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23.10.2019

Aquakultur: Neues Analyseinstrument für mehr Tierwohl

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Mithilfe einer Excel-Anwendung können Fischhalterinnen und -halter künftig Daten zum Ernährungszustand, Schwimmverhalten oder Sauerstoffgehalt im Wasser leichter erfassen und bewerten. Anwendbar ist das neue Instrument für die Regenbogenforelle und den europäischen Zander.

Umwelt, Individuum und Fischbestand: Diese drei Kategorien können Fischhalterinnen und -halter ab sofort mit einem neuen Excel-Tool bewerten, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Binnenfischerei e.V., Potsdam-Sacrow, in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg, Fischereiforschungsstelle (FFS) Langenargen, unter Praxisbedingungen entwickelt haben.

Die erarbeiteten Indizes zeigen, wo es hakt

Mit überschaubarem zeitlichen Aufwand werden je Kategorie Werte für einzelne Indikatoren eingetragen und anhand der wissenschaftlichen Referenzwerte Indizes ermittelt. "Der Fischhalter sieht damit sofort, an welcher Stelle noch optimiert werden kann", so Dr. Andreas Müller-Belecke. Unter den "Umweltbedingungen" lassen sich beispielsweise der pH-Wert oder der Ammoniakanteil im Wasser bewerten. Im Bereich "Individuum" können Ernährungs-, Kiemen- oder Flossenzustand untersucht werden. Die Kategorie "Fischbestand" gibt Auskunft über Futteraufnahme, Schwimmverhalten oder Mortalität.

Grundlage sind international anerkannte Methoden und Daten

Das Analyseinstrument bietet für den Fischhalter selbst, aber auch für Fischerei- und Veterinärbehörden sowie Verbraucherinnen und Verbraucher eine Möglichkeit zur Beurteilung der Tiergerechtheit in der Fischhaltung, die auf einer international eingesetzten, methodisch einheitlichen, objektiv erfassten Datengrundlage fußt. Damit lässt sich die Berücksichtigung von Tierwohlaspekten bei der Fischhaltung in Deutschland zukünftig weiter fördern. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat das Projekt im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Projektträger betreut.

Das Analysetool kann beim Institut für Binnenfischerei e.V. angefordert werden (Kontakt: Dr. Andreas Müller-Belecke; 033201 406-13; andreas.mueller-belecke@ifb-potsdam.de).

Quelle: BLE