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Los geht's: BioBitte startet in Essen und Darmstadt

Die Initiative BioBitte hat ein klares Ziel: Sie will den Anteil von Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung auf 20 Prozent und mehr steigern. Nun sind Infoblätter erschienen und es fanden die ersten Veranstaltungen statt. Im September lädt BioBitte zum ersten Dialogforum in Leipzig ein.

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Die Corona-Pandemie hat insbesondere die Außer-Haus-Verpflegung (AHV) vor große Herausforderungen gestellt: Kitas und Schulen wurden geschlossen, Messen und Veranstaltungen abgesagt, Kantinen blieben wochenlang geschlossen. Inzwischen haben Einrichtungen teilweise wieder geöffnet und in manchen Kantinen läuft der Betrieb langsam wieder an.

Auftakt in Essen

Nach Wochen des Wartens geht es für die Initiative BioBitte mit neuen Angeboten weiter: Anfang Juni brachte BioBitte Verantwortliche aus Politik und Verwaltung sowie Küchenleitungen aus Essen (Ruhr) bei einer digitalen Initialveranstaltung am Bildschirm zusammen. Die einstige Kohle- und Stahlhochburg im Ruhrgebiet hat sich gewandelt. 2017 zur Grünen Hauptstadt Europas gewählt, hat sich die Stadt nun weitere Nachhaltigkeitsziele gesetzt: Essen will Teil des Biostadt-Netzwerks werden und das innovative Modellprojekt "Essener Zukunftsküche", ein Fortbildungs- und Schulungszentrum für Kantinen und Caterer nach dem Vorbild von Kopenhagen, auf den Weg bringen. Auch der Anteil von Bio-Lebensmitteln der Gemeinschaftsverpflegung soll deutlich steigen. Im Rathaus stoß die Initialveranstaltung von BioBitte auf positive Resonanz. Oberbürgermeister Thomas Kufen sagte: "Ich verstehe die Initiative BioBitte als freundliche Aufforderung und als klare Einladung, sich dem Thema anzunehmen und den Prozess kritisch zu begleiten."

Darmstadt ist auch dabei

Auch in Darmstadt startete BioBitte mit einer Initialveranstaltung: Schon zu Jahresbeginn hatte in der hessischen Kommune das Stadtparlament entschieden, den Anteil an ökologisch hergestellten, fair gehandelten und regionalen Produkten in der Schulverpflegung binnen weniger Jahre auf 50 Prozent zu erhöhen. Wie dieses Ziel konkret zu erreichen ist, diskutierten bei der digitalen Veranstaltung von BioBitte Vertreterinnen und Vertreter der Ökomodellregion Süd und der Klimaschutzmanager mit Kolleginnen und Kollegen aus der Vergabestelle, einem Gastronomen, Kantinenbetreibern sowie Bio-Landwirten. Im Zentrum stand die Frage, mit welcher Produktpalette sich der Bio-Anteil anheben lässt. Ganz konkret: Wo gibt es eine geeignete Bezugsquelle für verzehrfertige, geschälte Bio-Kartoffeln in der Region?

Erste Präsenzveranstaltungen in Aichach (Bayern) und Saarbrücken

Nach den beiden Online-Veranstaltungen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der BioBitte Initialveranstaltungen in Aichach (Bayern) und Saarbrücken erstmals wieder zu persönlichen Gesprächen zusammen – selbstverständlich mit Abstand. Bereits in der Vergangenheit hatte die Landeshauptstadt Saarbrücken in ihren Ausschreibungen auf mehr regionale Produkte und Bio-Lebensmittel in ihren Küchen gesetzt. Um kommende Ausschreibungen noch erfolgreicher zu gestalten, diskutierten die Teilnehmenden unter anderem über die Frage welche Qualitätskriterien – Bio-Anteil, Saisonalität, DGE-Zertifizierung, Mischkost/Frischkost, – sich wie in einem Vergabeverfahren verankern lassen. So konnten wichtige Impulse für die anstehenden Ausschreibungen, insbesondere im Bereich der Kita-Verpflegung, aufgenommen worden. Auch das Interesse am Netzwerk der Bio-Städte war von Seiten der Stadt Saarbrücken groß. Am 16. September bietet sich Akteuren aus der Region Leipzig im ersten BioBitte-Dialogforum die Gelegenheit für Austausch und Vernetzung mit regionalen Partnern sowie guter Praxis anderer Städte. Themen des Tages: Bio, Regional und Saisonal in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung. 

Weitere Veranstaltungsorte und Kontaktmöglichkeiten

BioBitte Infoblätter erschienen

Neben den moderierten Fachveranstaltungen bietet BioBitte passende Hintergrundinfos und Materialien für kommunale Entscheidungsbefugte, Mitarbeitende in Vergabestellen und Leitungen von Verzehreinrichtungen. Gerade erschienen sind drei neue Infoblätter zu der Rolle von Bio in der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie, den Einsatzmöglichkeiten von Bio-Lebensmitteln und der Auswahl geeigneter Beschaffungswege.

Die Bedeutung dieser Rolle betont auch Reiner Lennemann, der Leiter des Amts für Umweltschutz und Energiefragen der Bio-Stadt Erlangen im Interview mit BioBitte.

Quelle: BioBitte!

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