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Mehr Bio mit Naturland

Naturland hat 2021 mit einem Flächenzuwachs von fast zehn Prozent einen starken Beitrag zum Ausbau des Öko-Landbaus in Deutschland geleistet. Auch international fiel die Naturland Entwicklung mit einem Flächenzuwachs von neun Prozent erneut deutlich positiv aus.

Naturland hat 2021 wieder einen überdurchschnittlich starken Beitrag zum Ausbau des Öko-Landbaus geleistet - in Deutschland und weltweit. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr fast 26.000 Hektar Äcker und Wiesen auf ökologische Bewirtschaftung nach Naturland Richtlinien umgestellt, ein Zuwachs um 9,9 Prozent. Insgesamt legte die Öko-Fläche in Deutschland im gleichen Zeitraum um 4,8 Prozent zu.

Auch international fiel die Naturland Entwicklung mit einem Flächenzuwachs von 9,0 Prozent erneut deutlich positiv aus. Die Zahl der Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern, die in 60 Ländern nach Naturland Richtlinien arbeiten, stieg sogar um über 30 Prozent auf mehr als 140.000.

Heigl: Die Politik muss jetzt eine starke Bio-Dynamik in Gang setzen

"Naturland hat auch 2021 wieder überdurchschnittlich viele Betriebe auf Öko umstellen können. Dennoch reicht das derzeitige Tempo bei der Umstellung nicht aus, um das Ziel von 30 Prozent Öko-Landbau bis 2030 zu erreichen", kommentiert Naturland Präsident Hubert Heigl die Entwicklung. "Wir brauchen deshalb genau jetzt klare Impulse aus der Politik, um die notwendige Dynamik bei der Umstellung auszulösen", fordert der Naturland Präsident.

Denn die Chancen für mehr Bio sind Heigl zufolge so gut wie nie. "Die Nachfrage ist da, und zugleich geben in einer aktuellen Umfrage 20 Prozent der konventionellen Betriebe in Deutschland an, dass sie sich eine Umstellung auf Bio vorstellen können", unterstreicht der Naturland Präsident: "Aber die misslungene GAP-Reform hat viele Betriebe unsicher gemacht. Deshalb brauchen wir jetzt klare Weichenstellungen der neuen Bundesregierung, dann werden 30 Prozent Bio ein realistisches Ziel."

Naturland Europa leistet Beitrag zur „Farm to Fork“-Strategie

Die rund 4.500 Naturland Betriebe in Deutschland bewirtschaften aktuell zusammen knapp 290.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche, dazu kommen noch mehr als 50.000 Hektar ökologische Waldwirtschaft. Außerhalb Deutschlands wird ebenfalls auf mehr als 300.000 Hektar Öko-Landbau nach Naturland Richtlinien betrieben, außerdem ökologische Aquakultur auf weiteren 15.000 Hektar.

Die internationale Entwicklung fiel dabei regional sehr unterschiedlich aus. In Europa wuchs die Naturland zertifizierte Fläche insgesamt um fast 30 Prozent (ohne Deutschland); starke Zuwächse gab es vor allem in Österreich, Italien und Spanien, während in Osteuropa teils Rückgänge zu verzeichnen waren. "Insgesamt leistet Naturland damit auch auf europäischer Ebene einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 'Farm to Fork'-Strategie mit dem Ziel von EU-weit 25 Prozent Bio bis 2030", unterstreicht Naturland Geschäftsführer Steffen Reese.

Naturland stützt die kleinbäuerliche Landwirtschaft weltweit

Weltweit konnte Naturland seine Rolle als Verband der kleinbäuerlichen Landwirtschaft weiter festigen. Die große Mehrzahl der insgesamt 140.000 Naturland Bäuerinnen und Bauern sind in einer von insgesamt 159 Naturland Kooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Ein Beispiel ist die Kooperative GULU in Uganda, die maßgeblich zum starken Anstieg bei der Zahl der Naturland Bäuerinnen und Bauern im vergangenen Jahr beigetragen hat. Die rund 33.000 Mitglieder der Kooperative bauen auf Flächen von kaum einem Hektar pro Familie Sesam nach Naturland Richtlinien an. Die Familien kommen zum großen Teil aus Flüchtlingslagern im Norden Ugandas und bekommen durch die Arbeit der Kooperative eine Zukunft.

Schon im vorangegangenen Jahr war die Zahl der Naturland Kleinbauern sprunghaft um mehr als 30.000 gestiegen, damals dank einer großen Kooperative in Sierra Leone. Aber auch abseits solcher außergewöhnlichen Entwicklungen profitieren weltweit immer mehr kleine Familienbetriebe von der Nachfrage nach Naturland zertifizierten Bio-Produkten. So gab es 2021 beispielsweise auch Zuwächse bei Trockenfrüchten aus der Türkei oder Kokosprodukten aus Indonesien und Sri Lanka.

Quelle. Naturland-Pressemitteilung

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