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26.11.2018

Bioland Bodenpraktiker und Heumilchpraktiker ausgezeichnet

Gruppenbild Bodenpraktiker -

Am 20. November wurden die Absolventinnen und Absolventen des Bioland-Bodenpraktikers und des Bioland-Heumilchpraktikers feierlich im Kloster Plankstetten verabschiedet.

Dabei wurden den 60 teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte offiziell die Zertifikate der Weiterbildungen überreicht. Der Geschäftsführer des Bioland Erzeugerring Bayern, Oliver Alletsee, überreichte zudem die "Bioland-Bodenpraktiker-Spaten" und die "Bioland-Heumilchpraktiker-Heugabeln". 

5 Jahre, 6 Kurse, 124 Absolventen: Den Boden beim Bioland-Bodenpraktiker verstehen

Fragen rund um den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit beschäftigen immer mehr Landwirtinnen und Landwirte. In den letzten fünf Jahren haben insgesamt 124 Teilnehmende die Bioland-Weiterbildung zum Bodenpraktiker erfolgreich abgeschlossen. Beim "Bodenpraktiker" handelt es sich um eine neunmonatige fachliche und praxisorientierte Fortbildung im Bereich Bodenbewirtschaftung und -fruchtbarkeit. Erfahrene und anerkannte Expertinnen und Experten für Boden und Bio-Landbau aus Wissenschaft, Beratung und Praxis geben dabei ihr Spezialwissen weiter.

Die Weiterbildung fand 2018 bereits zum fünften Mal statt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden erstmals zwei parallel laufende Kurse angeboten. Einer in Nord-Bayern mit einem Schwerpunkt für Marktfruchtbetriebe und einer in Südbayern mit dem Schwerpunkt Gemischtbetriebe. Auch in 2019 werden zwei Kurse angeboten. Die Module fanden laut den Kursleiterinnen Michaela Braun und Regina Steinhöfer auf Praxisbetrieben statt, teilweise auch auf den Betrieben der Teilnehmenden, um Optimierungsstrategien für diese konkret zu erarbeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten anhand verschiedener Bodentests und Untersuchungen, den Boden einzuschätzen und zu bewerten. Gemeinsam erarbeiteten sie Lösungen zur nachhaltigen Steigerung der Bodenfruchtbarkeit. "Die Nachfrage der Landwirte nach einer Weiterbildung zum Bodenpraktiker ist hoch. Das Thema Bodenfruchtbarkeit wird in der Ausbildung häufig zu wenig berücksichtigt, in Zukunft wird das Thema aber aufgrund der Klimaerwärmung immer wichtiger", so Oliver Alletsee. Und auch Unternehmen wie die Neumarkter Lammsbräu sind auf gesunde Böden angewiesen. "Nur mit gutem Boden werden wir eine gute Ernte haben und gutes Bier brauen können. Wir wollen ein Bewusstsein für die Bedeutung des Bodens schaffen", erklärte Susanne Horn, Geschäftsführerin der Neumarkter Lammsbräu, bei der Abschlussveranstaltung. Die Bio-Brauerei zählt zu den wichtigsten Unterstützern des Projekts.

Nach Abschluss der Weiterbildung stehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter in Kontakt und wollen sich weiterhin mit dem Thema Bodenfruchtbarkeit beschäftigen. Für alle Absolventinnen und Absolventen der bisherigen Kurse gab es 2018 erstmals einen Fachtag auf dem Bioland-Betrieb Michaela und Josef Beck in Böhmfeld. Hier hatten sie Gelegenheit zum Wissenstransfer und Austausch. Im Februar 2019 wird es erstmals im Kloster Plankstetten ein Alumni-Treffen auf der "Bioland Woche" geben.

Unterstützer des Bodenpraktikers freuen sich über die Fortbildung: Leopold Einböck, Einböck GmbH und Co KG, unterstützt diese, weil "die Bodenpraktiker durch ihre Ausbildung für eine nachhaltige und perfekte Bearbeitung ihrer Felder sorgen." Nicole Stocker, Hofpfisterei, unterstreicht: "Die Hofpfisterei unterstützt die Weiterbildung zum Bodenpraktiker, weil ein ökologisch-nachhaltig bewirtschafteter Boden die beste Grundlage für Qualität und Genuss unserer Pfister Öko-Bauernbrote darstellt." Weitere Unterstützer des Kurses sind Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG, HORSCH Maschinen GmbH, Deutsche Saatveredelung AG und Bioland Markt GmbH & Co. KG.   

Erster Heumilchpraktiker abgeschlossen 

Gleichzeitig erhielten heute auch 19 Absolventinnen und Absolventen der Fortbildung zum "Bioland-Heumilchpraktiker" ihre Zertifikate. Dieser Kurs für Betriebe mit Interesse an Heumilcherzeugung wurde 2018 erstmals angeboten. Denn, so Oliver Alletsee: "Als Bioland-Organisation haben wir unseren Schwerpunkt in der beruflichen Weiterbildung unserer Mitgliedsbetriebe. Wir entwickeln unsere Angebote immer weiter, so dass die Betriebe den größten Nutzen daraus ziehen."

Die neunmonatige fachliche und praxisorientierte Weiterbildung vermittelt handfestes Wissen zur ökologischen Milchviehhaltung mit hohem Praxisbezug. Die Teilnehmer des "Bioland-Heumilchpraktikers" beschäftigen sich mit artenreicher Bewirtschaftung, Tierwohl, gesunder Fütterung, hoher Milchqualität, der Erzeugung hochwertigen Futters durch den Prozess der Heutrocknung, Förderung der Artenvielfalt und Erhalt wertvoller Kulturlandschaft durch die Grünlandbewirtschaftung. Die Teilnehmer erarbeiten eine Projektarbeit mit einer konkreten Fragestellung für ihren Betrieb und schließen die Weiterbildung mit einem Zertifikat ab. Die Weiterbildung "Bioland-Heumilchpraktiker" wurde unterstützt durch die Sponsoren Andechser Molkerei Scheitz GmbH, HSR Heutrocknung SR GmbH und BB-Umwelttechnik. Stefanie Miller, PR & Marketing bei der Andechser Molkerei dazu: "Die Andechser Molkerei Scheitz unterstützt die Bioland-Heumilchpraktikerkurse, weil sie für die entsprechenden Bio-Milcherzeugerbetriebe eine wichtige Plattform zum Informationsaustausch darstellen. Außerdem beinhalten die Kurse praktische Weiterbildungsangebote zu den Themen Artenvielfalt, Milchqualität, Tierwohl und Tiergesundheit, welche die Bio-Heumilchbauern auf ihren Höfen mit den entsprechenden, erarbeiteten Maßnahmen umsetzen können und die auch für die Molkerei im Rahmen der Milcherfassung eine große Rolle spielen."

Hintergrundinformation Bioland Landesverband Bayern 

Mehr als 2.500 Betriebe wirtschaften in Bayern nach Bioland-Richtlinien. Die bewirtschaftete Bioland-Fläche in Bayern beträgt 98.450 Hektar (Stand 01.01.2018). Aufgrund der steigenden Nachfrage bietet der Biolandbau Erzeugern und Verarbeitern auch in Zukunft sichere Vermarktungsmöglichkeiten. Insbesondere für junge Menschen bieten der Bio-Landbau und die Bio-Branche eine Perspektive und ein interessantes berufliches und privates Betätigungsfeld.

Quelle: Bioland e.V.