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04.09.2019

Schadinsekten in Leguminosen: Z-Saatgut und späterer Saattermin senken Befall

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Wie kann der Einsatz von Z-Saatgut und ein späterer Saattermin beim Erbsen- und Ackerbohnenanbau dazu beitragen, den Befall mit Schadinsekten zu verringern? Das wurde in einer dreijährigen Studie der Universität Kassel im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie (EPS) untersucht.

Auch ein ausreichend großer Abstand zu anderen Anbauflächen kann den Schädlingsdruck senken. Das geht aus der Studie hervor, die in der EPS des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordiniert wurde.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchte in drei aufeinanderfolgenden Anbaujahren die Befallsstärke von Blattrand-, Ackerbohnen- und Erbsenkäfer auf Erbsen- und Ackerbohnenflächen in Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Um den Einfluss des Flächenabstands zur Vorjahresfläche und des Saatzeitpunkts auf den Befall zu prüfen, wurden in den untersuchten Regionen alle Anbauflächen im Umkreis von etwa 30 Kilometern erfasst.

Wachsender Befallsdruck festgestellt

Im Verlauf der Studie stellten die Forscherinnen und Forscher für alle untersuchten Schädlinge und Regionen einen wachsenden Befallsdruck fest. Beim Ackerbohnenkäfer war das Befallsniveau auch bei großen Flächenabständen von mehr als 15 Kilometern kaum reduziert. Der Faktor Saatzeit blieb bei diesem Schädling ebenfalls wirkungslos, da die Pflanzen erst zur Blüte befallen werden.

Stattdessen erwies sich in Hessen der Einsatz von käferfreiem Z-Saatgut als vielversprechender Ansatz, mit dem der Nachschlupf des Ackerbohnenkäfers und der spätere Befall deutlich verringert werden konnte. In Sachsen und Sachsen-Anhalt gab es zu wenig auswertbare Ackerbohnenflächen, um diesen Effekt wissenschaftlich zu untermauern. Dennoch ist der Einsatz von Z-Saatgut nach Meinung der Wissenschaftler auch in anderen Regionen sinnvoll.

Der Befall mit Erbsenkäfern stieg im Untersuchungszeitraum in Sachsen stark und in Hessen leicht an, während die Flächen in Sachsen-Anhalt befallsfrei blieben. Anders als beim Ackerbohnenkäfer konnte der Befall durch größere Abstände zwischen den Flächen gesenkt werden.

Geringere Wirkung bei Flächenabständen

Bei Blattrandkäfern führte vor allem ein späterer Saattermin zu nachweislich geringerem Befallsdruck. Die Wirkung der Flächenabstände war allerdings geringer, da dieser Schädling insbesondere in Hessen insgesamt hohe Befallswerte aufwies. Grund für die hohen Befallswerte ist nach Einschätzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass in Hessen im Vergleich zu Sachsen und Sachsen-Anhalt wesentlich seltener Insektizide eingesetzt wurden.

Des Weiteren wurde der in der Praxis vieldiskutierte Ansatz, Ackerbohnen in einer waldumschlossenen "Gesundlage" anzubauen, untersucht. Für das Anbaujahr 2018 konnte die vermutete, befallsreduzierende Wirkung in Hessen tendenziell bestätigt werden. Diese Aussage muss aber noch in weiteren Probeläufen überprüft werden.

Der vollständige Studienbericht ist abrufbar unter http://orgprints.org/36336/.

Quelle: BLE