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06.09.2019

Rheinland-Pfalz: Umweltpreis zeichnet nachhaltige Projekte aus

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Die Sieger des diesjährigen Umweltpreises Rheinland-Pfalz unter dem Motto "Nachhaltig isst besser" stehen fest. Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken ehrte die Preisträgerinnen und Preisträger mit 9.000 Euro.

"Unsere Ernährung und unser Konsumverhalten haben auch einen Einfluss auf unsere Umwelt und unser Klima. Auf das Konto unserer Ernährung gehen etwa 25 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen – zum Beispiel aufgrund von langen Transportwegen, industrieller Massentierhaltung und Futtermittelimporten, umweltbelastenden Verpackungen und Anbaumethoden oder Lebensmittelverschwendung. Institutionen, die auf frische saisonale, regionale und biologische Produkte setzen und Lebensmittel vielfältig weiterverwerten, leisten daher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", sagte Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken heute bei der feierlichen Verleihung des Umweltpreises Rheinland-Pfalz.

In diesem Jahr stand die Auszeichnung unter dem Motto "Nachhaltig isst besser" und ging an die Evangelische Kindertagesstätte Regenbogen in Schönenberg-Kübelberg, die Berufsbildende Schule Germersheim und das Studierendenwerk Vorderpfalz in Landau. "Alle drei Preisträgerinnen und Preisträger möchten wir für ihren Einsatz und ihre Leistungen für eine nachhaltige Ernährung im Land würdigen. Sie haben innovative Ideen und Konzepte rund um das Thema Ernährung entwickelt – sei es durch den Einsatz von regionalen und saisonalen Produkten, das Anbauen von Gemüse und Kräutern im eigenen Kita- und Schulgarten, der Abschaffung von Einwegbechern in der Cafeteria oder die Einführung eines Algorithmus zur Speiseplanung", führte Höfken an. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten jeweils 3.000 Euro als Würdigung ihres Engagements.

Nachhaltige Ernährung für unsere Gesundheit

Mit der Ernährungsinitiative "Rheinland-Pfalz isst besser" setzt das Ministerium bereits seit 2013 auf eine bessere Verpflegung und Ernährungsbildung in Kita und Schule. "Durch den höheren Einsatz von regionalen und ökologischen Lebensmittel können wir unsere Umwelt und Ressourcen schonen. Zudem wollen wir erreichen, dass Lebensmittel mehr geschätzt und weniger verschwendet werden", so die Ministerin. Unausgewogene Ernährung und unzureichende Bewegung sind bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen, die hohe Folgekosten im Gesundheitssystem verursachen. "Laut aktuellen Studien sind rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig, etwa sechs Prozent adipös. Die Folgen von Fehlernährung können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken", erklärte Höfken und betonte abschließend: "Die Preisträgerinnen und Preisträger haben kreative Ideen für eine nachhaltige und ausgewogene Ernährung entwickelt und tragen damit nicht nur zum Klima- und Umweltschutz sondern auch zur Gesundheitsförderung bei. Sie können damit als wertvolles Vorbild für andere Institutionen im Land dienen."

Hintergrund

Mit dem Umweltpreis Rheinland-Pfalz honoriert die Landesregierung bereits seit 1991 vorbildliche Projekte, die unsere ökologischen und ökonomischen Grundlagen nachhaltig sichern. Die Jury, die sich aus verschiedenen Institutionen wie der Handwerkskammer, der Verbraucherzentrale oder dem SWR zusammensetzt, hat auch in diesem Jahr aus den zahlreichen Bewerbungen wieder drei ausgezeichnete Projekte ausgewählt.

Ausgezeichnete Projekte

"KiTa is(s)t besser –Kinder für gesunde Ernährung begeistern"
Die Evangelische Kindertagesstätte Regenbogen in Schönenberg-Kübelberg hat vielfältige Maßnahmen entwickelt, um die Verpflegung in der Kita, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sowie die Reduzierung von Müll voranzubringen. So verwendet die Kita zum Beispiel ausschließlich saisonale und regionale Produkte. Die Kita-Kinder säen, pflegen und ernten im Kitagarten zudem selbst Gemüse.

"Kochen und Essen mit Kopf, Herz und Hand im bbs bistro"
Die Schülerinnen und Schüler betreiben das Schulbistro bbs bistro der Berufsbildende Schule Germersheim unter Anleitung selbständig – dazu gehören Planung und Kalkulation der Einkäufe und Speisepläne, Zubereiten und Kochen der Menüs sowie Essensverkauf und -ausgabe. Sie verwenden saisonales Gemüse von lokal ansässigen Bauern, pflegen einen eigenen Kräutergarten und geben übriggebliebenes Essen weiter.

"Nachhaltigkeit in aller Munde"
Das Studierendenwerk Vorderpfalz reduziert durch den Einsatz eines Algorithmus für die Speiseplanung die Lebensmittelverschwendung. Es bietet zudem verschiedene FairTrade-Produkte an und hat in der Cafeteria in Landau und Ludwigshafen Einwegbecher zu Gunsten eines Mehrweg-Pfandsystems abgeschafft. In Landau konnte die Cafeteria seit Herbst 2018 monatlich rund 2.700 Pappbecher einsparen.

Quelle: MUEEF