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25.02.2019

Rettet die Bienen: Brückenbauen zwischen Bürgern und Bauern

Hummel, Foto: Mellifera e.V.

Während Naturschützerinnen und -schützer die überwältigende Zustimmung zum Bienen-Volksbegehren als großen Erfolg feiern, fühlen sich viele Landwirtinnen und Landwirte missverstanden. Das Netzwerk Blühende Landschaft setzt sich für gegenseitiges Verständnis ein.

Das gemeinnützige Netzwerk Blühende Landschaft setzt sich bereits seit mehr als 15 Jahren für mehr Blütenvielfalt in unserer Kulturlandschaft ein und schafft ein gegenseitiges Verständnis zwischen Bürgerinnen und Bürgernn und Bäuerinnen und Bauern. Im Projekt "BienenBlütenReich" legen Landwirtinnen und Landwite seit 2016 insektenfreundliche Blühflächen an, welche durch Blühpatenschaften finanziert werden.

Die bayerische Bevölkerung hat mit der historisch stärksten Zustimmung in einem Volksbegehren deutlich gezeigt, dass sie den dramatischen Artenschwund aufhalten möchte. "Die bisherigen Agrar-Subventionen und die Industrialisierung von Landwirtschaft und Landschaftspflege haben uns in diese Situation gebracht. Viele Landwirte wollen gerne mehr für die Artenvielfalt tun, allen voran die Bauern mit kleineren oder mittleren Familienbetrieben, die ihre Höfe oft schon seit Generationen bewirtschaften",  sagt Dr. Matthias Wucherer, Leiter des Netzwerks Blühende Landschaft. "Aber leider haben sie im Spannungsfeld zwischen europäischer Agrarförderung und wirtschaftlichem Druck der Existenzsicherung zu wenig eigenen Handlungsspielraum", so Wucherer. "Auch das Betriebswissen um biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung ist in den vergangenen Jahrzehnten im Zuge der Intensivierung leider verloren gegangen und spielt in der landwirtschaftlichen Ausbildung kaum eine Rolle."

Bei dem Projekt "BienenBlütenReich" kann jeder eine Blühpatenschaft abschließen und damit die Schaffung wertvoller Blühflächen unterstützen. Im Jahr 2019 werden bundesweit mehr als zwei Millionen Quadratmeter insektenfreundlicher Blühflächen angelegt, davon ein Viertel in Bayern. Das Netzwerk berät die Landwirtinnen und Landwirte bei Standortwahl, Aussaat und Flächenpflege, stellt das passende Saatgut zur Verfügung und unterstützt sie bei der Durchführung einer öffentlichen Führung. Mit einer Blühpatenschaft kann jede Bürgerin, jeder Bürger und jedes Unternehmen helfen, die finanzielle Lücke für solche Maßnahmen zu schließen. Die Blühpatenschaften des Netzwerks blühende Landschaft wurde von der UN-Dekade Biologische Vielfalt als vorbildliches Projekt ausgezeichnet. Mehr Informationen finden Sie hier: www.blühpate.de.

Die Blühflächen sind beispielgebend und dienen mit einem hohen Anteil heimischer Wildpflanzen unseren in Not geratenen heimischen Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. als Nahrung und Lebensraum. "Die Förderung von tierischer Vielfalt erfordert pflanzliche Vielfalt und ist mit billigem Einheitssaatgut nicht zu erreichen. Einheimische Insekten sind seit Jahrtausenden an die Wildpflanzen der Region angepasst. Deshalb spielt die Zusammensetzung des Saatguts eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Blühmaßnahmen", erklärt der Biologe Dr. Wucherer. Bei Feldführungen können die Blühpaten und Interessierte alles Wissenswerte zu blühenden Wildpflanzen und über deren Blütenbesucher lernen und diese auch live erleben. Unter den über 9.000 Besucheinnen und Besuchern im Jahr 2018 kam ein großer Teil aus landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Blühflächen sind nur eine von vielen nötigen Maßnahmen zur Förderung der heimischen Biodiversität. Das Netzwerk Blühende Landschaft arbeitet partnerschaftlich mit Landwirtinnen und Landwirten in vielen weiteren Projekten zusammen, es will alle verarmten Teile unserer Kulturlandschaft wieder zum Blühen zu bringen. Wer seinen Garten insektenfreundlich gestalten oder sich in seiner Gemeinde für mehr Blüten einsetzen will, findet auf der Webseite www.bluehende-landschaft.de kostenlos vielfältige Handlungsempfehlungen.

Quelle: Pressemitteilung Mellifera e.V.