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Eiweißpflanzen im ökologischen Landbau

Das Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum in Thüringen hat seine Empfehlungen für den Anbau von Körnerleguminosen aktualisiert. Körnerleguminosen sind fester Bestandteil von Fruchtfolgen zahlreicher ökologisch wirtschaftender Betriebe. Der Anbau hat viele positive Wirkungen, wie zum Beispiel Nährstoffmobilisierung, Humusaufbau und die Sickstofffixierung durch Knöllchenbakterien.

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Gerade im Ökolandbau bieten Leguminosen oftmals die einzige Möglichkeit einer externen Stickstoffzufuhr und sind daher von hoher pflanzenbaulicher Bedeutung. Körnerleguminosen hinterlassen eine gute Bodengare und wirken als Teil einer vielgliedrigen Fruchtfolge positiv auf die Pflanzengesundheit nachfolgender Kulturen. Die Stickstoffbindung von Leguminosen hängt von zahlreichen Faktoren – wesentlich jedoch von Witterung, Standort, Art und Sorte – ab.

Zusätzlich zum ackerbaulichen Stellenwert fungieren Körnerleguminosen als wichtiger Futterlieferant sowohl als Eiweißträger in der Tierhaltung als auch als Blühpflanze für Insekten und fördern somit die Biodiversitätsleistung im Rahmen der agrarischen Bewirtschaftung.

Die Anbauwürdigkeit von Futtererbsen, Ackerbohnen und jüngst Lupinen steht und fällt mit ihrer Ertragsleistung und -stabilität. In den Landessortenversuchen (LSV) des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) werden unterschiedliche Sorten dieser Leguminosen unter ökologischen Anbaubedingungen getestet, um dann für das entsprechende Anbaugebiet Sortenempfehlungen zu geben. Es gibt bei allen Arten zum Teil sehr große Sortenunterschiede, was den Ertrag, die Qualitäten und die Krankheitsresistenzen betrifft.

Die Arten unterscheiden sich in ihren speziellen Ansprüchen an Boden und Wasserhaushalt deutlich. Alle erfordern ein gut vorbereitetes und durchlüftetes Saatbett, um die Knöllchenbakterien optimal ausbilden zu können.

Die höchsten Ansprüche an Bodenqualität und Wasserführung stellt die Ackerbohne. Vor allem während der Blüte sollte ausreichend Wasser zur Verfügung stehen, um einen optimalen Hülsenansatz auszubilden. Die Körnerfuttererbse ist deutlich anspruchsloser als die Ackerbohne. Sie reagiert allerdings empfindlich auf Staunässe.

Neben dem Kornertrag und der Qualität stellt die Standfestigkeit ein wichtiges Kriterium der Sortenwahl dar. Sie liefert wichtige Hinweise auf die Anbauwürdigkeit von Leguminosen, besonders auf besseren, gut versorgten Standorten, auf denen unter Umständen verstärktes Längenwachstum auftreten und die Kultur ins Lager fallen kann.

Die Weiße Lupine stellt eine gute Alternative für die besseren Standorte dar. Mit der Züchtung anthraknosetoleranter Sorten ist ihre Anbauwürdigkeit deutlich gestiegen. Anthrakanose ist eine Krankheit der Lupine, die durch einen Pilz ausgelöst wird, dessen enge Verwandte auch Brennflecken auf Erdbeeren verursachen. Die Weiße Lupine ist hinsichtlich des Ertragsniveaus mit der Ackerbohne vergleichbar, wobei aber höhere Rohproteingehalte und -qualitäten erreicht werden können. Mit Hitzestress scheint sie besser als die Ackerbohne und die Futtererbse zurecht zu kommen.

Detaillierte aktuelle Empfehlungen zu großkörnigen Leguminosen im ökologischen Anbau sind in den aktuellen Sortenratgebern des TLLLR veröffentlicht.

Quelle: Landesamt für Landwirtschaft und Landlichen Raum Thüringen

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