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15.08.2019

BÖLW zu den Ergebnissen des Öko-Monitorings

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Der Vorstand für Verarbeitung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Volker Krause, kommentiert die Ergebnisse des neuesten Öko-Monitorings Baden-Württemberg und lobt die hohe Produktqualität von Biolebensmitteln.

"Wo Bio draufsteht, steckt Bio drin. Das zeigen die neuen, staatlichen Test-Ergebnisse des Öko-Monitorings Baden-Württemberg auch dieses Jahr wieder.  

Biolebensmittel sind die sichersten am Markt. Weil Biobauern keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen, sind diese natürlich auch nur in Ausnahmefällen mit chemisch-synthetischen Pestiziden verunreinigt. Auch wenn fast kein Bioprodukt mit chemisch-synthetischen Pestiziden belastet ist, können Pestizid-Spuren nicht komplett ausgeschlossen werden. Denn Biobauern wirtschaften nicht auf einer Insel. Und solange der Großteil der Landwirtschaft auf Agrarchemie setzt, belasten Pestizidkontaminationen leider unsere gesamte Umwelt.  

Auch Gentechnikspuren fanden die Tester in Biolebensmitteln kaum. Gut so, denn die meisten Bürgerinnen und Bürger wollen keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller. Damit das so bleibt, muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass neue wie alte Gentechnik nach dem Gentechnikrecht reguliert wird – und damit auch sicherheitsgeprüft und gekennzeichnet.

Die Ergebnisse beweisen einmal mehr, dass die bewährte prozessorientierte Bio-Kontrolle den Verbrauchern die höchste Sicherheit bietet. Öko punktet entlang der gesamten Produktionskette durch hohe Qualität. Biobäuerinnen setzen auf Fruchtfolgen, Sortenvielfalt und ökologischen Pflanzenschutz und die Herstellerinnen und Hersteller verarbeiten die Rohwaren schonend und mit nur wenigen, aber unkritischen Hilfsstoffen. Der gesamte Produktionsprozess führt zur hohen Qualität der Bio-Lebensmittel."

Hintergrund

Baden-Württemberg untersucht im Öko-Monitoring, einem Kontrollprogramm, Biolebensmittel auf erwünschte und unerwünschte Inhaltsstoffe und vergleicht die Ergebnisse mit Werten konventionell erzeugter Lebensmittel. Im aktuellen Test wurden etwa 15.000 Proben untersucht, am häufigsten Obst und Gemüse. 

Für das Jahr 2018 nahmen die vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs (CVUAs) in enger Zusammenarbeit mit der Öko-Kontrollbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe unter anderem folgende Themenfelder genauer unter die Lupe: 

Einige Ergebnisse im Überblick: 

Pflanzenschutzmittel

"Wie in den Vorjahren schnitten ökologisches frisches Obst und Gemüse auch im Jahr 2018 besser ab als konventionell erzeugte Ware, sowohl bezüglich der Häufigkeit von Rückstandsbefunden als auch der Rückstandsgehalte chemisch-synthetischer Pestizide. Bei knapp 60 Prozent der Proben aus ökologischem Anbau waren keine Rückstände an Pestiziden nachweisbar. Sofern Rückstände festgestellt wurden, lagen die Gehalte überwiegend im Spurenbereich (< 0,01 mg/kg) und damit deutlich unterhalb der Konzentrationen, die üblicherweise nach Anwendung entsprechender Wirkstoffe im Erntegut festgestellt werden können."

Zusatzstoffe: Schwefeldioxid in Traubensaft

Es wurden 30 ökologische und 47 konventionelle Traubensäfte untersucht. Dabei handelte es sich sowohl um Säfte aus roten als auch aus weißen Trauben sowie um Mischsäfte. Bei den ökologischen Produkten lagen die Schwefeldioxidgehalte durchweg unterhalb der Bestimmungsgrenze von 3 mg/l.

Antibiotika in Krebstieren

"In keiner der untersuchten Proben aus ökologischer Aquakultur waren Rückstände nachweisbar." 

Nitrit in Rohschinken

"In allen 7 untersuchten Öko-Rohschinken lagen die Gehalte von Nitrit und Nitrat unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte."

GVO in Mais- & Sojaerzeugnissen sowie Honig

"Generell sind gentechnische Veränderungen bei Biolebensmitteln sehr selten nachweisbar. Bei den Untersuchungen in den vergangenen 17 Jahren wurden niemals GV-Anteile über 0,1 Prozent festgestellt. Deutlichere Unterschiede zwischen bio und konventionell bestehen nach wie vor bei Sojaprodukten. Sowohl der Anteil positiver Proben als auch deren Verunreinigungsgrad durch gentechnisch veränderte Soja ist geringer als bei konventioneller Ware. Im Vergleich zum Vorjahr hat allerdings sowohl bei Bio-Soja als auch bei konventioneller Ware der Anteil positiver Proben leicht zugenommen."  

Ansprechpartner:

BÖLW-Pressestelle, Joyce Moewius, Tel. ++49 (30) 28482-307, presse@boelw.de

Über den BÖLW

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Biolebensmitteln und -getränken werden jährlich von über 46.000 Biobetrieben mehr als 10 Milliarden Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Bioland, Biokreis, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.

Alle Ergebnisse im finden Sie im Ökomonitoring 2018 Ergebnisse der Untersuchungen von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau (PDF-Dokument):

  • Beispiel Frischobst: Seiten 14 bis 15
  • Schwefeldioxid in Traubensaft: Seite 29
  • Beispiel Aquakultur: Seite 23

Quelle: BÖLW