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11.07.2018

Mehr Bio in MV – Potenzial öffentlicher Verpflegung nutzen

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Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nahm am 9. Juli auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern an deren diesjähriger Sommerreise unter dem Motto "Mehr Bio in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung" teil.

"Mecklenburg-Vorpommern ist in Sachen Ökolandbau ganz weit vorn. Um auf diesem erfolgreichen Kurs zu bleiben, ist die Erschließung neuer Absatzmärkte besonders wichtig", betonte der Minister. Dabei sei die bio-regionale Verpflegung in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ein wichtiger Baustein. "Angesichts von 7,5 Millionen Gästen mit fast 30 Millionen gebuchten Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2017 sehe ich aber auch in der Gastronomie deutlich mehr Potenzial für den Absatz von regionalen und saisonalen Bio-Produkten", so der Minister. 

Klare Strategie des Landwirtschaftsministeriums ist daher vor allem eine stärkere Vernetzung auf der Angebotsseite. "Hierfür müssen schnellstmöglich Lösungsvorschläge auf den Tisch. Ich denke da zum Beispiel an die Zusammenstellung von Bio-Angebotspaketen für die Gastronomen und Kantinenbetreiber im Land", sagte der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt den Aufbau eines solchen "Netzwerkes Ökologischer Landbau" in den Teilnetzwerken Ackerbau, Tierhaltung, Gartenbau sowie Verarbeitung und Gastronomie im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2019 mit über 550.000 Euro. Um auch auf der Nachfrageseite weiter voranzukommen, erarbeitet das Ministerium zudem einen Leitfaden, wie Gastronominnen und Gastronomen und Kantinenbetreiberinnen und -betreiber Bioprodukte zukünftig noch gezielter verwenden und bewerben können. 

"Unser erklärtes Ziel ist es, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite ein schlüssiges Konzept vorlegen", bekräftigte Backhaus. Dies gehe jedoch nicht ohne die aktive Mitgestaltung der Ökobranche. "Ich bin sicher, dass wir den Anteil der ökologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe erhöhen können, wenn diese Betriebe den Absatz ihrer kostenintensiven Bioprodukte gesichert sehen." Der Minister forderte die ökologischen Anbauverbände mit ihren Vermarktungseinrichtungen daher auf, sich noch stärker in die Vermarktung ökologischer Erzeugnisse einzubringen. 

Gleichzeitig sei aber auch die Beratung und Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben wichtig, die auf die ökologische Wirtschaftsweise umstellen wollen. "Auch da sehe ich die Anbauverbände noch stärker in der Pflicht", so der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt die Beratung zu Fragen des ökologischen Landbaus mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit einem Fördersatz von 90 Prozent.    

Hintergrundinformationen: 

In Mecklenburg-Vorpommern lag der Zuwachs an ökologisch bewirtschafteter Fläche zwischen Januar und Mai 2018 bei 9.662 Hektar. Insgesamt werden aktuell damit bereits mehr als 149.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Das sind 11,1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. 944 Landwirtschaftsbetriebe und damit fast jeder 5. Betrieb (19,3 %) wirtschaftet ökologisch. 

Das von der Landesregierung festgesetzte Ziel, bis zum Jahr 2021 im Land eine Fläche von 150.000 Hektar ökologisch zu bewirtschaften, wird voraussichtlich bereits zur Jahresmitte 2018 erreicht. Die Landesregierung wird sich auch weiterhin nachdrücklich für die erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus einsetzen. Dazu wurde das Landesprogramm zur Stärkung und Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in MV "Öko-Kompetenz MV 2020" erarbeitet. Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft "Regionalität" aus dem Gesundheits- und Tourismusland MV deutlich mit der Eigenschaft aus "ökologischen Landbau" und "ökologischer Tierhaltung" zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern