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09.04.2019

Weidesaison für Bioland-Kühe eröffnet

Logo Bioland e.V. - Weidesaison für Bioland-Kühe eröffnet

Ein bemerkenswertes Schauspiel gab es am 7. April auf dem Riedhof in Stötten am Auerberg zu erleben, als die 40 Braunvieh-Milchkühe von Bioland-Bauer Stefan Schreyer beim Weideaustrieb wieder auf die Weide durften – zum ersten Mal nach dem Winter.

Mit ausgelassenen Freudensprüngen, Sprints und Galopps über die ganze Weide zeigten die Kühe eindrucksvoll, wie sehr sie sich über den ausgiebigen Weidegang nach der Winterzeit im Stall freuen. Die Kühe trabten, sprangen und tollten auf der Weide umher und blieben hier und da neugierig stehen, um das erste grüne, saftige Gras zu probieren. 

"Hier auf der Weide können unsere Kühe ihr natürliches Verhalten ausleben, sich frei bewegen und ihren Instinkten folgen. Zum Melken kommen sie wieder in den Stall", beschrieben Stefan und seine Frau Renate Schreyer, die den Betrieb bereits in dritter Generation biologisch bewirtschaften, einen normalen Tagesablauf ihrer Kühe. "Im Sommer basiert die Milchproduktion komplett auf Grundfutter: unsere Braunvieh-Damen dürfen den ganzen Tag Gras fressen. Bis zum ersten Schnee Ende Oktober bleiben sie nun Tag und Nacht auf den umliegenden Weideflächen", so Stefan Schreyer. 

"Viel Bewegung, Platz und Tageslicht wirken sich positiv auf die Fitness und Gesundheit der Tiere aus", erläuterte Bioland-Milchviehberaterin Ruth Schuhwerk die Vorteile der Weidehaltung für die Tiere. "Die Weidehaltung ist die artgerechteste Form der Milchviehhaltung. Deswegen ist sie ein ganz wichtiges Element im Biolandbau", so Schuhwerk. 

"Auch das abwechslungsreiche Futter, angefangen von Gras über Klee bis hin zu aromatischen Kräutern, ist genau das richtige für die Wiederkäuer und die Milchqualität. Zudem kann die Weidehaltung einen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung artenreichen Grünlands beitragen. Die Weidehaltung entspricht daher den Verbrauchererwartungen an das Tierwohl, an die Umweltleistungen und an die Produktqualität", betonte Ruth Schuhwerk. "Deswegen sind auch Produkte aus Milch von unseren Bioland-Bauern so gefragt." 

Hintergrund

Bioland-Betrieb Familie Schreyer 

Familie Schreyer bewirtschaftet den Riedhof in Stötten am Auerberg bereits seit drei Generationen biologisch. Die 40 Braunviehkühe dürfen ab Anfang April wieder auf den Weiden grasen. Im Hochsommer bleiben die Tiere von Stefan und Frau Renate Schreyer auch nachts auf der Weide. "Das Besondere bei uns ist, dass die Kühe bei uns im Sommer nur mit Gras gefüttert werden", erklärt der Bioland-Bauer. 

Die Abkalbezeit legt Stefan Schreyer gezielt auf die Wintermonate, um den Kälbern in der ruhigeren Jahreszeit mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen zu können. Die Kälber werden mit Ammenkühen aufgezogen: sie dürfen an ihnen Milch saufen. In der Jungviehherde läuft ein genetisch hornloser Stier mit – über die Jahre soll die ganze Herde auf genetische Hornlosigkeit umgestellt werden. Die Ochsen, Jungrinder und Kälber werden gemästet, geschlachtet und direkt vermarktet. 

Neben der Milchproduktion brennt Stefan Schreyer das Obst der eigenen Streuobstbäume, Hecken und Sträucher zu Likören und Bränden.

Quelle: Bioland e.V.