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14.05.2015

Ökolandbau und Firmen fördern Artenvielfalt

Die Wissenschaftlerin Christina von Haaren präsentierte auf der Frühjahrstagung der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. in Fulda die Kernthemen des Projekts "Firmen fördern Vielfalt".

Um den anhaltenden Verlust der Artenvielfalt zu stoppen, bietet der ökologische Landbau nach Ansicht der Wissenschaftlerin Christina von Haaren "beste Voraussetzungen". Er stelle einen Sockel dar, von dem aus sich Artenvielfalt leichter bewahren und entwickeln lasse als im konventionellen Landbau, sagte die Ökologin bei der Frühjahrstagung der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AöL in Fulda. Allerdings sieht die Wissenschaftlerin in der organischen Wirtschaftsweise nicht per se einen Garanten für mehr Naturschutz. Auch Biobäuerinnen und Biobauern könnten sich dem Marktdruck kaum noch entziehen. Der Verlust der Biodiversität ist nach Ansicht der Wissenschaftlerin drängender als etwa das Problem des Klimawandels. Sie bedauerte, dass dies in der Politik genau anders herum gesehen werde. Wer auf den horrenden Artenverlust hinweise, werde oft sogar belächelt. Dabei werde übersehen, so auch AöL-Geschäftsführer Alexander Beck, dass die Stabilität von ökologischen Systemen von der Biodiversität abhänge. Wer diese Stabilität gefährde, der riskiere letztlich auch die landwirtschaftliche Erzeugung.

Von Haaren präsentierte auf der Frühjahrstagung die Kernzüge des Projekts "Firmen fördern Vielfalt". An dem von der Bundesstiftung Umwelt unterstützten Projekt sind die AöL-Mitgliedsunternehmen Hipp, Bionade, Märkisches Landbrot und Neumarkter Lammbräu sowie die AöL, die Bioland Beratung und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen beteiligt. Auf den Äckern der Zulieferbetriebe der Firmen werden seit 2014 Daten erhoben. Das dabei verwendete Instrument, genannt Manuela (Managementsystem Naturschutz für eine nachhaltige Landwirtschaft), solle die Biodiversität messen und bewerten. Damit könne die Leistung der Landwirtinnen und Landwirte für den Erhalt oder die Schaffung von Artenvielfalt eingeschätzt werden. Dabei gehe es nicht darum, die landwirtschaftliche Idylle des 19.Jahrunderts zurück zu holen. Vielmehr sollten Landwirtinnen und Landwirte auf wissensbasierte Lösungen zugreifen können, um ihre Spielräume zur Förderung des Artenschutzes zu erkennen und nutzen zu lernen. Es gehe zudem weniger um die Artenvielfalt auf großer Fläche, sondern eher auf Ackerstreifen, Rainen, Säumen und nassen oder besonders trockenen Standorten. Um Landwirtinnen und Landwirte zu mehr Naturschutz zu motivieren, sei es wichtig, ihnen Anreize zu bieten. Sie müssen Effizienzvorteile erkennen", etwa durch gestaffelte Rohstoffpreise, die ein Mehr an Biodiversität belohnten. Das Projekt Firmen fördern Vielfalt wäre in diesem Fall als ein Image- und Marketinginstrument für die Lebensmittelhersteller nutzbar.

Quelle: Pressemitteilung der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V.