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18.12.2018

Tagung "Mehrwerte Sozialer Landwirtschaft"

Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer

Rund 85 Interessierte trafen sich in Witzenhausen Anfang November zu der Tagung "Mehrwerte Sozialer Landwirtschaft" am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel.

Rund 85 Interessierte trafen sich in Witzenhausen Anfang November zu der Tagung "Mehrwerte Sozialer Landwirtschaft" am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit der Frage, wie Menschen mit Behinderung und besonderen Bedürfnissen den Weg in eine sinnvolle Arbeit auf dem Bauernhof finden können. Mit dem Bundesteilhabegesetz verbessert sich die Möglichkeit, außerhalb der Behindertenwerkstätten betreute Arbeitsplätze anbieten zu können. Solche Arbeitsplätze sind vielgestaltiger als Montageplätze in vielen Werkstätten: der Bauernhof bietet eine große Vielfalt an sinnvoller Arbeit mit Pflanzen und Tieren und bei Wind und Wetter. Und diese Arbeit hat Lebensqualität und kann therapeutisch wirken.

Soziale Landwirtschaft schafft Mehrwerte

Während in Norwegen oder den Niederlanden Hunderte von Höfen Tagesaufenthalte für Demenzkranke anbieten, stecken solche Angebote in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Demgegenüber sind in Deutschland Angebote für Schülerinnen und Schülern auf Bauernhöfen besonders weit entwickelt – auch im europäischen Kontext, wie Michael Kügler, der in Brüssel die Vertretung der deutschen Landwirtschaftskammern leitet, betonte. Ein Schlüssel zur Förderung und Entwicklung Sozialer Landwirtschaft ist die Zusammenarbeit der Ministerien. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion waren sich Regine Wiesend vom bayerischen Landwirtschaftsministerium und Joachim Dippel vom Hessischen Landwirtschaftsministerium einig, dass Soziale Landwirtschaft Mehrwerte schafft: Für die beteiligten Menschengruppen, aber auch für den landwirtschaftlichen Betrieb, den ländlichen Raum und für Natur und Umwelt.

Soziale Landwirtschaft schmeckt

Dass Soziale Landwirtschaft schmeckt, davon konnten sich die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer am Imbisswagen der Hessischen Diakonie Hephata überzeugen, die ein Bauernfrühstück aus Erzeugnissen ihrer fünf Biolandwirtschaftsbetriebe anbot, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Weiter gab es Produkte von Gut Sambach aus Mühlhausen zu kosten – hier sind es psychisch kranke Menschen, die an der Bewirtschaftung eines 500 Hektar großen Biobetriebs in Thüringen mitwirken. In Gesprächsgruppen trugen die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zusammen, wie Soziale Landwirtschaft künftig stärker gefördert werden kann, etwa durch Beratung: Hier möchte künftig der Landesbetrieb Landwirtschaft ein entsprechendes Beratungsangebot für Höfe entwickeln.

Den Abschluss bildete der Ausblick durch das EU-Projekt PROFARM, in dem ein Konzept entwickelt wurde, wie Menschen mit Unterstützungsbedarf auf Höfen durch einen "Entwicklungs- und Teilhabebegleiter" unterstützt werden könnenl.

Weitere Informationen zur Sozialen Landwirtschaft unter www.soziale-landwirtschaft.de