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01.04.2019

Bio-Bauer meets Koch – Speeddating auf der 2. Bonner Bio-Gastro Messe

Dr. Peter Pluschke vom Biostädte-Netzwerk am Stand des BÖLN, Quelle: BLE

Am 25. März 2019 fand im Bonner BaseCamp zum zweiten Mal die regionale Bio-Messe für Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung statt. Sie dient der Vernetzung von Bio-Erzeugern und Gastronomie in der Region.

Für die Gastronomie ist die Versorgung mit biologisch und regional erzeugten Produkten mitunter schwierig. Einzelne Erzeuger können nur bestimmte Produkte in begrenzter Menge liefern. Das ist für viele Abnehmer in der Gastronomie zu wenig. Außerdem ist das Angebot nicht übersichtlich zusammengefasst, die regionalen Bio-Angebote müssen erst aufwendig recherchiert werden, wofür im Alltagsgeschäft der Gastronomen in der Regel keine Zeit ist. Die Bio-Gastro Messe bringt alle Akteure zusammen: Händler und Erzeuger mit ihren Produkten und Möglichkeiten, Gastronomen mit fachkundigen Ansprechpartnern für ihre Fragen zu Produktqualität, Erzeugungsmengen und Einkaufsmöglichkeiten. Die teilnehmenden Ökolandwirte konnten beim Speeddating komprimiert Gespräche führen und Kooperationen mit Gastronomen und Gemeinschaftsverpfleger der Region anbahnen.

Am Infostand des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) war das Interesse der Gastronomen und Catering-Betriebe an Materialien zur Bio-Zertifizierung und Bio-Verpflegung in Kitas und Schulen groß. Das BÖLN verfolgt die Stärkung und Ausdehnung der ökologischen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Dazu gehört auch die Außer-Haus-Verpflegung. Das BÖLN ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angesiedelt.

Bonn ist Biostadt

Im Rahmen der Messe ist die Stadt Bonn vom Netzwerk der Biostädte als erste Stadt in NRW als Biostadt ausgezeichnet worden. Dr. Peter Pluschke, Sprecher des Biostädte-Netzwerks, überreichte das Zertifikat. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser würdigte in ihrer Rede den Beitritt Bonns zum Biostädte-Netzwerk als positives Zeichen. Sie hob hervor, wie gut sich regional und bio kombinieren lassen. Vor allem, wenn die Vorzeichen so seien, wie in Bonn. In der Umgebung gäbe es viele Höfe und gute Böden. Sie merkte aber auch an: "Nordrhein-Westfalen hinkt im Bioanbau hinterher." So liegt der Durchschnitt der Länder bei zehn Prozent Bioanbau, in NRW sind es aktuell nur sieben Prozent. Einer der ersten Schritte, die Bonn zur Biostadt macht, ist zum Beispiel der verpflichtende Bio-Anteil in der Schulverpflegung und der Plan, das auch in der Seniorenverpflegung umzusetzen.

Hintergrund

Organisator der Messe ist der Arbeitskreis "Bio in Bonn" der Ernährungsratsinitiative. Als Unterstützer sind zu nennen: SlowFood Bonn, das weltweite Netzwerk für gute, saubere und faire Lebensmittel aus handwerklicher Produktion, und die Regionalwert AG Rheinland, die regionale Bio-Betriebe fördert.