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13.12.2018

Durchbruch für die Weideschlachtung: Bewilligung für zehn Jahre

Logo FiBL - Durchbruch für die Weideschlachtung: Bewilligung für 10 Jahre

Das Landwirtepaar Claudia Wanger und Nils Müller haben nach sechsjährigem Ringen um die Bewilligung, dank grosser eigener Investitionen und mit der Unterstützung des FiBL und der Stiftung Vier Pfoten, ihr Ziel erreicht: Die Weideschlachtung wurde für zehn Jahre bewilligt.

Zu einer artgerechten Nutztierhaltung gehört für das Landwirtepaar Claudia Wanger und Nils Müller unbedingt auch die Möglichkeit alternativer Schlachtkonzepte wie der Weideschlachtung. Seit 2013 kämpfen sie mit der Unterstützung von Freunden und Organisationen für die gesetzliche Anerkennung der tierfreundlichen und stressarmen Methode. Mit Erfolg: Am 5. Dezember 2018 haben sie die zehnjährige gesetzliche Bewilligung für die Weideschlachtung auf ihrem Hof erhalten.

Lokales Handwerk wird gefördert

Beim jahrelangen Tauziehen mit den Behörden wurde das Landwirtepaar von Eric Meili, Berater für Tierhaltung vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, unterstützt. "Die artgerechte Weidehaltung der Rinder kann jetzt konsequent zu Ende geführt werden", sagt Eric Meili. "Die Weideschlachtung schafft zudem eine neue Marktnische. Ein Team aus Bauer, Metzgerin, Jäger und lokalem Schlachtlokal bringt wieder sinnvolle Arbeit zurück aufs Land." Dass die Weideschlachtung vielen Landwirtinnen und Landwirten Perspektiven eröffnen kann, davon ist auch Landwirt Nils Müller überzeugt: "Innovative Methoden, qualitativ hochstehende Produkte und Arbeit, die von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt wird – darin liegt die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft. Wir können nicht ausschliesslich auf ein System mit wenigen grossen Schlachthöfen setzen."

Tierleid wird auf ein Minimum reduziert

Sabine Hartmann, Direktorin der Wissenschaftsabteilung der Stiftung Vier Pfoten, schreibt: "Für uns ist es wichtig, dass Tierleid durch die Weideschlachtung wesentlich verringert wird. Tierschutz soll nicht am Weidezaun aufhören, sondern bis an das Lebensende gewährleistet sein. Wir glauben, dass das Projekt Weideschlachtung wegweisend ist. Immer mehr Konsumenten weltweit lehnen die industrielle Intensivtierhaltung und ethisch fragwürdige Produkte ab. Mit diesem Projekt hat die Schweiz eine grosse Chance, zu einem Vorreiter in Sachen Tier- und Konsumentenschutz zu werden."

Die Weideschlachtung auf dem Hof "Zur Chalte Hose"

Ein einzelnes Rind wird jeweils im Beisein der Herde auf der Weide geschossen. Der Rest der Herde bleibt auch nach dem Schuss ruhig stehen. Das Rind wird vor Ort entblutet, bevor es in einem nahen Schlachtlokal ausgenommen und zerlegt wird. Die bisherigen Erfahrungen mit 31 Abschüssen zeigen, dass die Methode bezüglich Tierschutz und Lebensmittelsicherheit tadellos funktioniert. Bei der Weideschlachtung entfällt der enorme Stress durch das Separieren aus der Herde, den Transport, die fremde Umgebung und schliesslich die Fixierung für den Bolzenschuss. Weniger Stress unmittelbar vor und während dem Schlachtprozess bedeutet immer auch eine verbesserte Fleischqualität.

Beratung FiBL

Auskunft zur Weide- und Hofschlachtung sowie Beratung für interessierte Landwirtinnen und Landwirte:

Eric Meili
Berater FiBL
Tel +41 79 236 47 18
E-Mail eric.meili@fibl.org 

Kontakt FiBL

Franziska Hämmerli, Kommunikation
FiBL Schweiz
Tel +41 77 422 62 13
E-Mail: franziska.haemmerli@fibl.org

Kontakt Hof "Zur Chalte Hose"

Nils Müller & Claudia Wanger
Telefon: +41 44 918 04 46
E-Mail mail@zurchaltehose.ch
Webseite von "Zur Chalte Hose"

Kontakt Vier Pfoten Schweiz 

Chantal Häberling
Telefon: +41 43 311 80 90
E-Mail: chantal.haeberling@vier-pfoten.org
Webseite von "Vier Pfoten"  

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL ist eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen zur Biolandwirtschaft. Die Stärken des FiBL sind interdisziplinäre Forschung, gemeinsame Innovationen mit Landwirten und der Lebensmittelbranche sowie ein rascher Wissenstransfer. An den verschiedenen FiBL-Standorten sind 280 Mitarbeitende tätig.

Quelle: FiBL