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Neue Hoffnung für den Anbau der Gelben Lupine

Gelbe und Weiße Lupinen werden wegen ihrer Anfälligkeit für die Brennfleckenkrankheit (Anthraknose) kaum noch angebaut. Dabei hat etwa die Gelbe Lupine den Vorteil, dass ihre Proteingehalte deutlich höher liegen als bei der Blauen Lupine, die zurzeit fast ausschließlich angebaut wird.

Lupinenhülse - Neue Hoffnung für den Anbau der Gelben Lupine

Um die bestehenden Schwächen der Gelben und Weißen Lupine auf züchterischem Wege zu optimieren und ihren Anbau zu beleben, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Groß Lüsewitz in einem 3-jährigen Projekt bestehende Sorten und Stämme beider Lupinenarten auf erwünschte Merkmale wie Resistenz und frühe Abreife geprüft. Das Projekt fand im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) statt.

Während bei den untersuchten Typen der Weißen Lupine keine erwünschten Eigenschaften gefunden wurden, kristallisierte sich bei der Gelben Lupine die polnische Sorte Taper heraus. Taper erwies sich als sehr resistent gegenüber Anthraknose und zeichnete sich durch eine frühzeitige Abreife aus. Bei zufriedenstellenden Erträgen lag ihr Proteingehalt mit knapp 40 Prozent leicht unter dem Durchschnitt der geprüften Sorten. Damit empfiehlt sich Taper nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher für den Anbau von Gelber Lupine. "Außerdem ist diese Sorte für uns ein vielversprechender Anknüpfungspunkt für die weitere Sortenzüchtung", sagt Dr. Brigitte Ruge-Wehling vom JKI, die das Projekt betreute. Ein weiteres elementares Züchtungsziel bei Lupinen ist ein hoher Ertrag, der aber in der Regel mit niedrigen Proteingehalten verbunden ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten jedoch einen Zuchtstamm der Gelben Lupine, der hohe Erträge mit vergleichsweise hohen Proteingehalten kombinierte. Auch dieser Stamm ist damit sehr interessant für die Entwicklung neuer Sorten der Gelben Lupine. Allerdings besitzt er keine Resistenz gegenüber Anthraknose, sodass eine Einkreuzung von Resistenzgenen, etwa durch die Sorte Taper, laut Ruge-Wehling unbedingt notwendig ist. Grundsätzlich sieht die Züchtungsforscherin durch die Ergebnisse vielversprechende Perspektiven für die Züchtung neuer Gelbe Lupine-Sorten. Sie hält den Anbau vor allem auf sandigen Böden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg für sinnvoll. "Wir wollen mit der Lupine keine Alternative zu Sojafuttermitteln aufbauen, sondern eine heimische Proteinquelle als Ergänzung anbieten", sagt Ruge-Wehling. "Dabei sehen wir das größte Potential der Lupine als hochwertigen Rohstoff für die menschliche Ernährung. Die Strukturen in der Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln auf Lupinenbasis sind schon sehr weit entwickelt. Das macht den Anbau für Landwirte durchaus attraktiv, vorausgesetzt er kann auf leistungsstarke Sorten zurückgreifen." 

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