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20.02.2019

AöL setzt auf pluralistischen Markt im Onlinegeschäft

Logo AÖL e.V. - AöL setzt auf pluralistischen Markt im Onlinegeschäft

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller diskutierte bestehende Onlinekonzepte auf der Biofach mit der Alibaba Group, der Frosta Tiefkühlkost GmbH, den Herrmannsdorfer Landwerkstätten und dem Roggentiner Hof und fragte, welche Rolle die Bio-Lebensmittelherstellung im Internet spielt.

"Der Onlinehandel mit Lebensmitteln steht kurz vor dem Durchbruch", titeln mehrere deutsche Handelsblätter bereits Ende des letzten Jahres. Laut PwC-Umfrage kaufen 15 Prozent ihrer Befragten ihre Lebensmittel online und 40 Prozent der deutschen Konsumentinnen und Konsumenten planen, in den nächsten 12 Monaten Lebensmittel online zu bestellen.

"Bio ist zunehmend Trend in China", so Karl Wehner, Managing Director für Deutschland, Österreich, Schweiz, Türkei und Osteuropa bei der Alibaba Group. "Das sollten Bio-Verarbeiter bedenken. Unser Konzept ist, dass der Markenhersteller sich selbst präsentiert und wir als Onlinemall die Kundennachfrage und Technologien zur Verfügung stellen." Für Wehner ist die Frage, ob der Handel mit Lebensmitteln ins Internet verlegt wird, obsolet, da in China bereits die Hälfte der dort lebenden Menschen online unterwegs ist. Die Alibaba Group unterscheidet nicht mehr zwischen on- und offline, sondern schaut, ob Geschäftsmodelle digitalisiert oder nicht-digitalisiert sind.  

Die Frosta Tiefkühlkost GmbH wartet bereits jetzt mit einem eigenen Onlineshop auf und bietet Produkte und Angebote an, die es nur online zu bestellen gibt. Der Umsatz mache aktuell nur ein Prozent aus, allein durch Facebook und exklusive Angebote habe das Unternehmen ein zweistelliges Wachstum erreicht. "Wir können Inhalte über die sozialen Medien viel besser vermitteln und haben einen engen Kontakt zum Verbraucher – das kann Fernsehwerbung nicht leisten", so Marketingleiter Thorsten Matthias. 

Der Umgang mit neuen Medien steht auch für die Herrmannsdorfer Landwerkstätten außer Frage und "digitales Marketing sollte heute Normalität sein", so Prokurist Mathias Stinglwagner. "Der Onlinehandel selbst ist für uns jedoch noch kein Thema, denn er fordert Verfügbarkeit und die können und wollen wir aktuell nicht leisten. Wir zeichen uns aus durch Handwerk und enge Kontakte innerhalb der Wertschöpfungskette." Vor allem für ländliche Räume hält der Onlinehandel mit Lebensmitteln spannende Konzepte bereit. Sei es durch die Alibaba Plattform "Taobao", wo ein konzentrierter Austausch von Ware zwischen Stadt und Land in China stattfindet, oder Direktvermarktung á la www.mycow.de . Bernhard Sinz, Geschäftsführer des Roggentiner Hofes leitet das Onlinegeschäft zusammen mit Tochter Lisa. "Dort, wo wir in Mecklenburg-Vorpommern unsere Landwirtschaft betreiben, haben wir kaum einen Markt für unsere Produkte", so Sinz. "Deshalb müssen wir dort hingehen, wo die Menschen sind." Das Konzept: Kundinnen und Kunden bestellen Fleisch online, das vor Ort geschlachtet, verpackt und verschickt wird. Das verkürzt die Wertschöpfungskette und "gestaltet sich dadurch auch ökologisch". "Es ist an der Zeit, dass die Biobranche ihre Augen auf das richtet, was online möglich ist", so der geschäftsführende Vorstand der AöL, Dr. Alexander Beck. "Wir müssen dafür sorgen, dass unser Markt pluralistisch bleibt und und unsere Nachhaltigkeits- und Ernährungsbotschaften transparent werden. Mit welchem Konzept das genau passiert, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Es gilt, zu gestalten."

Quelle: Pressemitteilung der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AÖL)