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25.10.2018

LVÖ Bayern: Bayern braucht mehr Bio!

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Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ Bayern) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) fordern die neue Regierung auf, den Ausbau des Ökolandbaus in den künftigen Koalitionsauftrag klar festzuschreiben.

Die neue Regierung muss handeln, fordern die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ Bayern) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft biete große Chancen für Bayern, denn sie erbringe den von den Menschen in Bayern gewünschten Umwelt- und Tierschutz, trage zu nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen bei, sorge insbesondere in ländlichen Gegenden für attraktive Arbeitsplätze und biete für bäuerliche landwirtschaftliche Betriebe große Chancen, so die Verbände in einer Pressemitteilung.

Der BUND Naturschutz sieht den Ausbau des ökologischen Landbaus als eine wichtige Aufgabe der neuen bayerischen Staatsregierung an, um den Verlust der biologischen Vielfalt, darunter auch das massive Insektensterben zu stoppen. Auch zum Gewässerschutz und zu den Herausforderungen des Klimaschutzes hat der Ökolandbau Antworten. Ziel der Bundesregierung ist es, den Ökolandbau in Deutschland bis 2030 auf 20 Prozent zu erhöhen. "Wenn Bayern hier weiter an der Spitze bleiben will, muss die neue Regierung den Ökolandbau im Freistaat bis zum Ende der Legislaturperiode verdoppeln", so Richard Mergner, BN Landesvorsitzender, "und dies auch bei den Verhandlungen um die neue Agrarpolitik auf europäischer Ebene einbringen. Die bayerische Staatsregierung sollte auch mit eigenem guten Beispiel vorangehen, und in den Kantinen der öffentlichen Hand einen deutlich höheren Anteil an Biolebensmitteln aus Bayern einsetzen."

Josef Wetzstein, 1. Vorsitzender der LVÖ Bayern: "Wir können und müssen in Bayern noch mehr tun für den weiteren Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. In Bayern wollen Bäuerinnen und Bauern auf Bio umstellen, und die bayerischen Kundinnen und Kunden wollen mehr heimische Bioprodukte kaufen. Um die sich am Markt bietenden Chancen nutzen zu können, brauchen wir entsprechende politische Rahmenbedingungen."

Als Vertreter der Biobranche in Bayern fordern Stephan Paulke, Vorstandsvorsitzender der Basic AG, Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der Andechser Molkerei Scheitz GmbH sowie Dr. Franz Ehrnsperger, Seniorchef der Neumarkter Lammsbräu und Vorsitzender der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. eine deutliche Ausweitung der ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln im Freistaat. Damit die hohe Nachfrage nach Biolebensmitteln so weit wie möglich mit heimischen Rohstoffen gedeckt werden könne, müsse die bayerische Regierung dafür sorgen, dass der Anteil an ökologisch bewirtschafteten Flächen in Bayern deutlich erhöht wird. Denn die Kunden wollen Bio aus Bayern – damit die Menschen von all den Vorteilen, die der ökologische Landbau mit sich bringt, auch vor Ort profitieren.

Gute Rahmenbedingungen in allen Bereichen notwendig

In allen Bereichen, in denen der Freistaat Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten hat, muss die Regierung die Unterstützung der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft ausbauen. LVÖ Bayern und BUND Naturschutz in Bayern fordern konkrete Maßnahmen in den Bereichen:

  • Bildung: Einführung eines Pflichtfachs Öko-Landbau an allen Landwirtschaftsschulen sowie der bedarfsgerechte Ausbau der auf den ökologischen Landbau spezialisierten Meisterschulen.
  • Forschung und Wissenstransfer: Die Forschungsgelder müssen aufgestockt und an der Landesanstalt für Landwirtschaft ein eigenes Institut für ökologischen Landbau eingerichtet werden. Für praxisnahe Forschung und einen schnellen Wissenstransfer muss ein Praxisforschungsverbund aus Forschungseinrichtungen und landwirtschaftlichen Betrieben eingerichtet werden.
  • Beratung: Bayern muss die Beratungsangebote der Selbsthilfeeinrichtungen für Bio-Betriebe im Rahmen der Verbundberatung verstärkt fördern.
  • Förderung der Umstellung auf Ökolandbau sowie der Beibehaltung: Hier muss Bayern weiter spitze bleiben und die Förderung so ausgestalten, dass sie im Vergleich zu anderen Agrarumweltmaßnahmen attraktiv bleibt.
  • Investitionsförderung: Im Stallbau dürfen nur noch für Ställe gefördert werden, die später auf Öko-Tierhaltung umgestellt werden können.
  • Ökomodellregionen: Als Instrument der Regionalentwicklung müssen die Ökomodellregionen weiter gefördert und ausgebaut werden. Die Förderung muss allen interessierten Kommunalverbünde, die ein gutes Konzept vorlegen, zugestanden werden.
  • Außer-Haus-Verpflegung: Der Staat muss Vorbild sein und den Bio-Anteil in Kantinen deutlich erhöhen.
  • Die Absatzförderung über das Bayerische Bio-Siegel muss weiterverfolgt werden. Die Information der Menschen in Bayern zu den Themen ökologische Landwirtschaft und gesunde Ernährung muss durch Maßnahmen wie zum Beispiel die Bio-Erlebnistage weiter gefördert werden.
  • Verarbeitung und Handel: Der Aufbau von Wertschöpfungsketten für ökologische Lebensmittel und regionale Verarbeitungsstrukturen müssen gestärkt werden. Die Chancen des dynamisch wachsenden Öko-Marktes sollen zielgerichtet zum Erhalt und zur Stärkung des Lebensmittelhandwerks genutzt werden.
  • Für ein Engagement im Ökopakt müssen weitere Organisationen gewonnen werden. Im Ökopakt der Staatsregierung setzen sich gesellschaftlich relevante Gruppen und Verbände für eine Ausdehnung des Ökolandbaus und eine Ökologisierung der Landwirtschaft ein.

Bayern muss gentechnikfrei bleiben

Der BUND Naturschutz und die LVÖ Bayern fordern von der künftigen Regierung ein klares Bekenntnis zur gentechnikfreien Landwirtschaft sowie die Fortführung der Eiweißinitiative zur Förderung des Anbaus heimischer Eiweißfuttermittel. Bayern muss sich über eine Initiative im Bundesrat dafür einsetzen, dass Bayern gentechnikfrei bleiben kann. Dafür ist eine Kennzeichnungspflicht bei Fleisch, Wurst, Milch und Eiern notwendig, die auf europäischer Ebene geregelt ist. Bisher gilt die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel nur für Lebens- und Futtermittel, nicht jedoch für Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden.

Quelle: Pressemitteilung LVÖ Bayern