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06.11.2019

Artenreiches Grünland in Bayern: Wo stehen wir, wo kann es hingehen?

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Am 17. Kulturlandschaftstag des Instituts für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter sowie Praktikerinnen und Praktiker Daten und Fakten zum artenreichen Grünland vor.

Nicht erst mit der Krefeld-Studie zum Insektensterben und dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist die Biodiversität im bayerischen Grünland ein wichtiges Thema für die Landwirtschaftsverwaltung geworden. Auch wenn das Grünland noch viele Biodiversitätsschätze bewahrt hat, sind diese seit Jahren unter zunehmenden Druck geraten, zum Beispiel durch die Intensivierung der Bewirtschaftung.

Nachdem Prof. Dr. Thomas Potthast (Universität Tübingen) Perspektiven und Lösungsansätze für das Konfliktfeld Stadt und Land(wirtschaft) skizzierte, ging Dr. Gisbert Kuhn (LfL) auf die botanische Artenvielfalt im bayerischen Wirtschaftsgrünland ein. Durchschnittlich kommen in Bayern 20 Arten auf 25 m² vor; rund 20 Prozent der Flächen sind artenreich mit 25 Arten pro 25 m² und mehr. Seit 2015 können Landwirtinnen und Landwirte für artenreiche Flächen eine Förderung nach dem Kennartenprinzip erhalten, wie Dr. Franziska Mayer (LfL) erläuterte. Ansätze um auch in Zukunft artenreiches Grünland zu erhalten, stellte Prof. Dr. Johannes Isselstein (Georg-August-Universität Göttingen) vor und legte dabei einen Schwerpunkt auf die Förderung der Tierhaltung. Wie Landwirtinnen und Landwirte weitgehend selbstständig eigene Flächen mit Arten anreichern können, wurde im Projekt Transfer untersucht, berichtete Dr. Sabine Heinz (LfL).

Am Nachmittag kamen dann die Praktiker Norbert Grenzebach (Milchviehbetrieb), Florian Hirsch (Schäfereibetrieb) und Hans Leo (Milchviehbetrieb) zu Wort und erläuterten, wie sie artenreiches Grünland in ihrem Betrieb nutzen und damit den Artenreichtum erhalten.

Das Fazit der Veranstaltung mit einem Ausblick in die Zukunft des artenreichen Grünlandes wagte Prof. Dr. Martina Hofmann (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf). Sie betonte auch die positiven Effekte von Weidehaltung für die Biodiversität.

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft