Service


02.09.2019

Zwei Millionen Wildkräuterblüten auf einem Hektar Bioacker

Logo Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH

Bio-Äcker sind bunt. Wie blütenreich sie genau sind, hat das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) durch eine Zählung erfasst. Viele Ackerwildkräuter blühen unscheinbar, sind jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Tierarten.

Ausgewertet wurden insgesamt 90 jeweils einen Quadratmeter große Flächen auf 30 Bio-Äckern in Niedersachsen. Der Agrarwissenschaftler Maximilian Heller vom KÖN zählte zwischen 0 und 756 Blüten. Im Durchschnitt waren es 192 pro Quadratmeter. Hochgerechnet sind das knapp zwei Millionen Blüten auf einem Hektar Bio-Getreide.

"Wir haben auf den Äckern sechs Pflanzen gefunden, die auf der roten Liste stehen", sagt Maximilian Heller. Es waren der Lämmersalat, das kahle Ferkelkraut, die stinkende Hundskamille, der Ackerrittersporn, und der Acker-Zahntrost sowie der Saat-Hohlzahn. Landwirtinnen und Landwirte, die eine Rote-Liste-Pflanze auf ihren Äckern haben, können vom Land Niedersachsen finanzielle Zuschüsse für den Erhalt beantragen. "Doch in unserer Zählung ging es weniger darum, die einzelnen Ackerwildkräuter zu bestimmen, als die Anzahl der Blüten zu erfassen", sagt der Agrarwissenschaftler. Die Blüten der Ackerwildkräuter sichern Hunderten von Insektenarten das Überleben auf landwirtschaftlichen Flächen. Einige sind sogar ganz von Wildkräutern abhängig, wie die Mohnmauerbiene, die ihr Nest mit Mohnblütenblättern auskleidet.

Insgesamt wachsen in Niedersachsen 260 Ackerwildkräuterarten. Auf kalkreichen Standorten sind es bis zu 45. Die Zählung wird im kommenden Jahr fortgesetzt, um eine breitere Datenbasis zu erreichen. Dann sollen weitere 180 Kleinflächen im Bio-Getreide ausgezählt werden. Bio-Landwirtinnen und -Landwirte in Niedersachsen, die sich für Ackerwildkräuter auf ihren Flächen interessieren, können sich im Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen dafür vormerken lassen bei Maximilian Heller, m.heller@oekokomp.de, Telefon 04262 / 9593-84. Die Teilnahme ist für Landwirtínnen und Landwirte kostenlos.

Quelle: KÖN