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12.04.2019

Neuer Nature Sustainability-Beitrag zeigt: Biolandbau bringt Agrarwende voran

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Die biologische Landwirtschaft gibt wichtige Impulse, unser Ernährungssystem nachhaltiger zu gestalten. Dies zeigen elf internationale Expertinnen und Experten in einem Beitrag in der renommierten Fachzeitschrift Nature sustainability.

Die Expertinnen und Experten – darunter als Leadautoren Frank Eyhorn von Helvetas und Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL – fordern, dass Regierungen nur solche Agrarsysteme unterstützen, die Mensch und Umwelt förderlich sind.  

Die international renommierte Fachzeitschrift Nature sustainability veröffentlicht dieser Tage einen Beitrag mit neuen Erkenntnissen zur Rolle des biologischen Landbaus. Elf internationale Expertinnen und Experten zeigen auf, dass der biologische Landbau keine irrelevante Nische mehr ist, sondern eine wichtige Rolle dabei spielt, unsere Ernährungssysteme zukunftsfähig zu machen. 

Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und ländliche Armut – dies sind heute global betrachtet unbestritten grosse Herausforderungen. In Fachkreisen herrscht Konsens darüber, dass sich die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, dringend ändern muss, um diesen Herausforderungen zu begegnen. 

Der Weg dorthin ist jedoch heftig umstritten: Müssen wir die konventionelle Landwirtschaft schrittweise nachhaltiger gestalten oder alternative Systeme wie den Biolandbau fördern? Nach Ansicht der elf Fachleute können beide Ansätze Hand in Hand gehen und sich gegenseitig befruchten. Diese neue Sichtweise ermöglicht es, die Politik konsequent auf die Ziele der globalen "Agenda 2030" für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen auszurichten, denen sich auch die Schweiz verschrieben hat. Das Team hinter dem Nature sustainability-Beitrag fordert deshalb eine Kombination von Massnahmen, die nachhaltige Systeme gezielt fördern, wirtschaftliche Anreize für umweltfreundliche Produktionsmethoden schaffen und besonders schädliche Praktiken unterbinden. Es macht demnach durchaus Sinn, Biolandbau verstärkt zu fördern, Subventionen auf umweltfreundliche Produktionsweisen zu beschränken und schädliche Pestizide zu verbieten. 

Es braucht einen Paradigmenwechsel

"Zu lange haben wir hitzige Debatten darüber geführt, mit welcher Technologie wir die Welt ernähren können. Wir müssen dringend ideologische Barrieren und Eigeninteressen überwinden, um den notwendigen Wandel hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem zu beschleunigen", sagt Frank Eyhorn von der unabhängigen Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas. Und Adrian Müller vom FiBL betont: "Im Grunde genommen bezahlen wir mehrmals für scheinbar günstige Lebensmittel: an der Kasse, mit Steuern für Agrarsubventionen, bei der Behebung der durch die intensive Landwirtschaft verursachten Schäden und für die steigenden Gesundheitskosten. Das können wir uns nicht mehr leisten." Es gibt bereits erste Anzeichen für einen Paradigmenwechsel: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat kürzlich die Rolle alternativer Landwirtschaftssysteme wie Biolandbau als eine Möglichkeit anerkannt, die grossen Herausforderungen im Zusammenhang mit unserem derzeitigen Ernährungssystem anzupacken. Deutschland, Österreich, Indien und Kirgisistan beispielsweise haben schon ehrgeizige Programme zur Förderung des Biolandbaus. Die Schweiz tut sich damit derzeit immer noch schwer.

Quelle: Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL