderte Bio-Landwirtinnen und -Landwirte. Ein Teil davon hat jedoch keine Kinder oder Erben, die den Hof fortführen oder Eigentümer einer Wiese oder eines Ackers sein wollen.

Hier setzt die BioHöfe-Stiftung an: Wer seinen Grund und Boden oder seinen ganzen Hof auch in Zukunft ökologisch geführt und in guten Händen wissen will, kann sich künftig an die BioHöfe-Stiftung wenden. Hier bekommen Interessenten kompetente Beratung und Unterstützung bezüglich Spenden, Stiften und Schenken ihres Eigentums. "Damit leisten wir einen Beitrag zum Erhalt des Ökolandbaus und damit einer zukunftsfähigen Agrarkultur", so die neuen Stiftungsvorstände Nikolai Fuchs, Dr. Uli Zerger und Uwe Greff einmütig.

Auf den Höfen wird die die BioHöfe-Stiftung gemeinnützige Projekte insbesondere im Natur- und Umweltschutz fördern, wie zum Beispiel Forschungsvorhaben und Kulturprojekte zu Themen der ökologischen Landwirtschaft. Die BioHöfe-Stiftung versteht sich in gewissem Sinne als Schwester der 2015 gegründeten BioBoden Genossenschaft, die mit einen Anstoß zur Gründung der Stiftung gegeben hat. In Abgrenzung zur neuen BioHöfe-Stiftung kauft BioBoden landwirtschaftliche Flächen und ganze Höfe, um sie an Biobäuerinnen und -bauern weiterzuverpachten, oder selber zu bewirtschaften. So können nun auf zweifache Weise Flächen und Höfe für die ökologische Landwirtschaft gesichert werden: einmal durch die Mitgliedschaft in der BioBoden Genossenschaft und einmal durch Schenkungen in die BioHöfe-Stiftung.

Mehr Informationen unter: www.biohoefe-stiftung.de

Die Gründungspartner der BioHöfe Stiftung

Gründungsstifter Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL)

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) setzt sich für eine Landwirtschaft ein, die von bäuerlichen Werten geprägt ist, verantwortlich mit Lebensgrundlagen wie Boden und Wasser umgeht, eine artgemäße Tierhaltung praktiziert und den Menschen ein gesundes Lebensumfeld sichert. Ziel der SÖL ist eine flächendeckende ökologische Landwirtschaft. Deshalb ist es der SÖL ein Anliegen, den Biolandbau sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterzuentwickeln. Die SÖL will insbesondere die Gesellschaft für die Bedeutung einer umwelt- und menschengerechten Landbewirtschaftung sensibilisieren. Damit mehr Menschen für den ökologischen Landbau und die langfristige Sicherung unserer Lebensgrundlagen gewonnen werden können, möchte die SÖL aufklären, vernetzen und weiterbilden. Ein Schwerpunkt stellt die Bildungsarbeit dar, die unter der Zielsetzung steht, kommende Generationen zu befähigen, die Zukunftsaufgaben bewältigen zu können.

Mehr unter: www.soel.de 

Gründungsstifter GLS Treuhand e.V.

Der GLS Treuhand e.V. fördert mit Ideen und Geld gemeinnützige Vorhaben für eine offene, aktive Bürgergesellschaft. Sie ist mit eigenen Zukunftsstiftungen tätig und verwaltet unselbstständige und selbstständige Stiftungen. Die GLS Treuhand unterstützt soziale, ökologische und kulturelle Lern- und Entwicklungsfelder und nutzt ihre über 50-jährige Erfahrung für die Weiterentwicklung von sinnvollen Beteiligungs- und Eigentumsformen in Wirtschaft und Gesellschaft. Durch Spenden, Schenkungen und Erbschaften fördert sie mit zahlreichen Partnern jährlich etwa 500 Projekte mit über 7 Millionen Euro. Das Spektrum reicht dabei von der Bildungsinitiative über die ökologische Saatgutforschung und Zukunftsstiftung Landwirtschaft bis hin zur Stärkung von Energiegenossenschaften.

Mehr unter: www.gls-treuhand.de 

Mit-Initiator BioBoden eG

Die BioBoden Genossenschaft will die Bio-Anbaufläche in Deutschland sichern und ausbauen. Dazu kauft sie für Ökolandwirtinnen und -landwirte Flächen und Betriebe, stellt diese gegebenfalls auf ökologische Landwirtschaft um und bewirtschaftet sie zum Teil auch selbst. Dadurch will sie den Öko-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche signifikant ausbauen. Die BioBoden Genossenschaft arbeitet auf einem Fundament einer 50-jährigen Erfahrung ihrer Gründungspartner und hat sich dem Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und der Landsicherung verschrieben. 

Mehr unter: www.bioboden.de

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Ökologie & Landbau